Charisma 153 > Aus dem Magazin
Geliebt und bevollmächtigt
– wirksames Antidot auf die Süchte unserer Zeit
Ich lerne mehr und mehr, Gottes Liebe aufzusaugen, meine Nöte durch ihn füllen zu lassen, schrieb Phil Pöschl in seinem Lebenszeugnis „Befreiung von Pornografiesucht“ (S.14–15) . Vier Seiten weiter werden Sie etwas über den 2. Ökumenischen Kirchentag lesen. Was der Autor dort weniger thematisiert, ist die Tragödie, die in vielen Veranstaltungen angeschnitten wurde ... und die Menschen einfach nicht zur Ruhe kommen lässt: Wie kann Missbrauch, sexueller Missbrauch gerade in der Kirche geschehen? Woher kommt dieses Suchtverhalten – sogar bei ausgebildeten Geistlichen? ...
Auf einer mehrstündigen Autofahrt von der Kölner Niederlassung der Afrikamissionare bis zum Schloss Hurlach von Jugend mit einer Mission in Oberbayern konnte ich mit dem erfahrenen Seelsorger Ernst Sievers über diesen Themenbereich sprechen: einerseits über die Missbrauch-Problematik, andererseits über den schier unstillbaren Hunger nach Sex und Perversion gerade im Internet.
Pater Sievers kann bezeugen, dass zwei geistliche Erfahrungen sein eigenes Leben und seinen missionarischen Dienst revolutioniert haben. Seit Jahren hält er darüber Exerzitien. In diesen Gnadenerweisen Gottes sieht er die Antwort auf das süchtige Sehnen nach Erfüllung:
1. Der Zuspruch des himmlischen Vaters nach Jesu Taufe am Jordan:
Du bist mein geliebter Sohn. An dir habe ich meine wahre Freude (vgl. Mt 3,17; Mk 1,11. Und Lk 3,22: Du bist es! Mein Sohn, ganz und gar geliebt! Auf dir ruht mein uneingeschränktes Ja. Übers. v. Roland Werner) Nie lesen wir, dass Jesus in seinem Dienst an der Liebe, an dem Rückhalt, an der Bestätigung seines Vaters gezweifelt hätte. Ein Geschenk des Himmels, das ich über die Jahre mehr und mehr zu schätzen weiß, ist die innere Ruhe, die Gelassenheit, die Gewissheit: Gott ist auf meiner Seite. Er kämpft für mich. Er will mein Bestes. Er hat kein Interesse daran, mich auflaufen zu lassen. Er wird mich nicht beschämen, sondern beschützen, nicht verletzen, sondern verbinden, nicht entmutigen, sondern ermutigen. Die Bestätigung des Vaters bildete das Fundament für Jesu Leben und Dienst. Dann wird die Bestätigung durch Mitmenschen nebensächlich.
2. Die Salbung mit dem Heiligen Geist.
In allen vier Evangelien wird dies klar und deutlich hervorgehoben (Mt 3,16; Mk 1,10; Lk 3,21–22a; Joh 1,32–34) als Erfüllung von Jesaja 61,1–2a (vgl. Lk 4,18f). Die Wunder, die Jesus vollbrachte, tat er nicht per se, weil er Gottes Sohn war (er hatte sich ja gemäß Phil 2 „völlig entäußert“), sondern weil Gott mit ihm war, was sich u.a. daran zeigte, dass er mit dem Heiligen Geist gesalbt war (Apg 10,38) und nur das tat, was er (mit seinem „geistlichen Auge“) den Vater tun sah (Joh 5,19f). Diese beiden Erfahrungen – der liebevolle Zuspruch und
die Bestätigung des Vaters einerseits sowie die Salbung mit oder Taufe im Heiligen Geist andererseits – können alle Kinder Gottes und erst
recht seine „berufenen Werkzeuge“ zu Überwindern machen (vgl. Joh 16,33 mit Röm 8,2.9.12.15.31.37–39; 1 Joh 5,4; Offb 12,11;21,7). Doch auch das ist Gnade – charis ...
Gerhard Bially
(Herausgeber der Zeitschrift
Charisma - come Holy Spirit)
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