Charisma 146 > Aus dem Magazin
Dieter Passon und Gerhard Bially
Life Church - wie alles begann
Ende des Jahres 1988 kommen zwei Menschen von den entfernten Winkeln der Erde nach Düsseldorf: der junge Westafrikaner Richard, Sohn eines ghanaischen Pastors und Gemeindegründers, und Sigrid, eine Deutsch-Chilenin. Während Richard eigentlich daran dachte, nach Nordamerika weiterzureisen, und Sigrid als Mitarbeiterin von mit einer Missionplante, sich der Missionsarbeit unter den slawischen Völkern zu widmen, kam alles anders, als sich ihre Wege in Düsseldorf kreuzten:März 1989 lernen beide einander kennen, und im Jahr darauf ist aus ihnen das Ehepaar Aidoo geworden. Mitte der 90er Jahre werden die Söhne Michael und Chris geboren.
folgen Richard und Sigrid gemeinsam dem Ruf Gottes, eine internationale Gemeinde in Düsseldorf und Umgebung aufzubauen. Heute gehören zur Life Church e.V.mehrere Tochtergemeinden, u. a. in Dortmund, Köln und Mönchengladbach. Andere unabhängige Gemeindegründungen haben ebenso ihre Wurzeln in der NLC. Mehrere Jahre versammelte sich die Gruppe (die damals noch New Life hieß) im Jesus-Haus Düsseldorf, mit dem sie nach wie vor durch eine tiefe Freundschaft verbunden ist. Mit der Übernahme eines leer stehenden Kirchengebäudes ergaben sich neue Möglichkeiten: Mittlerweile finden am Sonntag neben dem Hauptgottesdienst in englischer Sprache zusätzliche Gottesdienste in Spanisch, Französisch, Farsi und Deutsch statt. (Alle fremdsprachigen Gottesdienste werden simultan ins Deutsche übersetzt.)
CRISTO VIVE !
Hatte die New Life Fellowship als eine afrikanische Gemeinde angefangen, so entwickelte sie sich spätestens seit der Jahrtausendwende mehr und mehr zu einer internationalen Gemeinschaft. Da Sigrid Aidoo aus Chile stammt und daher fließend Spanisch spricht, bot es sich an, auch spanischsprachige Menschen durch Veranstaltungen in ihrer Muttersprache zu erreichen. Was daraus geworden ist, schildert uns Pastorin Sigrid Aidoo in einigen Stichpunkten:
•Die Gemeinde heißt „ENCUENTRO CON DIOS“, das bedeutet „BEGEGNUNG MIT GOTT“
• Gründungsjahr: 2005
• Gottesdienst ist jeden Sonntag um 11 Uhr
• Mitglieder stammen aus Kolumbien, Ecuador, Peru, Spanien, Brasilien, der Dom. Rep., Kuba und Venezuela. Wenn Italiener dazustoßen, wird die Predigt zusätzlich ins Italianische übersetzt. Die Besucher sind nicht nur aus Düsseldorf, sondern kommen teilweise auch aus entfernteren Orten wie Bochum oder Viersen.
Anhaltendes Gebet bringt Frucht
Seit Anfang 2007 erlebt die New Life Church einen besonderen erwecklichen Aufbruch: Was als Gebetsmonat Anfang des Jahres im Januar begann, wurde eine beständige Gebetsversammlung, die mit wenigen Wochen Pause nun schon etwa 20 Monate jeden Abend stattfindet. Richard gegenüber : „Ich bin erstaunt, was Gott in dieser Zeit getan hat. Ungewöhnliche Heilungen sind ganz nebenbei geschehen. Und wie Gott sich den Moslems offenbart ...“ Gab es eine Zeit lang jeden Freitag einen „Wundergottesdienst“, so ist das inzwischen größte Wunder die Entstehung einer persischen (iranischen) Gemeinde innerhalb der NLC.
Die Iranische Gemeinde in der NLC
„Iran - immer noch als Persien bekannt - wird mit seiner jahrtausendealten Geschichte bereits in der Bibel erwähnt“, erklärt Rachel und nennt gleich eine Anzahl von Bibelstellen (Jes 45; Esra 4-6; 4,7-23; 5-6; 1-10; Neh 1-13, Dan 1-3; 9,1). Rachel führt gemeinsam mit ihrem Bruder David einen Friseursalon, der zu einem Treffpunkt Düsseldorfer Christen geworden ist. Doch ihre Freizeit widmet sie der neu entstandenen Gemeinde, in der sie Pastor Richard vom Englischen in Farsi (Persisch) übersetzt.
„In unserer Zeit geschieht es in vermehrter Weise, dass Perser (Iraner) zum Christentum konvertieren, obwohl sie wissen, dass ihnen dafür die Todesstrafe droht“, erzählt Rachel, die wie ihre ganze Familie einen biblischen Namen angenommen hat. „Auch hier in Deutschland und in unserem Umfeld in Nordrhein-Westfalen wirkt Gott in mächtiger Weise unter den Iranern“, berichtet sie begeistert. „Viele von ihnen haben bereits Visionen oder Träume über Jesus gehabt. Die New Life Church öffnete ihre Türen für sie. So begann im Oktober 2007 eine kleine Gruppe von ehemaligen Moslems, sich hier zu einer iranischen Versammlung zu treffen.“2007 bekehrten sich, laut Rachel, 20 weitere Menschen zu Jesus Christus. „Jeden Tag erleben wir Gottes Eingreifen: Kranke sind gesund und Gebundene frei geworden; viele einzelne Zeugnisse könnten an dieser Stelle mitgeteilt werden.“ hat die Iranische Gemeinde ein eigenes Lobpreis-team, Fürbitter, Ordner und andere Helfer. Neben dem Gottesdienst gibt es ein reguläres Bibelstudium. Die Fotos zeigen eine kürzlich stattgefundene Taufe. Alle Familienangehörigen aus Rachels Großfamilie haben sich bekehrt. Ihre ältere Schwester Esther hat als Erstgeborene auch zuerst Jesus erkannt und diesen Sommer zu.
Wollen wir abschließend gemeinsam einen Gottesdienst besuchen:
Sonntag, 22. Juni 2008
Der iranische Gottesdiensthat schon begonnen, als ich die ehemals katholische Kirche, die freundlicherweise der afrikanischen New Life Fellowship Church zur Verfügung gestellt wurde, betrete. Es sind nicht ganz so viele Leute wie ich erwartet hatte, aber annähernd 40 Personen, die sich hier trotz ihrer muslimischen Erziehung offen zu Jesus als ihrem Heiland bekennen. Rachel leitet den Lobpreis. Pastor Richard Aidoo, Hauptpastor der NLC, wird in wenigen Augenblicken zu den überwiegend jung bekehrten Iranern sprechen. Erst gestern hielten sie gemeinsam eine Taufe am Unterbacher See, wo Kongolesen, Ghanaer und Iraner getauft wurden.
Die Schlüssel für Gebetserhörungen lautet heute Pastor Richards Thema. In einfacher und ansprechender Weise erläutert er den ersten „Schlüssel“: Namen Jesus beten!
Richard Aidoo verweist auf das 14. Kapitel des Johannes-Evangeliums, wo dies belegt wird, doch ebenso auf Philipper 2,8-10, wo die Herrschaft und Majestät Jesu gerühmt werden. Dann fragt der Pastor, ob jemand Schmerzen habe. Eine Frau meldet sich. Sie geht nach vorne. Geschwollene Knie und schlimme Schmerzen habe sie. Nun fordert Pastor Richard die Anwesenden auf, mit ihm gemeinsamim Namen Jesu für die zu beten. Nach kurzem Gebet ist die Frau schmerzfrei. andere Frau ist gerade aus dem Iran gekommen. Öffentlich betet sie das Übergabegebet Satz für Satz nach, wobei alle Anwesenden mitsprechen. Anschließend wird auch für ihre Heilung gebetet und die Freude in der Gemeinde steigert sich durch diese neu hinzugekommene und nun auch geheilte Schwester.
Mit Apostelgeschichte 3,1-8 wird die Predigt fortgesetzt:
Im Namen Jesu muss sich jedes Knie beugen, jeder Dämon beugen, jede Krankheit gehen - auch wenn es Tumore sind, wie man es in der Gemeinde schon mehrfach erlebt hat. Hebräer 13,8 unterstreicht das Gesagte: Wir beten im Namen Jesu, weil erderselbe ist, gestern, heute und in alle Ewigkeit. Aidoo ermutigt die kleine Gemeinde: „Ihr habt im Namen Jesu gebetet und diese Personen sind gesund geworden!“
DAbei fällt positiv auf, dass er nicht sein Gebet, seine Handauflegung als entscheidend darstellt, sondern die unterstützenden Gebete der an Christus gläubig gewordenen Moslems. Schlüssel: man betet, gilt es zu glauben!
Markus 11,22-24 wird als Kardinalstelle vorgelesen. Jesus hat sich nicht verändert, ebenso wenig seine Liebe, seine Kraft, seine Vergebung.
„Wenn du im Namen Jesu Christi betest, dann glaube, dass etwas geschieht. Ich glaube an seinen Namen“, bekennt der Prediger, „denn sein Name heißt auch (Jes. 9,6). In seinem Namen geschehen tatsächlich Wunder. Markusstelle wird fortgesetzt mit Vers 25:
Wenn du betest, vergib ...! Das ist der dritte Schlüssel.
Jesus hasste nicht, er liebte. Auch heute noch liebt Jesus Menschen, selbst solche, die ihn noch nicht lieben. Deshalb hat er auch hier in der Gemeinde schon Kranke geheilt, die noch gar nicht an ihn glaubten.
Seine Liebe sagt: „Vergib.“ Vergib auch du, wie er dir vergeben hat.
Während dieser Worte be-ginnt eine Frau zu weinen. Manche sind sichtlich gerührt. Nachdem die Gemeinde noch einmal alle drei Punkte der Predigt laut wiederholt hat, macht Pastor Richard einen Aufruf zur Lebensübergabe. Da sich niemand explizit meldet, betet er mit allen und auch für alle, dass sie (die wahrscheinlich auch viel Anfeindung in Kauf nehmen mussten/müssen) andere Menschen lieben können.
In einem persönlichen Gespräch sagt uns Pastor Richard, dass fast alle ehemaligen Moslems hier Heilung erlebt haben. Oft war die Heilung das, was sie zuerst anzog und dann überzeugte. Es habe sich bereits unter ihresgleichen herumgesprochen, dass Moslems hierher in die New Life Church kommen dürfen und dass sie hier geheilt werden.
S.: Eine Woche später, im Gottesdienst am 29. Juni 2008, bezeugt eine Frau, dass ihre Großmutter tot war und dann wieder zum Leben erweckt worden sei. „Vorher war sie sehr krank und jetzt ist sie gesund!“ berichtet sie von ihrem eigenen Sohn, der am Erblinden war. Dann habe die Gemeinde gebetet. Eine vollständige Heilung ist das Resultat.