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Ich mache sie zu einer Nation

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Ich mache sie zu einer Nation

Siehe, ich nehme die Söhne Israel aus den Nationen heraus, wohin sie gezogen sind, und ich sammle sie von allen Seiten und bringe sie in ihr Land. Und ich mache sie zu einer Nation im Land ... (Hesekiel 37, 21ff)
Christus spricht:
Da er aber ihre Gedanken wusste, sprach er zu ihnen: Jedes Reich, das mit sich selbst entzweit ist, wird verwüstet; und jede Stadt oder jedes Haus, die mit sich selbst entzweit sind, werden nicht bestehen (Matthäus 12, 25).

Obiges Wort ist eine ernste Warnung an alle, die innerlich zerrissen sind und mahnt dringend, die Einheit mindestens nach außen allzeit zu bewahren. In Israel, worauf sich dieser Artikel bezieht, ist ein zunehmender Zwiespalt zwischen Orthodoxen und Säkularen zu beobachten, der auch von heftigen sozialen Spannungen flankiert wird.

Einerseits
konnten die Israelis bei dem säkularen Jahreswechsel mit einiger Befriedigung auf 2011 zurückblicken. Es gab auf diplomatischem, politischem, ökonomischem und militärischem Gebiet keine Katastrophe. Auf wirtschaftlichem Gebiet könnten die Zahlen entgegen dem weltweiten Trend kaum besser sein. Das Wachstum betrug 4,8% mit starkem Anstieg des Exports und die Arbeitslosigkeit liegt mit 5,6% im Vergleich sehr niedrig. Eine hohe Zahl von Einwanderern ließ die Bevölkerung auf ein Allzeithoch von 7,8 Millionen steigen, von denen 80% Juden sind. Diplomatisch konnte Israel bei der UNO dem starken Gegenwind trotzen, Erfolge verzeichnen und Gilad Schalit ist wieder frei.

Andererseits
verstärken sich die internen Probleme ständig. Man kann mit Fug und Recht bereits von einem Aufstand der jüdischen Siedler in Judäa und Samaria gegen die Zentralregierung sprechen. Am 12. Dezember stürmte eine Gruppe von etwa 50 jungen Siedlern, sie nennen sich „Berggipfeljugend“, einen Armee-Stützpunkt im Jordantal und demolierten die Einrichtung und Fahrzeuge. Sie wollten der Regierung klarmachen, dass sie für die Durchsetzung von Knesset-Beschlüssen einen hohen Preis zu zahlen hat, wenn sie Juden daran hindert, das „biblische Erbe“ anzutreten. Das Gespenst eines Bürgerkrieges von Juden gegen Juden wird in den Köpfen wieder wach. PM Netanjahu nannte die Gruppe „Terroristen“ und verlangte, dass die Armee hart durchgreift.

Ist die Demokratie in Israel in Gefahr?
Diese Frage stellen sich einflussreiche Kreise in Israel ganz offen und leider gibt es zahlreiche Anzeichen dafür. Die Orthodoxie sieht sowieso einen unüberbrückbaren Gegensatz zwischen Torah und Demokratie! Vom rechten Flügel der Gesellschaft wird mit großem Nachdruck die Einschränkung der Grundrechte des Menschen betrieben, darunter hauptsächlich die Religionsfreiheit, die Rede- und Meinungsfreiheit und jede Art des Liberalismus. Dadurch werden Nicht-Juden und „Abtrünnige“ zu Bürgern zweiter Klasse mit erheblich eingeschränkten Rechten. In einer echten Demokratie darf aber die Mehrheit Minderheiten nicht unterdrücken. Alle Bürger müssen vor dem Gesetz absolut gleich sein. Israel kann nur ein sicherer Hafen für alle Juden bleiben, wenn es ein demokratischer Staat ist. Das ist gefährdet, denn der Charakter der israelischen Gesellschaft ändert sich gegenwärtig.

Das geht so weiter, denn der ultra-orthodoxe Bevölkerungsanteil wächst erheblich schneller als der gemäßigte oder säkulare. Zudem gehen heute schon 28% der Schulpflichtigen in eine ultra-orthodoxe Schule und sind orthodoxen Moralregeln unterworfen. Einen Aufstand gab es vor kurzem in Beit Shemesh, weil ein Haredi (Ultra-Orthodoxer) das achtjährige Mädchen Na‘ama auf dem Schulweg anspuckte, da sie seiner Meinung nach nicht züchtig gekleidet war. Die Jerusalem Post titelte:
„Die Macht der Tränen Na‘ams“. Dieser Vorgang wird noch weitere Aufstände nach sich ziehen. Den Mädchen ist sogar das Singen verboten, weil die Stimme einer Frau in der Öffentlichkeit nicht gehört werden darf. Selbst Väter dürfen bei Schulfeiern ihrer Töchter nicht anwesend sein, wenn gesungen wird. Soldaten wurde von extremen Rabbinern geboten, eher „den Tod zu wählen“ als bei Gesang von Frauen anwesend zu sein. Das schränkt die bisherige Gleichberechtigung von Frauen und Männern in der Armee erheblich ein. Der Extremismus ging so weit, dass Rabbiner den Mut und die Hingabe von Baruch Goldstein, der in einer Moschee in Hebron 29 Muslime tötete und 150 verletzte, lobten und ihn zusammen mit Jigal Amir, dem Mörder Isaac Rabins, als bewundernswerte Vorbilder hinstellten.

Es wurde auch schon der Versuch eingeleitet, die Hoheit des Obersten Gerichts als Regulativ gegen Einschränkung der Menschenrechte auszuschalten. In der Knesset wurden Gesetzesvorlagen mit dem Ziel eingebracht, die Ermittlungen gegen Menschenrechtsorganisationen und Gruppen, die Vorgänge der IDF untersuchen, gesetzlich zu erleichtern. Die Radio-Station der Friedensbewegung wurde bereits geschlossen. Das läuft den Grundsätzen der Gründungsväter Israels - z.B. Ben Gurions - völlig zuwider. Eben wegen der bösen Erfahrungen der Juden in der Diaspora sollte Israel ein vorbildlicher Staat mit gleichen Rechten für alle sein. Die Zugehörigkeit zu einer Volksgruppe, Religion oder Kultur durfte in der Gründungszeit keinen Unterschied machen. Heute hat man den Eindruck, dass die Erfahrungen des zweiten Weltkriegs in Vergessenheit geraten sind.

Statt eine kritische oder gar richtende Position einzunehmen, möchte ich Sie einladen mit mir, mit uns zu beten, dass diese Selbstzerstörung im Volk nicht weitergehen möge! Den inneren Zusammenhalt der israelischen Gesellschaft möge der Herr schaffen!

Eckhard Maier


Zum Autor:
Eckhard Maier ist Gründer und Vorsitzender von „Fürbitte für Israel e. V.“ mit Sitz in Karlsbad.
Ausführlicher äußert er sich auf unserer Website unter „Gebet für Israel“ (siehe Startseite).


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