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Loveparade – Deathparade

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Loveparade – Deathparade

Augenzeugenberichte und geistliche Einschätzung


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24 Juli 2010. Es klingelt. Eine Mitarbeiterin der Düsseldorfer Heilungsräume steht vor unserer Tür. Sie kommt gerade aus Duisburg, wo sie am alten Güterbahnhof eine junge Frau treffen wollte, um sie nach Lüdenscheid für eine Drogentherapie zu begleiten. Dass dort die „Loveparade“ stattfindet, wusste sie gar nicht.

„Als ich auf den Tunnel zuging, sah ich aus einiger Entfernung schon meine Bekannte, doch plötzlich traute ich meinen Augen nicht: Eine riesige Menschenmenge drängte aus dem Tunnel heraus und es schien, als ob sie meine Bekannte einfach wegschieben, vielleicht sogar niedertrampeln. Sofort schoss es mir durch den Kopf: ‚Nichts wie zurück!‘ Ich wusste, ich konnte nichts ausrichten, konnte der Menschenmenge nicht entgegenrennen, um nach meiner Bekannten zu suchen, ich konnte nur zurück in den Bahnhof flüchten. Während ich in einen ICE sprang, erreichten die ersten Verwundeten den Bahnhof. Der ICE in Richtung Düsseldorf wartete noch weitere 10 Minuten. Er wurde immer voller – mit traumatisierten, teilweise verletzten Loveparade-Besuchern. Bereits im Zug versuchte man zu helfen. In Düsseldorf erwartete uns medizinisches Personal …“

Gemeinsam beteten wir. Immer wieder versuchten wir, die in den Nachrichten eingeblendete Notrufnummer zu erreichen. Das Handy der Duisburger Bekannten sagte schon lange keinen Ton mehr. Am späten Abend dann die erlösende Botschaft: Die junge Frau lebt.

Welche Verantwortung haben wir Christen?

Ein britisches Ehepaar, Margaret und Phil Daniell,berichtet:

„Das Gelände der Loveparade ist nur 20 Minuten von unserer Wohnung entfernt. Vor zwei Wochen haben wir auf diesem Gelände (auf dem alten Güterbahnhof) mit drei Pastoren aus Duisburg und ungefähr 20 weiteren Christen aus Duisburg und Düsseldorf gebetet. Einige von uns hatten immer noch geglaubt (oder zumindest gehofft), dass die Loveparade nicht stattfinden würde ...

Von den Nachrichten am Samstag, dem 24. Juli, waren wir tief betroffen und haben den Herrn gefragt: ‚Was bedeutet das?‘Er hat uns im Gebet auf eine Bibelstelle in Lukas 13,4 –5 hingewiesen:
Erinnert euch an die 18 Leute, die starben, als der Turm von Siloah einstürzte. Glaubt ihr wirklich, dass ausgerechnet sie die schlimmsten Sünder in Jerusalem waren? Nein! Aber wenn ihr euer Leben nicht ändert, wird es euch ebenso gehen.

Während die Welt nach den Schuldigen sucht, sollten wir, als Einzelne und als Gemeinden, uns dem Herrn zuwenden und – ähnlich wie Nehemia und Daniel – (stellvertretende) Buße tun, in dem wir uns mit unter die Schuld stellen, die Verantwortliche wie auch Besucher auf sich geladen haben. Erinnern möchten wir in diesem Zusammenhang an 2.Chronik 7,14:
Wenn dieses Volk, das meinen Namen trägt, seine Sünde bereut, von seinen falschen Wegen umkehrt und nach mir fragt, dann will ich ihnen vergeben und ihr Land wieder fruchtbar machen (heilen).


Eva Herman kritisiert Loveparade – und gerät erneut in die „Medien-Mühle“

Bereits einen Tag nach der „Dance or Die“-Loveparade veröffentlicht Eva Hermann einen mutigen Artikel auf ihrer Website. Sie nimmt die Exzesse der Loveparade aufs Korn und geißelt die Profit- und Imagesucht von Politikern und Veranstaltern sowie unsere Spaß-Gesellschaft schlechthin. Auch wenn vieles, was sie sagt, wahr ist, geht der Schuss nach hinten los: Ihre Kritik wird als lieblos und verletzend empfunden – besonders ihr Fazit: „... das amtliche Ende der ‚geilsten Party der Welt‘, der Loveparade, dürfte mit dem gestrigen Tag besiegelt worden sein! Eventuell haben hier ja auch ganz andere Mächte mit eingegriffen, um dem schamlosen Treiben endlich ein Ende zu setzen. Was das angeht, kann man nur erleichtert aufatmen! Grauenhaft allerdings, dass es erst zu einem solchen Unglück kommen musste.“

Kein Wunder, dass tags darauf DER TAGESSPIEGEL bereits kontern musste: „
Die Skandal-Moderatorin Eva Herman (52) verglich auf der Internet-Seite ihres Verlages das Loveparade-Drama mit Sodom und Gomorrha …Eine Verhöhnung der Opfer.“

Helmut Schümann
vom Tagesspiegel nannte Herman „eine schamlose Person“. Schamlos scheint aber eher er selbst zu sein. Schümann wörtlich: „Wenn man ihre intellektuellen Fähigkeiten für stark ausbaubedürftig hält, liegt man wahrscheinlich richtig ... Eva Herman stellt die Katastrophe somit als Gottesurteil dar, als Strafe Gottes für unzüchtiges Treiben. ‚Viele der Partygäste‘, schreibt sie auf einer Internetseite, ‚wirkten auch in diesem Jahr bereits vor dem Unglück wie ferngesteuert. Betrunken oder vollgekifft.‘ Mal abgesehen davon, dass Ecstasy die Droge der Loveparade war (Hervorhebung G.B.) und kein Joint – aber warum soll Eva Herman das wissen –, mal abgesehen davon, dass sie auch sonst nichts weiß, es sind 20 Menschen ums Leben gekommen! Elendigst! Zerquetscht! Niedergetrampelt! Es waren Menschen, die vorher fröhlich waren, die feiern wollten. Tot! Und diese schreckliche Eva Herman faselt von Gottesurteilen ...“
Problematisch wäre es schon, den Tod von 21 Loveparadebesuchern als ein Gottesgericht zu deuten. Doch ob Eva Herman genau das gemeint hat? Auf alle Fälle scheint uns das Zeugnis eines gläubigen Vaters, das uns diese Woche in der Charisma-Redaktion erreichte, dem wahren Charakter Gottes eher zu entsprechen …

Sollen wir beten?
Jener Vater schreibt, dass seine Tochter, die bei der Loveparade dabei war, noch einmal zum Platz des Geschehens fahren wollte: „Wir kamen am Tunnel an, wo Hunderte Menschen still und trauernd verweilten. Mittlerweile kamen meiner Tochter die ersten Tränen. Sie erkannte, welch ein Glück sie im Unglück gehabt hatte. Bilder der verstorbenen Menschen mitten zwischen Blumen und Tausenden Kerzen gingen schon unter die Haut.

Auf einmal sagte sie: ‚Sollen wir beten?‘ Ich betete. Direkt danach erfuhren wir, dass ein Gedenkgottesdienst abhalten wird. Wir blieben. Nach einigen schönen besinnlichen Liedern predigte jemand eine klare, mitfühlende Botschaft, die sensibel genug für diese Situation war. Zwischendurch schilderte er die Bewahrung von Julia: Julia hatte in ihrer Panik und Todesangst am Samstag zu Gott gebetet: ‚Wenn es dich gibt, dann rette mich hier heraus.‘ Auf einmal kam ein starker Mann, nahm Julia und trug sie aus dem Hexenkessel heraus. Ihre Freundin starb dort.

Als am Ende des Gedenkgottesdienstes die Möglichkeit gegeben wurde, sein Leben Jesus zu geben, betete auch meine Tochter das Gebet mit Tränen in den Augen mit.
Ich musste erkennen, dass unser Herr Jesus diese traurige Situation nutzen möchte, um Menschen wie unsere Tochter zu sich zu ziehen.

In all dem Elend, der Not, der Traurigkeit und Wut hat Gott offenbar einen Weg vorbereitet, um weit mehr Menschen als die, die hier den physischen Tod erlitten, vor dem ewigen Tod zu bewahren …


100 Evangelistinnen und Evangelisten im Einsatz

Gerade in diesen Tagen findet nämlich im Ruhrgebiet eine bisher wohl vergleichslose Aktion statt: Etwa einhundert überwiegend junge Menschen sind mit Pastor
Werner Nachtigal (NoLimit, Berlin) für evangelistische Straßeneinsätze ins Ruhrgebiet gekommen. Gemeinsam mit den BFP-Pastoren Joseph Nelson und Egbert Warzecha sowie Helfern aus umliegenden BFP-Gemeinden sangen sie auf den Straßen, gaben Zeugnis von dem, was sie mit Jesus erlebt haben, beteten mit Menschen, erlebten Bekehrungen und Heilungen.

Auf der Loveparade durften sie natürlich auch nicht fehlen: Nicht etwa, um sich an der Musik zu berauschen,sondern um mit Ravern ins Gespräch zu kommen und dort ein Wegweiser zu dem zu sein, der allein den Durst einer Seele bleibend stillen kann. Joseph Nelson und Egbert Warzecha berichten:

„Wir hatten ein Team von ungefähr 25 Mitarbeitern genau in dem kritischen Bereich. Sie waren gerade durch den Tunnel gelangt, bevor die Panik ausbrach, und hatten auf der andern Seite bereits begonnen, evangelistisch tätig zu sein. Nun konnte das Team helfen und mit Menschen beten – und einige auch zum Herrn führen!“

Der oben genannte „Gedenkgottesdienst“ war von niemand anderem als dieser pfingstlich-charismatischen Gruppe gestaltet. Hier ihr eigener Bericht:

„Am Sonntag nach der Tragödie veranstaltete unser Team einen Gedenkgottesdienst am Eingang des Tunnels, wo vorher viele Menschen verletzt worden waren und gestorben sind. Die Polizei erlaubte uns, dass wir dort mit einer Band und unserem Verstärkersystem auftraten.

Hunderte von Menschen waren vor Ort. Sie waren gekommen, um ihren Schmerz und ihren Ärger auszudrücken. Viele von ihnen waren tags zuvor selber im Tunnel und kannten Menschen, die ums Leben gekommen sind. Wir waren mit einem Team von über 100 Mitarbeitern vor Ort. Deswegen waren wir in der Lage, mit sehr vielen Menschen zu sprechen, sie zu trösten, ihnen zu raten und ihnen den Weg zu Jesus zu weisen.“


Eine Woche nach der Schreckensparty

Ohne Frage ist es ein gutes Zeichen, dass eine Woche nach der Schreckensparty in der Salvator-Kirche in Duisburg ein Trauergottesdienst mit den höchsten Vertretern unsres Staates gehalten wurde. Übertragungen fanden nicht nur in andere Kirchen, sondern auch in das zu etwa acht Prozent besetzte MSV-Stadion statt. Würdig ging es zu und sowohl Worte wie auch Musik spendeten Trost. Präses Schneider (evang.) wies darauf hin, dass die Liebe von uns Menschen zueinander und die Liebe Gottes stärker seien als der Tod. Bischof Dr. Overbeck (kath.) stellte heraus, dass unser Leben recht gegensätzlich sein kann – wenn von jetzt auf gleich alles zusammenbricht. An den Namen der Kirche, in der man sich befand, erinnernd, betonte er: „Salvator“ steht für JESUS, den Erlöser, den Heiland … der jedem entgegenkommt.

So sehr beide Geistliche bemüht waren, die Menschen in ihrer Trauer abzuholen und ihnen Trost zu spenden, so wenig gelang es ihnen, den Weg zum Reich Gottes nachvollziehbar klar zu machen. Stattdessen ergingen sie sich in Allgemeinplätzen wie der Totentanz wandele sich zu einem Fest des Lebens (N. Schneider) und Jesus komme besonders unseren Toten entgegen (Dr. Overbeck). Kein klares Wort darüber, dass unser Leben jetzt und heute und unsre Entscheidung für oder gegen Jesus unsere Ewigkeit bestimmen. Keine Erwähnung von Himmel und Hölle. Kein Wort darüber,
wie man sich diesem Jesus für Zeit und Ewigkeit anvertrauen kann. Keine Einladung, jetzt den Weg des Heils zu wählen. Der abschließende Fernsehkommentar: „Nicht nur in der Salvatorkirche, sondern auch in vielen anderen Kirchen beten die Menschen jetzt für die Toten.“ Wäre dieses Gebet zu Lebzeiten nicht angebrachter gewesen?


Gerhard Bially
(Hrsg. d. Zeitschrift Charisma)


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