Mit ganzem Herzen!

Mit ganzem Herzen!  (Mt 22,37)

Impuls für diese Woche

In jener Zeit, als die Pharisäer hörten, dass Jesus die Sadduzäer zum Schweigen gebracht hatte, kamen sie bei ihm zusammen. Einer von ihnen, ein Gesetzeslehrer, wollte ihn auf die Probe stellen und fragte ihn: Meister, welches Gebot im Gesetz ist das wichtigste?

Er antwortete ihm: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all deinen Gedanken. Das ist das wichtigste und erste Gebot. Ebenso wichtig ist das zweite: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. An diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz samt den Propheten. (Mt 22,34–40)

Mit ganzem Herzen!
Für mich ist das reine Gnade. Ich erlebe so oft, dass mein Herz nicht ganz ist. Es ist geteilt. Da gibt es sich widerstrebende Motive. Da gibt es so viele Regungen, über die ich nicht Herr bin. Wenn ich z.B. spüre, dass in mir eine Angst aufsteigt, dann kann ich dieses Gefühl nicht einfach abstellen mit meinem Willen. Was ich aber tun kann, das ist, Jesus um diese Ganzheit zu bitten. Ich kann mich Jesus überlassen und ihn bitten, dass er mich ganz macht, heil macht. Und manchmal erlebe ich dann sogar, wie die Angst einfach verschwindet. Das ist reine Gnade. Ich hätte es mit meinem Willen nicht geschafft. Aber Jesus hat es in mir geschafft, denn für ihn ist nichts unmöglich.

Mit ganzem Herzen!
Ich will Jesus mit ganzem Herzen lieben und das sage ich ihm. Er muss sozusagen mein Herz nehmen und es dazu fähig machen. Mein Herz ist wie der Ton in der Hand des Töpfers. Er modelliert daran so lange, bis es gut ist, bis es ganz hingegeben ist. Meine Aufgabe dabei ist es, immer wieder die Verbindung zu ihm zu suchen, alle Sorgen, alle Ängste, alle Traurigkeit, allen Ärger und jeden Schmerz mit ihm in Verbindung zu bringen. Das gelingt bei mir recht gut. Ich kann mit Jesus über alles sprechen, alles in seine Hand legen.

Mit ganzem Herzen!
So will ich ihn heute bitten, dass er mein Herz ganz macht. Ich selber kann das nicht. Ich kann sozusagen nur zum Arzt gehen mit meinem Schmerz, und der Arzt kann mir dann helfen. Und der Arzt ist Jesus selber. Wichtig ist, dass ich zu ihm gehe, dass ich den Schmerz, was immer es auch sei, nicht für mich behalte. Manchmal trage ich die Last des gebrochenen Herzens zu lange allein, weil es mir nicht in den Sinn kommt, alles zu Jesus zu bringen. Und dann denke ich wieder daran, und dann gebe ich ihm eine neue Gelegenheit , mein Herz ganz zu machen.

Gebet:
Jesus, ich danke dir, dass dieses Evangelium für mich mehr Verheißung als Anspruch enthält. Es ist nicht so sehr, dass du etwas Großes von mir verlangst, es ist vielmehr, dass du mir etwas Großes versprichst. Eine ganzheitliche Liebe, eine Liebe mit ganzem Herzen, wo nicht mehr so viel Widersprüchliches sich gegenseitig bekämpft. Solange mein Herz nicht ganz ist, verliere ich so viel unnötige Energie, ich stehe mir so oft selber im Weg. Aber du machst mein Herz heil, du machst es ganz. Du machst es liebesfähig. Ich allein könnte das nicht, aber ich danke dir für deine große Hilfe. Ich will jeden Schmerz zu dir bringen, damit du mein Herz immer mehr ganz machen kannst.

Pastor Roland Bohnen

geschrieben von: Redaktion

 

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