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Ist unser Glaube Privatsache?

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Ist unser Glaube Privatsache?



In den letzten Jahrzehnten haben Christen in unseren Breitengraden vielfach spüren müssen, dass der Glaube an Jesus Christus auf eine „private Ebene“ abgedrängt wurde. Christsein wird in unserer Gesellschaft offenbar nur dann toleriert, wenn es sich auf die persönliche Gottesbeziehung, auf die Glaubenspraxis „im stillen Kämmerlein“ oder in dafür abgesonderten Kirchen begrenzt.

Es gibt zwei Hauptgründe, wieso es – bereits seit Jahrhunderten – zu dieser Entwicklung kommen konnte:
- Schon früh drangen griechische Philosophien in die Kirche ein. Platonisches Gedankengut und Gnosis haben dazu beigetragen, dass sich im Denken eine Trennung zwischen den „geistlichen“ und den „weltlichen“ Bereichen des Lebens eingenistet hat.
- Später in der Zeit der Aufklärung wurde der Mensch mit seiner Vernunft zur höchsten Autorität gekrönt. Im Deismus wurde Gott noch als Schöpfer anerkannt, aber man dachte, er sei nicht in der Lage – oder nicht Willens – in die Geschehnisse auf der Erde einzugreifen.

Hieraus hat sich eine neue Hierarchie-Struktur entwickelt, in der auf einmal der Staat – und nicht mehr Gott – die höchste Autorität war. Ihm sollten sich alle Lebensbereiche – von der Wirtschaft über Erziehung, Familie und Religion bis zur Kunst – unterordnen. Aber wenn Gott tatsächlich Gott ist, dann ist er die letzte Autorität hinter allem, dann lässt er sich nicht in eine private Ecke abschieben. Wenn er Gott ist, dann ist er Gott über allem. So ist er in Wahrheit nicht nur über dem Einzelnen die letzte Autorität, sondern auch über allen Gesellschaftsbereichen.

In der Bibel finden wir Gottes Modell für eine Nation: In den fünf Mose-Büchern wird am Beispiel von Israel gezeigt, wie eine „Gesellschaft unter Gott“ funktionieren kann. Sehr schnell merkt man, dass Gott – über die 10 Gebote hinaus – Regelungen für alle Lebensbereiche erließ: Sie betrafen Gesundheitswesen und Hygiene genauso wie die Rechtsprechung, die Anbetung Gottes genauso wie Wirtschaft und Regierung. Das Volk Israel hatte deshalb schon immer eine ganzheitliche Sicht des Lebens: Man kannte keine Trennung von „weltlichen Bereichen“ und Bereichen, in denen Gott die Herrschaft hat. Das Leben ist eine Einheit. Deshalb ist das Arbeiten genauso selbstverständlich „unter Gott“ wie der Gottesdienst.

In unserem Missionswerk
Jugend mit einer Mission (JMEM) wurde 1975 von Loren Cunningham die Idee aufgegriffen, Einflussbereiche der Gesellschaft zu benennen und zu überlegen, was es bedeutet, sie nach dem Willen Gottes zu gestalten. Dieses Anliegen hat er mit anderen Missionsleitern wie Bill Bright von Campus für Christus geteilt.diesem Zusammenhang wurden sieben Einflussbereiche definiert:
- Erziehung/Bildung
- Regierung
- Familie
- Religion/Kirche
- Sport/Unterhaltung/Kunst
- Kommunikation/Medien
- Wirtschaft/Technologie/Naturwissenschaft

In seinem Buch
The Book That Transforms Nations* beschreibt Loren Cunningham mit vielen Beispielen, wie es ist, wenn eine Nation unter der Autorität Gottes lebt und biblische Prinzipien anwendet.

Dieser Herausforderung müssen wir uns heute neu stellen. Unser Glaube an einen absoluten Gott hat Auswirkungen auf unser Handeln im Alltag. Es geht nicht darum, einen christlichen „Gottesstaat“ zu bauen, sondern darum, Glauben und Nächstenliebe zu leben, eine höhere Autorität anzuerkennen, für Menschenrechte einzustehen und die Gesellschaft mit ihren Lebensbereichen, wie sie oben genannt sind, wieder neu mit christlichen Werten zu prägen.

Das ist eine große Aufgabe. Aber wir können sie meistern, wenn wir unseren Glauben nicht nur als „Privatsache“ verstehen, sondern wenn wir in unserer Gesellschaft – und zum Wohl unserer Gesellschaft – unserem Glauben entsprechend handeln.

Frank Bauer


Zum Autor:
Frank Bauer (41) ist erster Vorsitzender des Deutschlandverbands von Jugend mit einer Mission, dem neun Zentren und einige lokale Teams angehören, und arbeitet im JMEM-Zentrum in Hurlach (Oberbayern) mit, wo er die Schule für Biblisch-Christliche Weltanschauung (SBCW**) aufgebaut hat. Er ist verheiratet und Vater von drei Kindern.


Lesetipp und Link

* Loren Cunningham, The Book That Transforms Nations, YWAM Singapore Publishing 2006,981-05-5943-7 (vgl. 9781576583814)

**
Schule für Biblisch-Christliche Weltanschauung (SBCW): http://sbcw.de/deutsch,
http://www.sbcw.ch


Die neue Ausgabe von
Charisma – come Holy Spirit „Gott kennen und ihn bekannt machen“ (50 Jahre Jugend mit einer Mission) kann hier bestellt werden.

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