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Gedanken zum REICH GOTTES

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Gedanken zum REICH GOTTES

Drei Beiträge

Das Reich Gottes leuchtet auf!
von Friedrich Aschoff und Gerhard Bially (Auszug)

Das
Himmelreich (wörtlich „Reich der Himmel“), wie Matthäus das hebräische malchút schamájim wiedergibt, oder Reich Gottes, wie Markus und Lukas sachlich richtig übersetzen, steht ganz im Mittelpunkt der Verkündigung Jesu. Seine berühmt gewordene „Bergpredigt“ könnte auch als Programmrede des Reiches Gottes bezeichnet werden. Als Auferstandener spricht Jesus vierzig Tage lang mit seinen Jüngern über dieses Reich. Das alles zeigt die überragende Bedeutung des Reiches Gottes in der Verkündigung Jesu Christi.

Woran erkennen wir die Gottesherrschaft?

Dinge, die nicht waren, ruft Gott, der Schöpfer, ins Dasein. Die Fülle des Lebens bricht durch und belebt erstarrte Zustände. Das geschieht nicht nur in geistig-unsichtbarer Weise, sondern bis hinein ins Körperliche:
Blinde sehen und Lahme gehen, Aussätzige werden rein und Taube hören, Tote stehen auf (Mt 11,5). Diese göttlichen Machtwirkungen an Kranken sind ein Stück erfahrbarer Gottesherrschaft. Eine rein immanente Vorstellung vom Reich Gottes, ohne dass Gott sichtbar eingreift, entspricht nicht der Verkündigung Jesu. Die Gottesherrschaft räumt mit der Herrschaft anderer Mächte und Gewalten auf – auch bei uns! Wenn ich durch den Geist Gottes die Dämonen austreibe, dann ist die Gottesherrschaft bereits zu euch gekomme“, sagt Jesus (Mt 12,28). Wenn wir Gott Herr sein lassen in unserem Leben, dann wächst in uns und um uns herum Reich Gottes.

Reich Gottes „schon jetzt“ und doch „noch nicht“?

Die sogenannte eschatologische Spannung liegt darin, dass wir jetzt schon „Kräfte der zukünftigen Welt schmecken“ (Hebr 6,5), jetzt schon Reich Gottes erleben, doch bleibt es noch „Stückwerk“, wie Paulus es ausdrückt. Deshalb sehnen wir uns zugleich mit der gesamten Schöpfung nach dem Wiederkommen Jesu Christi, wenn er endgültig sein Reich auf dieser Erde aufrichten wird. Das erst wird vollkommene Erlösung sein – wenn es keine Kriege mehr gibt, kein Weinen, kein Leid, keinen Tod (vgl. dazu Röm 8,18–25; Jes 35; 60; 65,18–25; Offb 21,3–4; 22,1–5).


Interview mit Keith Warrington (JMEM)

G. Bially:
Bei einer Umfrage zum Thema „Reich Gottes“ erhielt ich folgende Definitionen:

  • Friede
  • Natur, Freude, Liebe
  • Das Reich Gottes beginnt auf dieser Erde und setzt sich fort in der zukünftigen Welt
  • Das Reich Gottes ist da, wo Jesus herrscht
  • Das Sichtbarwerden seines Wirkens und seiner Kraftist
  • Es ist die Verwandlung in sein Ebenbild mit Vollendung in der Herrlichkeit
  • Das Reich Gottes ist in uns und in der GemeindeReich Gottes ist ewig
  • Im Reich Gottes wird nichts Böses sein
  • „Das Reich Gottes besteht nicht aus Essen und Trinken“ und ein anderer fügte hinzu: „schließt dies aber auch nicht aus“.


Wie definierst Du denn „Reich Gottes“?

Keith Warrington:
Da müssen wir nicht rätseln. Im griechichen Urtext heißt es: basileia tou theou.

Basileia bedeutet: eine Königsherrschaft, also die Vollmacht und die Fähigkeit als König zu herrschen. Es bedeutet auch: ein Königreich, der Ort, wo der König regiert. Der Kontext deutet jeweils auf die Anwendung. Das Reich Gottes ist also per Definition „die Königsherrschaft Gottes oder das Königreich Gottes“.

In den meisten Sprachen heißt es genau das. Im Deutschen aber ist „ das Königreich Gottes“ auf „Reich Gottes“ verkürzt, was zu mancher Unklarheit führen kann.

G. Bially: Schon in den 1970er Jahren hast Du in Eurer Gemeinschaft Jugend mit einer Mission in Hurlach sowie bei Gemeinden im Land eine Art Schizophrenie, ein Gespaltensein, festgestellt. Das führst Du auf die „Zweiklassengesellschaft“ zurück, einen Dualismus, der Geistliches und Weltliches trennt. Doch wenn Paulus schreibt, dass die leibliche Erfahrung wenig nütze, die Frömmigkeit aber zu allen Dingen nütze“ (1 Tim 4,8), zieht er da nicht auch das eine dem anderen vor?

Keith Warrington:
Auf jeden Fall. Das eine dient dem Einzelnen kurzfristig, das andere vielen zum ewigen Heil. Paulus setzt Prioritäten um dem Timotheus zu helfen. Er nennt aber das Leibliche nicht ungeistlich, nutzlos oder säkular. In den Versen davor warnt er vor denjenigen, die das Heiraten oder bestimmte Speisen verbieten: das sei eine falsche Spiritualität. Wenn Paulus und die anderen Apostel Begriffe wie „geistlich“, „ungeistlich“ und „weltlich“ benutzen, dann verstehen sie diese in mancher Hinsicht anders, behaupte ich, als wir heute. Sie waren Hebräer und sahen Gottes ganze Schöpfung, Himmel und Erde,als geistlich und gut. Wir haben eine Art von griechischem Dualismus gelernt.

G. Bially:Auf den Seiten 242 und 243 Deines Buches gibst Du ein schönes Beispiel von einem früheren Freund, der – wie Du zuerst ja auch – als Lehrer tätig war, diesen Beruf dann aber – im Gegensatz zu Dir – als Berufung erkannte, nicht wie Du in den missionarischen Dienst ging, sondern sich sogar von seinen gemeindlichen Aufgaben und Ämtern befreien ließ und eine Unterstützergruppe aus der Gemeinde zur Seite gestellt bekam. Die Resultate bestätigten diesen Weg. Würdest Du das bitte noch etwas kommentieren und für unsere Leserschaft zusätzlich ein paar weitere nachahmenswerte Beispiele anführen.

Keith Warrington:
Vor allem die Gläubigen, die als Berufung Gottes sich in exponierten gesellschaftlichen Stellen befinden, brauchen die Unterstützung des Leibes Christi. Viele andere im normalen Beruf brauchen es auch. Wenn, dann geschieht die Unterstützung meistens durch christliche Berufsnetzwerke wie zum Beispiel Christen im Beruf (CiB), Christen in Gesundheitswesen (CiG) usw. Ich empfehle aber auch die Unterstützung einer tragenden Gemeinde, da sie die seelsorgerlichen und familiären Anliegen besser betreuen kann. Die Gemeindeleitung muss solche Berufungen und deren Unterstützung als Teil ihres normalen Gemeindedienstes sehen. Für viele in Gemeindeleitung ist das Neuland.

Ich kenne eine Gemeinde, die ihre Mitglieder in das normale Leben ihres Stadtviertels „als Gemeindedienst“ sendet. Eine andere Gemeinde unterstützt ihre Mitglieder, die ein privates Beratungszentrum in ihrer Stadt betreiben. Wieder andere ermutigen ihre Berufstätigen mündlich, aber ohne praktische Struktur. Es gibt sicherlich gute Beispiele, die ich nicht kenne. Aber nach meiner Erfahrung sind wir hier erst am Anfang.

Was es jedoch gibt sind viele Beispiele von einzelnen, die alleine vorangehen und mit Gott im Alltag positive Änderungen und auch Wunder erleben.


Wie groß ist das Reich Gottes?
von Markus Müller (Auszug)

Paulus ringt darum, dass wir im Zusammenhang mit unserem Glauben nicht kleinlich sind und bleiben. Ihm war bewusst, wie unvergleichlich groß die Liebe Gottes ist und wie weit seine Gnade reicht, wie umfassend das Reich Gottes und wie unfassbar das Wirken des Allmächtigen ist (vgl. Mt 21,31; Mk 10,14; Ps 139,7–12; Klgl 3,22.23).

Vor dem Hintergrund göttlicher Größe, vor der Königsherrschaft dieses Herrn, die von keinem Geschöpf begrenzt werden kann und die allen Menschen Barmherzigkeit erweisen will (Jes 9,6; Dan 7,14; Lk 1,33; Mt 28,18; 1Tim 2,4.6), ist menschliche Kleinlichkeit absolut unpassend. Denn: Das Reich Gottes ist größer. All unser Denken, unser Planen, unser Entscheiden, unser Handeln und Tun ist an mehr orientiert. Die Gebete von Paulus (beispielsweise im Epheserbrief) setzen verheißungsvolle Akzente: Um ein Erkennen der alles übersteigenden Liebe von Christus geht es, dass dieser Christus in unseren Herzen Wohnraum hat, dass wir mit diesem Herzen erkennen und „mit den Augen des Herzens sehen“, dass wir mit seiner Kraft ausgerüstet werden und dass wir das Erbe erahnen, das für uns bereitsteht. Wir merken: Einige der Fragen, die uns in unserem Alltag stark beschäftigen, werden plötzlich unwichtiger.

Jesus versucht, uns mit Gleichnissen zu verdeutlichen, was das Reich Gottes und die Königsherrschaft Gottes meint (vgl. etwa die sieben Gleichnisse in Matthäus 13). Das zeigt uns, wie sehr Gott selber um unsere Horizonterweiterung kämpft. Jesus sagt von sich: „Siehe, das Reich Gottes ist nahe herbeigekommen“. Es ist da – siehst du es schon?


Dies waren kleine Auszüge aus drei Beiträgen der nächsten Printausgabe unserer Zeitschrift Charisma, die Mitte Dezember erscheint.
Falls Sie Charisma noch nicht regelmäßig beziehen, bieten wir Ihnen jetzt in dieser vorweihnachtlichen Zeit erstmalig ein kostenloses halbjähriges Schnupperabo an, dass sie hier bestellen können.

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