110. ACP-Bundestagung: Fundamente sanieren – Hoffnungen wecken – neue Ziele entdecken

110. ACP-Bundestagung: Fundamente sanieren – Hoffnungen wecken – neue Ziele entdecken

Heute ist Samstag, der 1. Februar 2020. Wir befinden uns auf der Fahrt zur 110. Bundestagung des Arbeitskreises Christlicher Publizisten (ACP), die traditionell in Baunatal bei Kassel stattfindet. Wir, das ist Axel Grieben, Pharmazeutischer Referent aus Düsseldorf, und ich. Heute soll Heinz Matthias, der 1971 den ACP gegründet und seitdem geleitet hat, noch ein letztes Mal die Bundestagung moderieren.

Nach der freundlichen Begrüßung der etwa 120 Teilnehmer/innen durch den jungen Bankkaufmann Paul Wilhelm Prinz von Preußen, sagt Professor Friedrich Wolf, der bereits im vergangenen Jahr den ACP-Vorsitz übernommen hat etwas zur Verantwortung der Medien hinsichtlich einer korrekten und ausgewogenen Berichterstattung. Als Negativbeispiel muss er leider die deutsche Presse bei ihrer Berichterstattung über Israel rügen. So würde fast immer der Eindruck erweckt, als gehöre das Westjordanland den Palästinensern. Demzufolge seien die israelischen Siedlungen dort illegal. Doch bereits 1947 hätten die Palästinenser es abgelehnt, dort einen eigenen Staat zu gründen, weil sie gegen einen jüdischen Staat in ihrer Nachbarschaft gewesen seien. Überdies habe das Territorium bis 1967 Jordanien gehört. Im Sechstagekrieg (Juni 1967) gelang es Israel, das alte Kernland Samarien zurück zu erobern. Später wollte, so Wolf, Jordanien dieses Gebiet gar nicht zurückhaben.

Respektzuweisung für Generalleutnant a.D. Joachim Wundrak

Generalleutnant Wundrak , der 2011 zehn Monate lang als stellvertretender Luftwaffen-Kommandeur der internationalen Sicherheitsunterstützungstruppe (ISAF) in Kabul stationiert war um in Afghanistan am Aufbau einer demokratischen Gesellschaft mitzuwirken, habe dort, wie er selbst bekannte, oft schlaflose Nächte gehabt. Ein Waffeneinsatz mit Toten auf beiden Seiten! Deshalb sehe er heute auch den Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan kritisch. Denn die Kosten seien zu hoch, das Erreichte zu gering. Seine neuerliche Mitgliedschaft in der AfD hinderte den ACP übrigens nicht daran, ihm die besondere ACP-Ehrung, nämlich eine sogenannte Respektzuweisung, zu überreichen.

Die Familie als wichtigste Grundlage der Gesellschaft

Peter Rohde, Richter am Oberlandesgericht und stellvertretender ACP-Vorsitzender, betonte mit warmherzigen Worten die Wichtigkeit der Familie – und das nicht nur aus grauer Theorie, sondern aus eigener Familienpraxis. Oft habe er seine Kinder gesegnet, gerade auch wenn sie schon am Schlafen waren, und gebetet, dass sie bald eine persönliche Beziehung zu Jesus Christus finden. Auch betete er immer wieder dafür, dass sie sich gut entwickeln und dass Gott ihnen Engel als Schutz senden möge. Wichtig war ihm bei der Kindererziehung die Wahrheit von Matthäus 6,33 zu vermitteln: „Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, dann wird euch alles andere zufallen.“

Schon in den fünf Büchern Mose werde immer wieder betont, dass wir unseren Kindern eigene Gotteserfahrungen weitererzählen sollen.

Wird China tatsächlich zur „gelben Gefahr“?

Zwischen dem Brunch und dem Kaffeetrinken kommen weitere Redner zu Wort, wie zum Beispiel der Bischof der Anglikanischen Kirchen in Deutschland Gerhard Meyer. Zweidrittel der ca. 80 Millionen Anglikaner weltweit hält Meyer für bibeltreu. Im Juli dieses Jahres wollen sich ihre Vertreter in Ruanda treffen, um zu beraten und zu beten, wie sie das Evangelium effektiver weitersagen können.

Der Unternehmer Prof. Dr. Jörg Knoblauch, bekannt geworden durch seine „tempus-Erfindung“ sowie im christlichen Kontext für sein Engagement in der Gemeindewachstumsbewegung und als jahrelanger Vizepräsident des christlichen Führungskräfte-Kongresses, wies darauf hin, dass die kommunistische Partei Chinas bis zum Jahr 2049 (ihrem 100-jährigen Bestehen) die Weltherrschaft übernommen haben will. Die sog. Neue Seidenstraße nannte Knoblauch „eine Unterwerfungsstrategie, um die Welt zu kolonialisieren“.

Das Wichtigste ist, dass das Wichtigste immer das Wichtigste bleibt

Wenn auch bisher viele gesellschaftspolitische Themen angesprochen wurden – so plädierte der Generalbischof der Koptisch-orthodoxen Kirche für Deutschland, Dr. Anba Damian, dafür, die katholische Kirche nicht primär unter dem Vorzeichen des Missbrauch-Skandals zu sehen, sondern auch ihre guten Aspekte zu würdigen – warteten doch manche Teilnehmer der ACP-Bundestagung darauf, dass Jesus Christus, unser Herr und Erlöser, mehr Raum gewinnt in den einzelnen Beiträgen. Schließlich ist es ja gerade das Anliegen des ACP, die gute Botschaft von Jesus Christus in Funk, Fernsehen und Presse zu stärken, was in der Vergangenheit tatsächlich oft gelungen ist. So heißt es auch in den ACP-Grundsätzen, der Arbeitskreis Christlicher Publizisten widerstehe bewusst dem Trend, die biblische Botschaft zu politisieren oder in ihrer Substanz zu verwässern.

Gegen Abend hatte die Vereinigung Christen im Beruf (vormals Geschäftsleute des vollen Evangeliums) die Möglichkeit, ihre Arbeit in den annähernd 100 Ortsgruppen vorzustellen. Dabei wurden erfrischende Zeugnisse von der lebensverändernden Kraft des Evangeliums weitergegeben.

Höhepunkt war zweifelsohne, als Carmen Paul von ihrer Nahtoderfahrung berichtete, wie sie Jesus begegnete und welche dramatische Veränderung danach in ihrem Leben stattfand (aufgezeichnet in ihrem Buch: Pferdefuß und Himmelsglück. Mein Weg zurück ins Leben nach einem tragischen Unfall. Erste Aufl. 2018, zweite Aufl. 2019. Auch als Kindle-ebook erhältlich).

Standing Ovation für Heinz Matthias

ACP-Gründer Heinz Matthias, der kurz vor der Tagung sein 94. Lebensjahr angetreten hatte, brachte in diesen Farewell-Augenblicken noch einmal sein Erstaunen zum Ausdruck, wie Gott diese bescheidene Arbeit gesegnet und Türen geöffnet habe, wie es ja auch auf der ACP-Website acp-international.org zum Ausdruck kommt.

Seit Sommer 1971
– haben ARD und ZDF auf ACP-Initiative mehr als 170 christlich orientierte Fernsehfilme ausgestrahlt;
– wurden 53 Presseseminare mit 1200 Personen durchgeführt unter dem Generalthema: „Wie bringt man das Evangelium in die Medien?“ (Gastgeber waren ARD und ZDF);
– führte der ACP (bzw. sein Vorsitzender Heinz Matthias) 260 Interviews mit Spitzenpolitikern und vergleichbaren Persönlichkeiten rund um den Erdball, wobei die christliche Botschaft nicht verschwiegen wurde.

 

Text: Gerhard Bially

Foto (Friedrich Wolf): Bischof Anba Damian (li) und Bischof Gerhard Meyer (re) bei der Verleihung der ACP-Respektzuweisung an Generalleutnant a.D. Joachim Wundrak.

 

geschrieben von: Redaktion

 

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