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Der Fischzug des Petrus (Lk 5,1–11)

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Der Fischzug des Petrus (Lk 5,1–11)

„…und wuschen ihre Netze“. Petrus und seine Crew hatten „die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen“. Nichts ? Doch: Sie hatten Dreck gefangen, davon waren ihre Netze schmutzig geworden, sodass sie gewaschen werden mussten.

Alle Menschen werfen ihre Netze aus und versuchen das Glück einzufangen. Sie werfen es aus nach Liebe, Erfolg, Anerkennung, Geld u.a. Und was fangen sie dabei? Häufig fangen sie nicht nur „nichts“, sondern Dreck, Schmutz, Ungenießbares, Belastendes. Sie werden nicht satt von dem, was sie in ihren Netzen eingeholt haben.

Vielleicht hast auch du zu oberflächlich gefischt, ohne die Tiefendimension des Wortes Gottes? „Werft eure Netze zum Fang aus wo es tief ist“, hatte Jesus gesagt. Wo es tief ist, wo das Glück Tiefe hat – „Nachhaltigkeit“ nennt man das wohl heute. Gott weiß und kann dir zeigen, wo die Tiefe zu finden ist, die nicht Schmutz, sondern viele Fische birgt. Du fischst dann nicht mehr an der Oberfläche.

„Auf dein Wort hin will ich die Netze auswerfen!“


Mach es wie Petrus: Probiere sein Wort aus! Lies es und fange an, danach zu handeln! Du wirst dich über das Ergebnis wundern. Denn „als sie das taten, fingen sie eine große Menge Fische, und ihre Netze begannen zu reißen.“

Das sind die richtigen Probleme: Das Netzwerk der Gemeinde reicht nicht aus, um all die Neuzugänge zu integrieren, aufzufangen, zu lehren und zu begleiten – es sind einfach zu viele. Das sind die richtigen Probleme, wenn die Netze beginnen zu reißen vor lauter neuen Fischen.

Viele Gemeinden haben leider das umgekehrte Problem: Es kommen kaum Neue dazu und die Stammbesetzung hat schon alle Posten besetzt, die in der Gemeinde zu besetzen sind. Neue braucht man nicht. Der Laden läuft auch so. Kaum ein Pastor macht Bilanz und hat den Mut, sich und seiner Gemeinde zu sagen: „Leute, so kann‘s nicht weitergehen!“

Ein indischer christlicher Leiter auf dem Missionsfeld sagte einmal zugespitzt: „Christianity is one soul per year per member“ (Christentum bedeutet eine Seele pro Jahr pro Mitglied).
„Und ihre Netze begannen zu reißen“ – all right.

Kameradschaft

„Und sie winkten ihren Gefährten, die im anderen Boot waren, sie sollten kommen und mit ihnen ziehen.“ Die „im anderen Boot“ könnten für uns die anderen Gemeinden anderer Richtungen sein. Wie schön, wenn wir zusammen ziehen, statt uns zu streiten, wenn wir Großveranstaltungen zusammen organisieren, wenn wir auf Stadtfesten gemeinsam auftreten – etwa auf „Allianzbasis“. Das Ziel ist die Welt. Dort sind die Fische. Fischen wir zusammen!

„Und sie winkten ihren Gefährten“ – winkst du ab oder winkst du ihnen zu? Gib ihnen einen Wink, geh auf sie zu. Sie sind deine „Gefährten“.

„Als das Simon Petrus sah, …sprach er: …Ich bin ein sündiger Mensch“.

Wieso erkannte er das ? Jesus hatte ihm keine Bußpredigt gehalten, hatte ihn nicht zur Beichte aufgefordert, hatte ihm nicht seine Sünden aufgezählt. Woran erkannte Petrus gleichwohl, dass er „ein sündiger Mensch“ war ? Es waren nicht böse Taten, die ihm vor Augen standen, sondern es war die Erkenntnis, dass er bisher „Leere“ gefangen hatte, an der Oberfläche, an den Fischen vorbei, an der eigentlichen Berufung vorbei, an der eigentlichen Bestimmung vorbei – er hatte nicht „auf dein Wort hin“ gefischt, sondern im Trüben – ohne Erfolg, ohne Sinn. Das Ergebnis: Dreck im Netz. Und nun erlebt er: Es geht auch anders. Wer auf Jesus hört, hat ein anderes Ergebnis: „Und als sie das taten, fingen sie eine große Menge Fische“. An Jesus erkennen wir uns selbst. Bis dahin halten wir leere, schmutzige Netze für normal. Wir halten die mageren Ergebnisse unserer Glücksversuche für normal. Wir kennen es nicht anders.

Dann begegnen wir Jesus und seinen Leuten und erkennen uns selbst im Kontrast: Sünder, nicht wegen all unserer bösen Taten nur, sondern wegen der Verschwendung unseres brach liegenden Lebens, in welchem wir uns damit zufrieden gaben, die Netze leer einzuholen, ohne Gefährten, ohne Tiefe, ohne Nachhaltigkeit, ohne Frucht. Wir waren nicht „Menschenfischer“, sondern fischten an den Menschen vorbei, weil wir ihnen nichts zu geben und nichts zu sagen hatten. Wir kannten die Botschaft, aber wir haben sie nicht erfasst und nicht weitergegeben. Wir haben uns um und selbst gedreht. Deshalb sind wir Sünder. Ab jetzt geht es um die Liebe Gottes und um die anderen.

„Von nun an wirst du Menschen fangen.“


Zum Autor:

M. Warnke studierte evangelische Theologie und Jura. Geprägt von der Jesus-People-Bewegung leitete er in den 1980er Jahren die Rhema-Gemeinde in Darmstadt. Heute wirkt er als Rechtsanwalt in Wuppertal.

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