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Helmut, Brückner - Warum ich kein Atheist bin

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Warum ich kein Atheist bin
Thesenpapier von Prof. Dr. Helmut Brückner

Objektive Gründe

(1) Frage nach dem Ursprung und dem Funktionieren unserer Welt

Ursprung des Universums

Warum ist etwas und nicht vielmehr nichts? Die Frage nach dem Ursprung des Universums führt letztendlich auf die Frage nach dem Uratom bzw. der ersten Singularität. Sie ist im Grunde nur axiomatisch beantwortbar. Von den Alternativen — (a) es gibt einen Schöpfer; (b) die Materie ist ewig; (c) wir können es nicht wissen — ist die des Schöpfers die beste (gegen b: es gibt Anti-Materie; gegen c: unbefriedigend).
Mathematische Beschreibbarkeit unserer Welt
Warum gibt es Naturgesetze? Warum gilt E = mc2? „Wer bläst den Gleichungen Odem ein und erschafft ihnen ein Universum, das sie beschreiben?” (Stephen Hawking).

Ursprung der Information

Jede Information braucht eine Quelle, einen Sender. Der genetische Code verweist auf einen Codierer (Programmierer). Es ist sinnvoll, Gott als Quelle der Urinformation anzunehmen.

Anthropisches Prinzip

Die Feinabstimmung des Universums mit der Gültigkeit der sog. Naturkonstanten und der physikalischen Gesetze ist ein Hinweis auf Planung.

(2) Frage nach der Wirklichkeit

Rationalismus kann nicht das oberste Prinzip sein
Der Rationalismus reduziert die Wirklichkeit unzulässig auf nur einen Teilbereich. Mit Ratio als alleinigem Werkzeug sind die Bereiche (Dimensionen, Sphären) der Liebe, Schönheit, Ästhetik und Kunst nur ungenügend erfassbar.

Transzendenz

„Wirklichkeit ist, was wirkt" (Heidegger). Man kann die Wirklichkeit in all ihren Erscheinungsformen, Ausprägungen, Facetten besser verstehen, wenn man einbezieht, dass es Transzendenz (Bereichejenseits des Erkenntnishorizontes) gibt. So sind z.B. auch Wunder und parapsychologische Phänomene integrierbar.

Wahrheit vs. Wahrscheinlichkeit
Die Naturwissenschaften arbeiten experimentell nach dem Prinzip der Induktion. Daher sind ihre Aussagen mehr oder weniger wahrscheinlich. Bei Wahrheit handelt es sich um eine andere Kategorie, die damit nicht erfassbar ist. Die Geschichte der Naturwissenschaften lehrt Bescheidenheit. „Der nächste Einstein kommt bestimmt."

(3) Frage nach der Ethik

Wertemaßstab
„Wenn es keinen Gott gibt, ist alles erlaubt" (Dostojewski). Die Notwendigkeit der friedlichen Koexistenz aller Menschen auf dieser Erde erfordert ein Wertesystem, einen ethischen Kodex [? Dekalog (10 Gebote)].

Faszination Jesus von Nazareth
Jesus lebte in der Gewissheit, dass Gott sein Vater war. In ihm wird das, was wir als 4D-begrenzte Menschen von Gott wissen können, am umfassendsten offenbar [„In ihm hat die ganze Fülle der Wirklichkeit Gottes körperliche Gestalt angenommen und wohnt in ihm." (Kolosserbrief 2,9; Bibelübersetzung: Das Buch)]. Er verkörpert sozusagen die Spitze der Erkenntnispyramide. Das von ihm geforderte und selbst gelebte Gebot der Feindesliebe markiert das ethisch-moralisch höchste Niveau (vgl. Bergpredigt: Matthausevangelium, Kap. 5-7).

(4) Suche nach den Spuren Gottes in unserer Welt

Spuren in der Ethnologie

Die meisten Völker dieser Welt haben ein Wissen um einen (Schöpfer-) Gott.

Spuren in der Archäologie
Viele Funde und Befunde belegen die historische Glaubwürdigkeit der Bibel (Existenz der Hethiter, Hiskia-Tunnel, Qumran-Funde etc.).

Subjektive Gründe

(1) Vorbilder
Jeder Mensch braucht Vorbilder. Die Vorbilder, die den christlichen Glauben lebten und leben, laden zur Nachfolge Jesu Christi ein: Mutter Teresa, Elisabeth von Thüringen, Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf, August Hermann Francke, Hildegard von Bingen, Albert Schweizer, Edith Stein, Dietrich Bonhoeffer...

(2) Erfahrung
Persönliche Erfahrung von Gottes Existenz im Wort Gottes, im existenziellen
Angesprochensein von einzelnen Bibelstellen, in der Begegnung mit anderen Menschen, in bestimmten Lebenssituationen, im Leid, im Gottesdienst, im Alltag...

(3) Christsein als umfassendes Lebenskonzept
Orientierung an Jesus Christus als Gott und Herrn des Lebens; tragfähiges Fundament für Zeit und Ewigkeit; Geist Gottes als Quelle der Offenbarung und Inspiration; Zugehörigkeit zur weltweiten Gemeinschaft der Christen...

Denkzettel:
Wir alle müssen uns für Grundannahmen entscheiden, von denen wir ausgehen. Dafür stehen nicht viele Optionen zur Verfügung — eigentlich nur zwei. Entweder verdankt die menschliche Intelligenz ihren Ursprung geistloser Materie, oder es gibt einen Schöpfer. Es befremdet, wenn einige behaupten, dass ihre Intelligenz sie dazu bringt, Ersteres dem Zweiten vorzuziehen" (Lennox, 2009: S. 295).

Literaturhinweise
Institut für Glaube und Wissenschaft: www.iguw.de
Lennox, J. (2009): Hat die Wissenschaft Gott begraben? Eine kritische Analyse moderner Denkvoraussetzungen. — 327 S., SCM R. Brockhaus, Witten.
Lütz, M. (2007): Gott – eine kleine Geschichte des Größten. — 320 S., Pattloch Sachbuch.
McGrath, A. (2007): Der Atheismus-Wahn. Eine Antwort auf Richard Dawkins und den atheistischen Fundamentalismus. — 149 S., Gerth Medien, Asslar.
Werner, R. (2005) Christ werden – Mensch sein. — 64 S., Francke-Buchhandlung, Marburg. Werner, R. (2006): Zehn gute Gründe, Christ zu sein. — 96 S., 8. Auflage, Aussaat Verlag.
Werner, R. (2006): Zehn gute Gründe, Christ zu sein. - 96 S., 8. Auflage, Aussaat Verlag.




Zur Person von Helmut Brückner
(bis 2009 Universität Marburg, jetzt Universität Köln)
siehe
http://idw-online.de/pages/de/news278455



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