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Hoffnung und Freiheit trotz Missbrauch und Selbstmordversuchen

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Hoffnung und Freiheit trotz Missbrauch und Selbstmordversuchen
von Fiona Horrobin


Ich werde den Tag nicht vergessen, an dem Sarah, ähnlich einem siedendenden Dampfkochtopf, kurz davor war zu explodieren. Ich erkannte dies an der ungewöhnlichen Stille, welche jeweils einer Entladung ihrer unterdrückten Emotionen vorausging. Die Ungerechtigkeit, die sie im innersten Kern ihres Wesens erlebte hatte, entfesselten einen Wutausbruch in ihrem mehrschichtigen Schutzsystem.

Mit einem Teil ihres Verstandes sagte sie sich: „
Es ist alles in Ordnung mit mir, ich muss mich nur zusammenreißen und mich mehr anstrengen.“ Sarahs Verstand und Intelligenz versuchten ihr selber und uns klarzumachen, dass sie vollkommen normal und fähig war, wie jeder andere Mensch zu „funktionieren“. Sie argumentierte, dass sie ausschließlich psychiatrische Hilfe bräuchte, um zur Ruhe zu kommen und sich von ihrem Zusammenbruch zu erholen. Nach außen erweckte sie den Eindruck allem, worum wir sie baten, ohne Murren nachzukommen, aber in ihrem Innern sah es ganz anders aus.

Zu irgendeinem früheren Zeitpunkt muss sie die persönliche Grenze ihrer Belastbarkeit erreicht haben. An diesem Tag war, bildlich ausgedrückt, ihr inneres elastisches Band zerrissen. Psychiatrische Hilfe und starke Medikamente wurden notwendig, um sie vor sich selbst und ihrem Verlangen zu sterben zu schützen. Die wahre Sarah war nicht mehr fähig, den Schmerz des jahrelangen Missbrauchs und der Verwüstung zu unterdrücken.

Als wir mit ihr zusammen begannen, ihre Vergangenheit aufzuarbeiten, wich die anfänglich äußere „Normalität“ mehr und mehr einem inneren Meer von Schmerz und Zerbrochenheit. Im innersten Kern ihres Wesens war die unerschütterliche Überzeugung, dass sie schlecht, ja sogar sehr schlecht sei, und dass alle anderen gut wären. Das Gift dieser Lüge war so mit dem Fundament ihrer Persönlichkeit verwurzelt, dass keine menschliche Kraft oder Argumentation etwas dagegen ausrichten konnte. Es verwundert nicht, dass der psychiatrische Berufsstand unsere Hilfe zu einer gewissen Zeit als potentiell gefährlich einstufte – und das war es auch! Würde Sarah die Suche nach der Wahrheit, was ihr in ihrem Leben wirklich zugestoßen ist, überleben? Dies war wirklich eine relevante Frage von hoher Bedeutung.

Letztlich war der innere Wunsch zu sterben bis zu Sarahs äußerer Realität durchgedrungen, und sie wollte sterben – in der Annahme, dass es für alle das Beste wäre, wenn sie aus diesem Leben schied. Sie war nicht einfach eine durchschnittliche oder vielleicht etwas schwierige Hilfesuchende. Ihr ganzes Leben war auf dem Glauben aufgebaut, sie sei so schlecht, dass sie den unvorstellbaren Missbrauch, den sie erlitten hatte, verdient habe.

Menschliche Liebe

Der vollständige Mangel an Liebe, die ein fundamentales Grundbedürfnis jedes Menschen ist, hat Zerstörung und totale Selbstaufgabe zur Folge. Die Konsequenz dieses heftigen Verlangens nach den fundamentalsten menschlichen Bedürfnissen darf nicht unterbewertet werden. Sarah fing an zu verhungern. Ihr Körper reflektierte das Verhungern in ihrer Seele. Sie begann die Nahrung, die ihren Leib nähren und erhalten sollte, abzulehnen. In Gesellschaft aß sie wie alle anderen, und wenn sie dann allein war, übergab sie sich regelmäßig. Sie hatte immer mehr Ekel vor sich selbst, dass sie einfach alles, was ihr gut tun würde, ablehnte.
Die Herausforderung für uns, sowohl Familie als auch Seelsorger, war, wie wir eine so leere, verletzte und zerbrochene Seele erreichen könnten? Wäre es möglich, dass menschliche Liebe, ausgedrückt durch unseren christlichen Glauben und unsere Herzen, ihren Mangel ausfüllen und ihre Schmerzen heilen könnte?

Explosion

„Mein Schmerz, das bin ich, das ist, wer ich bin!“ brach es schließlich aus Sarah hervor.

„Du kannst mich nicht loswerden.“ – „Ich hasse Liebe!“ – „Liebe tut weh!“ – „Liebe missbraucht einen!“ Dies machte heftigem Schluchzen und Kopfschütteln Bahn. Ihre Ermüdung und Erschöpfung kam zutage und schlussendlich schrie sie: „Ihr versteht nicht, was in mir drin ist. Das ist für jeden zu viel und zu schwer, ich muss zurück in die Klinik.“ Wir waren ganz bestürzt über dieses Schreien.

Ungerechtigkeit

Was konnten wir dazu sagen? Welche Worte oder Vorgehensweise wären die Antwort? Sarah hatte ein Leben lang wegen etwas gelitten, was sie aus eigener Kraft nicht ändern konnte und wofür sie keine Schuld traf. Wäre Strafe für die Missbraucher die Antwort? Wir haben darüber lange diskutiert. Aus der Tiefe von Sarahs Seele kam der Wunsch nach Vergeltung und doch konnte nichts dieser Ungerechtigkeit Genüge tun. Gefängnis, ja sogar Todesstrafe wäre nicht genug gewesen. Sie hätte sich für eine Weile besser gefühlt, aber es hätte nie die schreiende Ungerechtigkeit in ihr zum Schweigen gebracht.

Der Weg zur Heilung

Als Sarahs Seelsorger waren wir herausgefordert, Gott noch mehr zu suchen, um angesichts des Unmöglichen auf diesem Weg mit ihr durchzuhalten. Diese Gnade kam aus unserem Innersten. Niemand aus unserem Team wird behaupten, dass es einfach war. Es gab Herausforderungen, die uns an den Rand des Aufgebens brachten. Oft ging es über unsere menschliche Kraft. Aber gerade dann bekamen wir geistliche Offenbarungen und geschahen Durchbrüche, die uns motivierten, weiterzumachen.

Sarahs Geschichte ist ein lebendiges Zeugnis dafür, dass Gott heilen will und es auch tut. Ohne die Richtschnur des lebendigen Wortes Gottes, das wir praktisch anwendeten und lebten, wären wir nicht fähig gewesen, Sarah in dem Ausmaß zu helfen, wie wir es erlebt haben. Ohne Zweifel war da etwas in Sarahs Leben am Werk, was unsere eigenen menschlichen Anstrengungen und Begabungen bei Weitem überstieg. Dieses Etwas war eine Beziehung, an die sie sich mit aller Kraft festklammerte, nämlich ihre Beziehung zu Jesus Christus. Unzählige Male erlebten wir, als wir mit Sarah in Gottes Wort forschten und nach Antworten suchten, dass wir gemeinsam auf grundlegende Wahrheiten, Edelsteinen gleich, stießen. Die Bibel wurde lebendig und gab neue Ausrichtung mit Hoffnung, Liebe und Bestimmung. Das allerwichtigste ist, dass dies Sarah in die Freiheit führte.
Hass hatte ihr Leben zerstört, aber die Liebe triumphierte! Diese Liebe war von Gott, die Liebe des Schöpfers zu seinem Geschöpf, der Vater für sein Kind. Er rettete Sarah und stellte sie wieder her und in diesem Prozess hat er auch uns berührt und verändert.

Fiona Horrobin


Zur Autorin:

F. Horrobin ist leitende Mitarbeiterin bei „Ellel Ministries International (Über den Dienst von „Ellel Ministries“ siehe: www.ellelgermany.de)

Inzwischen ist Sarahs Lebensgeschichte auch als Buch erschienen:
http://www.wordstore24.net/epages/charisma.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/charisma/Products/5250396




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