Gebet für Israel
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Gebet für Israel - Februar 2012
von Eckhard Maier
Siehe, ich nehme die Söhne Israel aus den Nationen heraus, wohin sie gezogen sind, und ich sammle sie von allen Seiten und bringe sie in ihr Land. Und ich mache sie zu einer Nation im Land, ... (Hesekiel 37, 21ff)
Christus spricht: Da er aber ihre Gedanken wusste, sprach er zu ihnen: Jedes Reich, das mit sich selbst entzweit ist, wird verwüstet; und jede Stadt oder jedes Haus, die mit sich selbst entzweit sind, werden nicht bestehen. (Matthäus 12, 25)
Liebe Gebetspartner,
obiges Wort ist eine ernste Warnung an alle, die innerlich zerrissen sind und mahnt dringend, die Einheit mindestens nach außen allzeit zu bewahren. Schon das letzte Mal haben wir von dem ständig wachsenden tiefen Zwiespalt zwischen Orthodoxen und Säkularen in Israel berichtet und auch von den heftigen sozialen Spannungen. Da es sich um ein Gebetsanliegen mit hoher Priorität handelt, wollen wir in diesem Brief noch einiges über die Hintergründe hinzufügen.
Einerseits konnten die Israelis bei dem säkularen Jahreswechsel mit einiger Befriedigung auf 2011 zurückblicken. Es gab auf diplomatischem, politischem, ökonomischem und militärischem Gebiet keine Katastrophe. Auf wirtschaftlichem Gebiet könnten die Zahlen entgegen dem weltweiten Trend kaum besser sein. Das Wachstum betrug 4,8% mit starkem Anstieg des Exports und die Arbeitslosigkeit liegt mit 5,6% im Vergleich sehr niedrig. Eine hohe Zahl von Einwanderern ließ die Bevölkerung auf ein Allzeithoch von 7,8 Millionen steigen, von denen 80% Juden sind. Diplomatisch konnte Israel bei der UNO dem starken Gegenwind trotzen, Erfolge verzeichnen und Gilad Schalit ist wieder frei.
Andererseits verstärken sich die internen Probleme ständig. Man kann mit Fug und Recht bereits von einem Aufstand der jüdischen Siedler in Judäa und Samaria gegen die Zentralregierung sprechen. Am 12. Dezember stürmte eine Gruppe von etwa 50 jungen Siedlern, sie nennen sich „Berggipfeljugend“, einen Armee-Stützpunkt im Jordantal und demolierten die Einrichtung und Fahrzeuge. Sie wollten der Regierung klarmachen, dass sie für die Durchsetzung von Knesset-Beschlüssen einen hohen Preis zu zahlen hat, wenn sie Juden daran hindert, das „biblische Erbe“ anzutreten.
Ist die Demokratie in Israel in Gefahr? Diese Frage stellen sich einflussreiche Kreise in Israel ganz offen und leider gibt es zahlreiche Anzeichen dafür. Die Orthodoxie sieht sowieso einen unüberbrückbaren Gegensatz zwischen Torah und Demokratie! Vom rechten Flügel der Gesellschaft wird mit großem Nachdruck die Einschränkung der Grundrechte des Menschen betrieben, darunter hauptsächlich die Religionsfreiheit, die Rede- und Meinungsfreiheit und jede Art des Liberalismus. Dadurch werden Nicht-Juden und „Abtrünnige“ zu Bürgern zweiter Klasse mit erheblich eingeschränkten Rechten.
Beten Sie, dass diese Selbstzerstörung im Volk nicht weitergehen möge! Den inneren Zusammenhalt der israelischen Gesellschaft möge der Herr schaffen.
Die äußere Bedrohung ist vielfältig und nicht minder gefährlich. Israel hat angekündigt, nicht zu warten, bis der Iran den Besitz einer Atom-Bombe zugibt, und auch die USA drohen mit entschiedenen Gegenmaßnahmen. Einen direkten Angriff mit einer A-Bombe muss Israel wohl kaum fürchten, es könnte entsprechend reagieren. Aber die Weltgemeinschaft wäre sicher mit einem nuklearen Rüstungswettlauf im Mittleren Osten konfrontiert und der extrem gefährliche Iran würde in der ganzen Region seinen polarisierenden Einfluss ausbreiten. Damit kämen die Ölvorkommen und fast 50% der Energiequellen der Welt in die Hand des Iran. Eine apokalyptische Vorstellung!
Wie schon berichtet, beginnt Israel Gas-Felder unter dem Mittelmeer auszubeuten. Allerdings haben die Türkei und vor allem die Hisbollah im Libanon gewaltsame Aktionen angekündigt. Die israelische Marine muss die Bohrinseln ständig schützen. Die ersten großen Export-Lieferungen sind mit Indien vereinbart.
Im Gegensatz zu den Friedensgesprächen laufen die Geschäfte zwischen Israel und den Palästinensern sehr gut. Israel ist der Hauptabnehmer palästinensischer Exporte. Die PA exportiert im Jahr Güter für 400 Millionen US-Dollar, davon 90% an Israel. Offensichtlich trauen die palästinensischen Geschäftsleute der israelischen Wirtschaft mehr zu als der eigenen. Sie investieren in Israel doppelt so viel wie in der PA. 16.000 Palästinenser haben Firmen in Israel und in [den gehassten] jüdischen Siedlungen!
Auch auf medizinischem Gebiet geht die Zusammenarbeit ohne Einschränkung weiter. Fast 115.000 palästinensische Patienten wurden 2011 in israelischen Krankenhäusern behandelt und über 100 palästinensische Ärzte haben in Israel Belegbetten. Die Koordinatorin des Gesundheitswesens, Dalia Bassa, sagte: „Gesundheit ist eine von der Politik losgelöste Frage. Israelische und palästinensische Ärzte sind Freunde und damit eine Brücke des Friedens.“
Der mangelnde Regen auch in diesem Winter stellt die ganze Region vor immer größere Probleme. Der November war unerwartet reich an Regen, leider floss aber wenig Wasser in die Flüsse, sondern hauptsächlich direkt ins Meer. Der Monat Dezember brachte wenig Regen und die Meteorologen erwarten auch für Januar & Februar kaum Besserung. Es wird mit nur 70% der Regenmenge eines durchschnittlichen Jahres gerechnet. Nach sieben trockenen Wintern steht der See Genezareth 70 cm unter der unteren roten Linie. Es fehlen zu dem normalen Stand in dieser Jahreszeit 4,9 m. Im Sommer könnte sogar die schwarze Linie erreicht werden.
Israels Umweltminister Gilad Erdan und sein Kollege der PA, Dr. Shaddad Atili, wollen die Zusammenarbeit erweitern. „Wasser sollte aus der Auseinandersetzung herausgehalten werden“, lautete es unisono auf einer gemeinsamen Pressekonferenz.
Beten Sie bitte nachhaltig!
Am 22. November 2011 wurden Organisationen der christlich-zionistischen Bewegung der Welt in der Knesset geehrt. Darunter „Christen an der Seite Israels“, für die Harald Eckert eine Rede hielt, und die „Internationale Christliche Botschaft in Jerusalem“. Deren leitender Direktor, Dr. Jürgen Bühler, sagte: „Es ist für alle Christen eine moralische Verpflichtung, Israel und die Überlebenden des Holocaust zu unterstützen, denn wir haben Anteil an einem gemeinsamen Erbe ... Wir müssen in guten und in schlechten Zeiten an der Seite Israels stehen.“
Musalaha, die Versöhnungsinitiative, organisierte eine Konferenz für Frauen aus Israel und der PA, in der über „Versöhnung“ und „Vergebung“ gesprochen wurde. Beide Seiten haben damit große Probleme, da sie sich durch die politischen Ereignisse verletzt fühlen. Deswegen kommt teils Vergebung zustande, aber oft keine Versöhnung als Grundlage für eine vertrauensvolle Beziehung. Israelis und Palästinenser wurden aufgefordert, eine Liste der Verletzungen der jeweils anderen Seite aufzustellen und dann im Gespräch zu vergleichen. Das hat vielen mehr Verständnis gebracht. Betet für Versöhnung!
Nachrichten aus den messianisch-jüdischen Gemeinden in Israel erfahren Sie hier: