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Heilungen im Neuen Testament als Anzeichen für das Reich Gottes

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Heilungen im Neuen Testament als Anzeichen für das Reich Gottes
Dr. theol. Heinrich Christian

FRAGE: In letzter Zeit hören wir wieder mehr von Heilungserfahrungen in verschiedensten Gemeinden und durch den Dienst von einigen bevollmächtigten Christen. Erleben wir eine neue Erfrischung durch denHeiligen Geist?

Dr. Rust: Ich bin sehr dankbar, dass in vielen Gemeinden, quer durch alle Konfessionen, der Heilungsauftrag neu gesehen wird. – Es gibt zwar auch in unserer Zeit Heilungsevangelisten, die Gott mit einer außergewöhnlichen Gabe ausgestattet hat, für die Heilung kranker Menschen zu beten. Diese Einzelpersonen, die in einem besonderen Dienst der Heilung stehen, hat es jedoch immer wieder in der Missions-und Kirchengeschichte gegeben. Heute sehe ich allerdings, wie der Heilungsauftrag zunehmend auf eine breite Basis gestellt wird. Es sind nicht mehr so sehr die einzelnen Personen, sondern Gemeinden oder ganze Bewegungen. Dabei geht es auch um das Zusammenwirken der unterschiedlichen charismatischen Begabungsprofile. Seelsorger, Leiter, Lehrer, Menschen mit einer starken Begabung zur Evangelisation und auch der Heilungsdienst von Menschen, die Gott hier besonders beauftragt,immer besser zusammen.
Ich kann mir vorstellen, dass Gottes Geist uns hier noch ein weites Lernfeld vorgibt.Die viel erwartete und erbetene geistliche Erweckung wird nicht so sehr durch einzelne herausragende Charismenträger geschehen, die in einer außerordentlichen Art die Konferenzhallen füllen, sondern es werden die unzähligen Christen sein, die im Alltag die Gaben des Geistes zum Einsatz bringen. Die Charismatische Bewegung wird neu in Bewegung kommen, davon bin ich überzeugt.


FRAGE: Beim nächsten „Gesundheitskongress“ werden Sie über die Bedeutung des Glaubens im Heilungsgeschehen sprechen. Wir haben Vertreter in der charismatischen Bewegung,für die der persönliche Glaube des Kranken an die Heilung durch Jesus Christus und das eigene Ergreifen der Heilung von zentraler Bedeutung sind. Geht es darum?

Dr. Rust: Ja, ich möchte genau auf diese Facetten des Heilungsgeschehens einmal genauer eingehen. Der Glaube ist eine Gabe Gottes. Die Berichte der Bibel zeigen auf, dass Heilungen auch in einem Zusammenhang mit dem Glauben stehen können. Da ist zum einen der Glaube des Leidenden und Hilfesuchenden, dann der Glaube von Freunden und Nahestehenden oder auch der Glaube der Betenden zu sehen. Da wo kein Glaube ist, können auch die Zeichen des angebrochenen Reiches Gottes ausbleiben. Glaube iste i nFaktor, wenn es um Heilung geht, aber er ist nicht der alleinige Faktor. gibt – Gott sei es geklagt – unzählige Menschen, die all ihren Glaubenzu Gott gebracht haben, aber sie haben dennoch nicht die erwartete Heilung empfangen. Haben sie deshalb zu wenig geglaubt? Ich halte es für unverantwortlich, den Glaubensfaktor als den einzigen Faktor für Heilung zu beschreiben, und dannwomöglich noch einem Menschen, der keine Heilung erfahren hat zu sagen: Du glaubst zu wenig! Der Glaube orientiert sich ja immer auch an den Verheißungen Gottes; genau an dieser Stelle kommen wir auf die „eschatologische Dimension“ des Evangeliums zu sprechen.

FRAGE: Zu diesem Thema wird ja auch Prof. Dr. theol. Jürgen Moltmann einen Beitrag auf dem 3. Gesundheitskongress bringen. Sie kennen ihn besser als wir. Könnten Sie etwas zu den Schwerpunkten seines Vortrages „Zur eschatologischen Dimension von Heilung“ sagen?


Dr. Rust: Die spontanen Heilungen, die uns das Neue Testament bezeugt, werden als Anzeichen für das neu angebrochene Reich Gottes beschrieben. Zudem wird uns auch gesagt, dass Gott erst im Himmel alle Tränen abwischen und der Tod dann nicht mehr sein wird. Hier gibt es also eine Spannung zwischen dem „Schon jetzt“ und dem „ Noch nicht“ der Heilung. Auch jemand, der in dieser Weltzeit hier eine vom Geist Gottes gewirkte „wunderbare“ spontane Heilung erlebt wirdaltern und auf den Tod zusteuern. Solange noch gestorben wird, leben wir in dieser Spannung.
Zudem gibt es noch einen weiteren Akzent, den wir in diesem Zusammenhang auch bedenken wollen: Heilung ist nicht nur auf die individuelle, persönliche Heilung eines Menschen zu beschränken. Gott hat die Heilung der gesamten Schöpfung im Blick; es geht um Heilung von Beziehungen, es geht um die Heilung der Völker, ja, es geht um eine geradezu kosmische die Jürgen Moltmann immer wieder deutlich macht. Die gesellschaftlich-politische Dimension,Heilung der Beziehungen der Völker u.ist in diesem Zusammenhang mit zu bedenken .
Für den einen oder anderen mag das alles zu umfassend klingen. Und dennoch sind diese Fragestellungen hoch aktuell: Wo fängt Leben an, wo hört Leben auf? Was kann ein „gesundes Gesundheitssystem“ in einem Land bewirken, wenn die sonstigen gesellschaftlichen Strukturen krankmachend sind (Stress, ungerechte Verteilung von Chancen, Vermarktung des Lebens)? All diese Fragestellungen verbergen sich hinter dem Stichwort der „eschatologischen Dimension von Heilung“. Jemand, der diese eschatologische Dimension von Heilung im Blick behält, kann seinen Dienst an dem erkrankten Menschen mit einer Weitsicht und einer von Gott gewirkten Zuversicht tun. Der Seelsorger, der Therapeut, die Pflegenden oder die Ärzte, sie allen können sich als ein Werkzeug in der Hand dessen sehen, der einmal alles vollenden wird.

Weitere Informationen zum 3. Gesundheitskongress finden Sie
hier.



Zum Autor:
Dr. theol. Heinrich Christian Rust ist ein gefragter Redner in vielen Kirchen und Gemeinden unterschiedlicher Konfession. Er ist Hauptpastor in der Friedenskirche Braunschweig.
In der neuen Charisma-Printausgabe, die Mitte Dezember erscheint, lesen Sie von seiner prophetischen Schau für die Zukunft.




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