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Charisma 145 > Bonus

Bericht vom "Christlichen Gesundheitskongress" 27.-29. März 2008 in Kassel

Das Geschäft mit der "Gesundheit" boomt - Millionen werden dafür in die Werbung gesteckt. Überall gibt es daher kleinere und größere Gesundheitskongresse, auf denen u.a. auch viele esoterische und anthroposophische Praktiken angeboten werden, sowie Methoden aus anderen Religionen und Ländern. Sonstige fragwürdige und sogar gefährliche Angebote fehlen ebenfalls nie.

Daher war es wirklich an der Zeit, dass die Christen aufstehen und sich mit einem "Christlichen Gesundheitskongress" zu Wort melden. Rund 1100 Menschen folgten der Einladung zu dem Kongress, der vom 27.-29. März 2008 in Kassel stattfand unter dem Motto: "Beauftragt zu heilen - in Beruf, Gemeinde, Gesellschaft".

Als ehemalige Apothekerin und jetzige ehrenamtliche Hospizhelferin auf einer Palliativstation weiß ich sehr gut Bescheid über unseres desolates Gesundheitssystem. So stand für mich sofort fest: diesen Kongress muss ich besuchen !

Schon das Einladungsprogramm zeigte ein derartig breites Angebot von Themen und Referenten, dass es gar nicht so einfach war, sich bereits bei der Anmeldung für bestimmte Seminare verbindlich anzumelden. Zum Kongress-Beginn bekam man ein Magazin mit neun hochinteressanten Referaten. Sie zu besprechen, würde den Rahmen dieses Berichtes sprengen. Ich rate aber jedem Leser, diese Referate im Internet unter www.christlicher-gesundheitskongress.de nachzulesen.

Ich entschied mich bereits für den Vorkongress am 26. März 2008 und dort für das Tagesseminar: " Als Christen Sterbende begleiten". Wir waren eine "farbige" Teilnehmergruppe, in der alle Berufe vertreten waren, die mit Sterbenden zu tun haben. Es herrschte eine sehr vertrauensvolle Atmosphäre mit viel Kleingruppenarbeit. Mit Frau Christa Lechner hatten wir eine hochqualifizierte und lebendige Referentin, von der wir alle sehr viel profitierten. Wir Teilnehmer lernten auch voneinander sehr viel. Für mich war das ein sehr guter Kongress-Auftakt.

Eigentlich kam ich aus dem Staunen nicht heraus über die Tatsache, wie viel und vor allem welch hervorragende Referenten die Veranstalter aufgeboten haben. Besonders im Plenum wurde die Spektren" Krankheit und Gebet" , "Medizin und Spiritualität", "Ärzte und Gemeinde" wirklich von allen Seiten beleuchtet, von rein wissenschaftlichem, weltlichen Aspekt bis hin zum geisterfüllten, christlichen Aspekt. Es ist inzwischen in den USA wissenschaftlich bewiesen, dass Christen
(Kirchgänger) gesünder sind und länger leben, als Nichtchristen und dass Gebet den Kranken hilft, sowohl beim Heilprozess als auch beim Sterben.

Es wurden auch auf die Gefahren einiger Gruppierungen hingewiesen, die mit Sätzen wie: "Du wurdest nur deswegen nicht geheilt, weil du nicht geglaubt hast", sehr viel Schaden anrichten und die den Kranken einzureden versuchen, dass Gebet medizinische Hilfe und Medikamente ersetzen.

Über Jahrhunderte war ja der Auftrag von Jakobus 5,14 leider in vielen Kirchen vernachlässigt worden. Die "Krankensalbung" wurde in der kath. Kirche zur "Letzten Ölung" degradiert. Doch dieser Irrtum wurde inzwischen revidiert und so heißt es heute wieder allgemein "Krankensalbung". Der geistlichen (charismatischen ) Erneuerung in unseren großen Kirchen und der freikirchlichen Bewegung ist es zu verdanken, dass das Gebet für Kranke und die Krankensalbung langsam in den Gemeinden Fuß fassen. Auch in christlichen Krankenhäusern finden heute immer mehr Gebetskreise und sogenannte "Segnungsgottesdienste" statt , in denen für die Kranken gebetet wird. Es gibt inzwischen auch viele christliche Ärzte, die zusätzlich zur medizinischen Behandlung ihren Patienten das Gebet anbieten.

Eigentlich wissen wir es, doch sollte trotzdem immer wieder darauf hingewiesen werden: wir sollen uns dafür hüten, den Patienten Heilung zu versprechen. Wir Menschen sind nicht in der Lage zu heilen, sondern das tut allein Jesus. Und warum manche Menschen durch Gebet geheilt werden und andere nicht, dass weiß nur Gott allein und eine Diskussion darüber bringt wenig. Vielfach führt das Gebet allein dazu, dass der Patient ruhiger wird, dass er seine Krankheit annimmt, statt gegen sie zu kämpfen und dass er Gott als liebenden Vater erfährt, der ihn nie im Stich lässt. Viele Patienten erkennen durch das Gebet oder ein seelsorgerisches Gespräch, dass ihr Leben trotz oder gerade durch die Krankheit ein Sinn hat. Vielfach zeigt das Gebet dem Patienten erstmals die christliche, bedingungslose Nächstenliebe, die Jesus verkörperte und die wir als Christen weitergeben sollen. Das Getragensein durch das Gebet von Mitmenschen, wie z.B. in der Gemeinde, hilft ebenfalls vielen Patienten in ihrem Leid.

All diese Aspekte wurden von den unterschiedlichsten Referenten immer wieder beleuchtet. Und aus den vielen kleinen Referat - Steinchen entstand ein wunderbares Mosaik , das uns zeigte, wie wichtig es ist, dass die Medizin und die Gemeinden enger miteinander arbeiten. Einige Referenten konnten bereits erstaunlich Ergebnisse durch diese Zusammenarbeit vorweisen.

Natürlich kam, speziell in den Seminaren am Nachmittag, auch die Misere unsere Gesundheitssystems ausführlich zur Sprache. Es gab viele gute Ansätze und Ideen, doch eine Lösung wurde auch hier nicht gefunden. Unser Gesundheitssystem ist krank und daher sollten wir Christen auch dafür beten.

Ein Höhepunkt war der Gottesdienst am Freitagabend mit einer sehr berührenden Predigt von Weihbischof Thomas Maria Renz. Es spielte die Lobpreisband des Ehepaares Frey mit eigenen Liedern, die sehr zu Herzen gingen. Anschließend konnte man für sich beten und sich mit Öl salben lassen, was von sehr vielen Teilnehmern freudig angenommen wurde.

Als Seminare hatte ich mir hauptsächlich Themen ausgesucht, die mit "Beten" zu tun hatten. In der Hospizhelferausbildung wurde uns das Missionieren strengstens untersagt. Doch davon lasse ich mich nicht abschrecken und ich halte mich an Gottes Wort: "Man soll Gott mehr gehorchen als den Menschen" (Apg 5,29). Gebet ist das, was ich laut oder im Stillen, am meisten bei meiner Hospizarbeit anwende.
Auch wenn ich schon mehrere Gebets-Seminare besucht habe, sind mir immer wieder neue Impulse und Sichtweisen zum Thema "Beten" wichtig.

Der letzte Vormittag brachte für mich noch zwei besonders wichtige Referate:
von Dr. Grabe über "Burnout-Prophylaxe" ( ich machte letztes Jahr einen Burnout durch, nachdem ich eine sterbende Freundin 5 Monate tgl. 6 - 9 Stunden betreut hatte ) und von Frau Dr. Oorschot , die ungeheuer liebevoll und engagiert über die "Hospizarbeit" sprach.

Der Kongress wurde begleitet von einer sehr schön gestalteten Ausstellung mit 110 Ständen, die zu dem Thema des Kongresses viele Anregungen und viel Material boten.

Den Veranstaltern (und den 27 Trägergruppierungen), muss ich ein ganz großes Kompliment machen. Ich habe noch nie in meinem Berufsleben und als Christ einen derartig fabelhaft organisierten Kongress erlebt. Es wurde die Zeit genau eingehalten ( was gerade bei Christen erstaunlich ist, denn dort erlebte ich schon Zeitüberschreitungen bis weit nach Mitternacht), die Verpflegungsmöglichkeiten, die das Ramada-Hotel organisierte waren hervorragend. Das Preis-Leistungsverhältnis stimmte, das Essen schmeckten sehr gut und die Essensausgabe erfolgte ohne großes Anstehen und ohne Gehetze. Dass man im Hotel direkt neben dem Kongress-Palais wohnen konnte , war optimal Und das schöne, historische Kongress-Palais Kassel mit seinen vielen Nebenräumen für die Seminare, war eine phantastische Wahl der Veranstalter.

Ich selbst fuhr von diesem Kongress sehr ermutigt, bereichert und dankbar heim.

Eva-Elisabeth Müller-de Ahna

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