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24. Mai 2008
Neues Buch von Eva Herman: „Das Überlebensprinzip“
Eva Herman rege den überfälligen Diskurs über die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft an, sagte Hartmut Steeb, der Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz, über ihr vor kurzem im Hänssler-Verlag erschienenes Buch „Das Überlebensprinzip“. Sie habe schon mit ihren bisherigen Büchern einen Ruf in die Zeit getan, „der offensichtlich einen Nerv – vielleicht müsste man sagen, einen ganzen gesellschaftlichen Nervenstrang – getroffen“ habe. Nun rücke sie konsequenterweise die Frage nach Muttersein und Kindeswohl erneut in den Mittelpunkt der familienpolitischen Diskussion, die mit ihrem Schlagwort der „Vereinbarkeit von Beruf und Familie“, bisher weder überzeugende noch erfolgreiche Konzepte vorgelegt habe. Noch immer blieben vielmehr die Geburtenzahlen weit hinter den Notwendigkeiten zurück. Noch schlimmer sei aber, dass dieses Motto zugleich auch eine Abwertung von Familie bedeute, „weil die Arbeit in der Familie offenbar nicht als Beruf angesehen und weder ideell noch materiell ausreichend gewürdigt“ werde. Die Botschaft des sehr persönlich gehaltenen Buches von Eva Herman sei dagegen klar, dass nämlich Kinder und Familie in Deutschland einen anderen Stellenwert bekommen müssten. Dazu gehört auch, dass Frauen, die sich hauptberuflich um ihre Familie kümmern, dafür Anerkennung und Unterstützung erhalten.
Wie eine Mitarbeiterin des Familiendienstes von Jugend mit einer Mission (JMEM) bestätigte, gibt das Buch wertvolle Impulse für die aktuelle Diskussion über die Bedürfnisse von Kleinkindern. Auch die Passagen über wichtige Stationen im Werdegang von Eva Herman, über die Impulse für die Entwicklung ihrer Ansichten im Laufe der Jahre und darüber, wie ihre Aussagen falsch interpretiert wurden, zeigten die unterschiedlichen Positionen im gesellschaftlichen Diskurs über diesen Themenkomplex. Es sei erfreulich, dass durch Eva Hermans Buch diese Fragen und die Ergebnisse der modernen Bindungsforschung weitere Kreise erreichen könnten. So sei es konsequent, dass auch der JMEM-Familiendienst auf seiner Website neben der Buchvorstellung auch weitere Artikel zu diesem Themenkreis und auch Links zu Audio-Dokumentationen von Interviews, die Eva Herman gegeben hat, anbietet.
Das Buch enthält Gesprächsaufzeichnungen zwischen dem Publizisten Friedrich Hänssler und der Journalistin Eva Herman, in dem sie ihre Erfahrungen und Erkenntnisse der letzten Jahre, auch mit sehr persönlichen Aussagen, beschreibt. Dabei erfährt der Leser, wie es zu den einschneidenden Veränderungen in der Sichtweise von Eva Herman kam.
Link-Tipps:
- Website der Evangelischen Allianz;
- Website von Eva Herman
- Website des JMEM-Familiendienstes
Quellen:
- Evangelische Allianz (Nachricht vom 5.5.2008)
- Jugend mit einer Mission (JMEM-Familiendienst / Rubrik "Lesenswert")
23. Mai 2008
„Christustag"-Veranstaltungen mit ca. 12.000 Besuchern in Baden und Württemberg
Insgesamt ca. 12.000 evangelikale Christen kamen am 22. Mai 2008, der in Baden und Württemberg ein gesetzlicher Feiertag war (Fronleichnam), zu regionalen Konferenzen zusammen. Zu den Rednern, die an 15 über das ganze Bundesland verteilten Veranstaltungsorten sprachen, gehörten auch der Fernsehmoderator Peter Hahne (Berlin), die Islamwissenschaftlerin Prof. Dr. Christine Schirrmacher (Bonn) und Hartmut Steeb, der Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz (Stuttgart). In diesem Jahr standen die „Christustag"-Veranstaltungen unter dem Gesamtthema „Echt durch Jesus". Dekan Ralf Albrecht, der Vorsitzende der Ludwig-Hofacker-Vereinigung (Nagold/Schwarzwald), betonte, dass es falsch sei, Pietisten als christliche Fundamentalisten zu bezeichnen, und lehnte es ab, von einer Gleichheit „aller möglichen und unmöglichen Lebensentwürfe“ auszugehen; das „Modell Familie“, zu dem Kinder als Gottesgeschenk gehörten, müsse Vorrang vor anderen Lebensgemeinschaften haben.
Ausführlicher Idea-Bericht vom Christustag 2008 (Die Veröffentlichung erfolgt mit freundlicher Genehmigung von ideaSpektrum , dem christlichen Nachrichtenmagazin mit aktuellen Nachrichten und Reportagen zum Weltgeschehen, zu Kirchen, Theologie, Politik, Seelsorge, Lebenshilfe, Mission u.a. - Kostenlose Probehefte: Telefon 0 64 41 / 91 51 22, Fax 0 64 41 / 91 52 20 oder E-Mail vertrieb@idea.de)
21. Mai 2008
USA: Auch Alternativen zur Evolution werden unterrichtet
Etwa jeder vierte Biologielehrer in den USA unterrichtet neben der Evolutionstheorie auch die Theorie, nach der die Welt von einem intelligenten Schöpfer erschaffen wurde. Eine Umfrage ergab, dass 12,5 Prozent der Biologielehrer die Theorien zum so genannten "Intelligent Design" (ID) als eine "berechtigte, wissenschaftliche Alternative zur Darwinschen Evolutionstheorie" ansehen. In Deutschland wundert man sich. Politologen der Pennsylvania State University hatten im vergangenen Jahr rund 2.000 Biologielehrer an Highschools in allen Landesteilen der USA angeschrieben. Sie bekamen 939 Antworten auf ihre Umfrage. Der Politologe Michael Berkman und seine Kollegen fanden heraus, dass sich der in der amerikanischen Gesellschaft weit verbreitete Zweifel an den Theorien des Biologen Charles Darwin in den Schulen widerspiegelt: jeder vierte Lehrer greift ID in ein bis zwei Stunden seines Biologie-Unterricht auf. Fast die Hälfte dieser Lehrer - und damit 12,5 Prozent aller Befragten - unterrichtet ID als "berechtigte, wissenschaftliche Alternative zur Darwinschen Evolutionstheorie". Das Thema Evolution behandelt etwa ein Drittel in weniger als sechs Schulstunden. Zwei Prozent erwähnen es gar nicht. 44 Prozent widmen sich der Evolution für 6 bis 15 Stunden.
Befragt nach der persönlichen Überzeugung sagten 47 Prozent der Biologielehrer, sie glaubten an eine von Gott gesteuerte Entstehung der Arten. Und 16 Prozent glauben, dass der Mensch erst vor 10.000 Jahren von Gott geschaffen wurde. Die restlichen neun Prozent gaben keine Antwort. Lediglich 28 Prozent der Biologielehrer waren der Überzeugung, die Evolution habe stattgefunden, und es seien mehrere Millionen Jahre vergangen, bis sich der Mensch entwickelte.
Die Skepsis in Bezug auf die Theorien Darwins sind in den USA weit verbreitet: 48 Prozent der Bürger sind der Meinung, dass es den Menschen erst seit weniger als 10.000 Jahren gibt. 38 Prozent sähen es lieber, wenn ihre Kinder in ID statt in Evolution unterrichtet werden. Nur 13 Prozent glauben, dass die Evolution - ohne Zutun Gottes - vonstatten gegangen sei.
Verschiedene US-amerikanische Gerichte hatten in den vergangenen Jahren immer wieder entschieden, dass die Alternativen zur Evolution wie Kreationismus oder "Intelligent Design" im Unterricht nicht behandelt werden sollten. Dennoch bleibe es schlussendlich den Lehrern selbst überlassen, welche Lehrinhalte sie höher einstufen und welche nicht, sagt Studienleiter Berkman. Was genau Lehrer über Kreationismus oder Evolution lehren sei "eine Grauzone".
Skepsis gegen Evolutionstheorie nicht nur in den USA
Das Magazin "Stern" wunderte sich über das Studienergebnis angesichts des Erfolgs des amerikanischen Lehrsystems: "Unter den 20 Top-Universitäten der Welt finden sich laut dem anerkannten Shanghai-Ranking 17 US-amerikanische Hochschulen. Veröffentlichungen in Fachblättern wie 'Nature' und 'Science', Absolventen, die einen Nobelpreis erhalten haben – in sämtlichen Kriterien, die fürs Ranking zählen, punkten die US-Unis mehr als andere. Allein Cambridge, Oxford und die Universität von Tokio halten mit. Betrachtet man dieses Ranking, erscheint der Streit um den Biologieunterricht an den amerikanischen Highschools umso kurioser."
Jochen Schneider vom Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte in Berlin versucht im Gespräch mit dem Nachrichtendienst "Pressetext", das Phänomen zu erklären. "In den USA führt möglicherweise der Pluralismusgedanke dazu, dass auch solche Theorien integriert werden." Im Schulunterricht könne es so möglicherweise dazu kommen, dass die verschiedenen Meinungen nebeneinandergestellt werden.
Die Unterschiede zwischen den USA und Europa sind dabei gar nicht so groß, wie viele denken: Bei einer ähnlichen Umfrage unter deutschen Lehramtsstudenten vor einem Jahr hatte jeder achte Studienanfänger Darwins Evolutionslehre als fragwürdig bezeichnet. Viele der Befragten wollten Biologie-Lehrer werden. Die Universität Dortmund fand heraus: für 12,5 Prozent der Studienanfänger ist unklar, ob eine Evolution überhaupt stattgefunden hat. Auch von den Biologie-Lehramtsstudenten zeigten sich 5,5 Prozent skeptisch. Die Vorstellung, gemeinsam mit den Schimpansen "äffische" Vorfahren zu haben, lehnen neun Prozent ab. Einer Umfrage von 2002 zufolge glaubt jeder Fünfte in Deutschland, der Schweiz und in Österreich, dass Gott die Welt vor rund 10.000 Jahren erschaffen haben könnte.
Quelle: Medienmagazin PRO 21.05.08 (PRO: Angaben: VON: JS | 21.05.08)
16. Mai 2008
Studie unter Jugendlichen: Religion beeinflusst Gewaltbereitschaft
Gewalt ist unter muslimischen und jüdischen Jugendlichen doppelt so stark akzeptiert wie unter jungen Christen. Eine europäische Forschergruppe unter Leitung des Würzburger Religionspädagogen Hans-Georg Ziebertz ging der Frage nach: "Wie stark beeinflusst die religiöse Orientierung die Lebensgestaltung und Wertorientierung bei Jugendlichen?"Die Gewaltbereitschaft und Fremdenfeindlichkeit bei Jugendlichen wird offenbar stark durch das Zusammenwirken von Nationalkultur und Religion beeinflusst. Für die Studie befragten die Wissenschaftler in den vergangenen vier Jahren rund 10.000 Jugendliche aus Europa, der Türkei und Israel. Rund 5,4 Prozent der Befragten gaben an, bei der Durchsetzung politischer Vorstellungen bereits Gewalt angewendet zu haben, und etwa 37,2 Prozent finden Gewaltanwendung unter bestimmten Voraussetzungen gerechtfertigt. Mehr als die Hälfte lehnten Gewalt bei der Durchsetzung politischer Ziele strikt ab. Unter muslimischen und jüdischen Jugendlichen zeigen sich doppelt so viele gewaltbereit wie junge Christen.
Stark fallen auch die Unterschiede im Hinblick auf Fremdenfeindlichkeit aus. Während 20 Prozent der christlichen Jugendlichen Sympathie für Fremdenfeindlichkeit zeigen, sind es rund 30 Prozent unter den muslimischen und etwa 50 Prozent unter jüdischen Befragten. Dennoch könne "Religionszugehörigkeit nicht als isolierter Grund" ausgemacht werden, so Ziebertz. Denn beispielsweise näherten sich die Werte der in Westeuropa aufgewachsenen Muslime bei Gewaltbereitschaft und Fremdenfeindlichkeit denen der westlich-christlichen Jugendlichen an. "Es muss somit ein Mix von Nationalkultur und Religion als Einflussgröße angenommen werden."
Ebenfalls müsse im christlich dominierten Europa auch zwischen den Konfessionen unterschieden werden. So sei die Gewaltbereitschaft und Fremdenfeindlichkeit in traditionell katholischen Ländern wie Polen und Kroatien höher als im übrigen Europa. Neben den religiösen Einflüssen befördern aber auch die Kultur und bestimmte Persönlichkeitsmerkmale solche Tendenzen wie beispielsweise problematischen Elternbeziehungen oder Autoritätshörigkeit.
Zudem zeigt sich bei Jugendlichen, die überzeugt sind, ihre Religion sei die einzig wahre, eine erhöhte Gewaltbereitschaft. Diese Haltung werde vor allem von jungen Muslimen in der Türkei, jüdischen Jugendlichen in Israel und Katholiken in Polen vertreten, heißt es in der Studie. Weiter stünden diese Jugendlichen mit einer monoreligiösen Haltung der Idee Europas als einem vielgestaltigen Kulturraum oft skeptisch gegenüber. "Interessant ist, dass stark religiöse Muslime, Juden und Christen ähnliche Denkstrukturen aufweisen", so der Religionspädagoge. "Die Unterschiede sind graduell, aber nicht strukturell."
Quelle: Medienmagazin PRO / 16.05.08
12. Mai 2008
Der israelische Praesident Peres bei der Geburtstagsfeier
Geburtstagsfeier mit dem Präsidenten
150 israelische Bürger, die am 14. Mai 1948 – dem Tag der Staatsgründung vor 60 Jahren – geboren wurden, feierten zusammen mit Präsident Schimon Peres ihren 60. Geburtstag. Diese Initiative wurde vom Büro für die Feierlichkeiten des 60 Jahrestages der Staatsgründung initiiert. Die Geburtstagskinder erwartete ein riesiger Kuchen, blaue und weisse Ballons wurden losgelassen. Peres sagte zu ihnen: "Wir haben mächtige Armeen überwunden, was anfangs unmöglich aussah. So war es, als ihr geboren wurdet, und auch die zukünftigen Kinder Israels werden dies erleben und ihre versteckten Kräfte kennen lernen.“
QUELLE: www.israelheute.com - info@israelheute.com
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12. Mai 2008 Der israelische Praesident Peres bei der Geburtstagsfeier
4. Mai 2008
Vom Gegenwind zum Rückenwind: Christival beendet
Mit einem Abschlussgottesdienst auf der Bürgerweide ist am Sonntag das Christival in Bremen beendet worden. Fünf Tage feierten 16.000 Dauerteilnehmer in über 350 Einzelveranstaltungen ihren Glauben und erhielten Impulse für ihre ehrenamtliche Mitarbeit in kirchlichen Jugendgruppen. Vor mehr als 20.000 Gottesdienst-Teilnehmern bedankte sich der Vorsitzende des Kongresses, Roland Werner, bei den Bremern für die Gastfreundschaft. „Wir haben fünf sehr gute Tage in Bremen erlebt. Das Motto des Kongresses ´Jesus bewegt´ wurde gelebt. Die Christivaler haben Bremen zur Christival-Stadt werden lassen und viele Bremer mit ihrer Freundlichkeit und Fröhlichkeit beeindruckt“, so sein Fazit.
Der Kongress habe viele gute Impulse für die örtlichen Jugendgruppen geliefert. Die teilweise heftigen Diskussionen der letzten Monate hätten sich als Seifenblasen erwiesen. „Wir sind insgesamt sehr zufrieden mit dem Kongress. Etwas getrübt wird der positive Eindruck leider durch die gewalttätigen Störaktionen der Christival-Gegner, die von bestimmten Gruppen im Vorfeld geschürt wurden. Aber die Christival-Teilnehmer haben sich die positive Stimmung nicht nehmen lassen. Der Gegenwind ist zum Rückenwind geworden, denn wir fahren alle gestärkt und motiviert nach Hause“, sagte der Christival-„Chef“.
In seiner Predigt im Abschluss-Gottesdienst zum Thema „Weg, Wahrheit und Leben“ sagte Roland Werner: „Jesus prägt unser Leben und deshalb können Christen Licht in ihrer Umgebung verbreiten.“ Er ermutigte die Teilnehmer, ihren Glauben in den Alltag zu integrieren: „Wenn Jesus dein Leben prägt, kannst du für andere ein Segen sein. Ein Segensträger. Ein Lebensträger. Ein Lichtträger.“
Quelle: Medienmagazin PRO / 04.05.08
Charisma-Info-Service: Link zur Christival-Website
2. Mai 2008
Christival: Weitere Störungen und Angriffe auf Veranstaltungen - Bischof Huber besucht das Jugendtreffen
Nach den Demonstrationen von "Christival"-Gegnern am Eröffnungsabend wird die christliche Jugendveranstaltung in Bremen weiterhin von Vorfällen und Angriffen begleitet: Jugendliche wurden mit Flaschen beworfen, die "Christival"-Internetseite wurde von Hackern lahmgelegt. Am heutigen Freitag ist ein Besuch des EKD-Ratsvorsitzenden Bischof Wolfgang Huber vorgesehen. Er wird am Nachmittag mit Jugendlichen diskutieren und abends beim sogenannten "Bergfest" das Abendmahl mit den Teilnehmern feiern. Das Christival findet noch bis zum Sonntag in Bremen statt und endet mit einem öffentlichen Gottesdienst auf der Bürgerweide. Nach Angaben von Christival-Pressesprecher Steve Volke gingen die Störungen am ersten Christival-Tag weiter. Junge Teilnehmer wurden angepöbelt und beim Straßenbahn-Festival von Autonomen mit Bierflaschen beworfen, nachdem einer von ihnen im Zug die Notbremse gezogen hatte. Eine Film-Award-Veranstaltung, bei der Amateurfilme verschiedener kirchlicher Jugendgruppen prämiert werden sollten, wurde durch Zwischenrufe und Störaktionen behindert.
Zudem wurde die Homepage www.christival.de am Donnerstagabend von Hackern lahmgelegt und mit einem Anti-Christival-Statement versehen. "Die Christival-Teilnehmer nehmen´s gelassen und feiern ihren Glauben unbeschwert und offen", kommentierte der Vorsitzende des Christival, Roland Werner, die Ereignisse. Aus Sicherheitsgründen musste zudem ein Seminar zum Thema "Tabuthema: Jungen als Opfer sexuellen Missbrauchs" verlegt werden. Referent ist Stefan Schmidt von der Organisation "Wüstenstrom". In einem Interview mit dem Süddeutschen Fernsehen (SWR) machte Schmidt deutlich, dass er die Vorwürfe in der Vorfeldiskussion des Christival als diskriminierend und ehrverletzend empfunden habe. "Wir beraten ergebnisoffen. Die meiste Kritik kommt von Leuten, die sich nicht mit uns selbst unterhalten haben", so Schmidt. Inzwischen wurde bekannt, dass Kongress-Gegner während der Eröffnungsshow am 30. April auf der Bühne am Dach des benachbarten Messezentrums ein Transparent mit dem Schriftzug "Christival abtreiben" aufhängten, das aber bald wieder entfernt wurde. Die Polizei gab an, dass am 30. April rund 500 Demonstranten an dem Protestzug teilgenommen hätten. Andere Schätzungen gehen von 1.000 Teilnehmern aus. Weitere Kundgebungen von Christival-Kritikern sind am Samstag geplant. Die Veranstalter wiesen auf eine problematische Entscheidung des Ordnungsamts der Stadt Bremen hin, die eine gegen das Christival gerichtete Demonstration auf dem Marktplatz genehmigt hat. An gleicher Stelle findet am Samstag zeitgleich ab 19 Uhr eine öffentliche Christival-Veranstaltung statt. "Wir hoffen, dass diese Entscheidung nicht zu negativen Schlagzeilen führen wird", so Christival-Sprecher Volke.
Trotz aller Störungen zeigten sich die Veranstalter mit dem bisherigen Verlauf des Christival zufrieden. Die rund 16.000 Teilnehmer verbreiteten in der Stadt eine "positive Stimmung" und ließen sich von den "gezielten Störungen" nicht provozieren. Am Freitagmorgen kam es bereits zu Engpässen an mehreren der 15 Orte, an denen Bibelarbeiten stattfanden. Das Interesse sei so groß gewesen, dass viele Räume wegen Überfüllung geschlossen werden mussten. Unter dem Motto "Wortwechsel" beschäftigen sich die Teilnehmer mit Texten aus dem Johannes-Evangelium.
Quellen: u. a. PRO 02.05.2008 (Medienmagazin PRO)
Charisma-Info-Service: Link zur Christival-Website
1. Mai 2008
Ausschreitungen bei der Gegendemonstration während der Christival-Eröffnung
An einer Anti-Christival-Demonstration während der Eröffnung des Jugendtreffens am 30. April auf der Bremer Bürgerweide beteiligten sich etwa 350 Personen, die vor allem der homosexuellen und linken Szene zugeordnet werden. Dabei wurden Sprüche wie „Kein Gott, kein Staat, kein Patriarchat“ oder „Nie wieder Jesus“ skandiert; Evangelikale und Nazis seien in einem Atemzug genannt worden. Etwa 60 - 70 Autonome, die sich dem Protest angeschlossen hatten, durchbrachen die Absperrungen; einige warfen Feuerwerkskörper. Ein Polizist wurde leicht verletzt. Zwei Personen wurden vorübergehend festgenommen; nach Auskunft der Polizei wird gegen sie wegen Landfriedensbruch ermittelt. Die in der Folge friedlich verlaufende Demonstration dauerte über 2 Stunden an. Der Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz, Hartmut Steeb, kommentierte die Ereignisse in einer kurzen Stellungnahme mit den Worten: “Wer in einer toleranten Gesellschaft zum Mittel der Gewalt greift, zeigt nur, dass er schwache Argumente hat.”
1. Mai 2008 Demonstration gegen das Christival
Bei der Eröffnungsveranstaltung, an der nach Angaben der Veranstalter rund 15.000 Jugendliche teilnahmen, hat der Christival-Vorsitzende Roland Werner (Marburg) die Teilnehmer zu Ruhe und Besonnenheit im Umgang mit Gegnern des Jugendkongresses aufgerufen. Er betonte, man solle "allen Menschen in Bremen mit der Liebe Jesu begegnen und das Licht der Gnade leuchten lassen"; dies gelte auch für die Menschen, die das Christival ablehnen.
Das Bündnis „No Christival“ hatte neben der Demonstration noch weitere Veranstaltungen angekündigt. Am Abend des 30. April fand eine „Große Frauen/Lesben Walpurgisnacht-Party“ in der Bremer Friedensgemeinde statt. Der Pastor dieser evangelischen Kirchengemeinde, Bernd Klingbeil-Jahr, hatte in der einer Zeitung dem Christival eine „fundamentalistische Missionsarbeit“ vorgeworfen.
Die Grüne Jugend Bremen veröffentlichte auf ihrer Website einen Bericht über die Podiumsdiskussion, die unter dem Thema „Frei denken, handeln, lieben!“ am 30.5.2008 stattfand: "Der Abend war mit den Gästen Volker Beck, Annegret Siebe, und Olaf Latzel von einer sehr intensiven Debatte über unser gesellschaftliches Zusammenleben geprägt. Der parlamentarische Geschäftsführer der Grünen im Bundestag, Volker Beck, stellte mit seinem Beitrag unter anderem die Bedeutung des Rechts der Menschen auf freie Entfaltung der Persönlichkeit heraus. Die Grüne Jugend Bremen teilt die Auffassung, dass ein sexuell selbstbestimmtes Leben zu diesen grundgesetzlich verankerten Normen unumstößlich dazu gehört. Dabei ist es äußerst problematisch wenn sich die religiöse Gemeinschaft gegen diese Grundsätze stellt, indem homosexuelle Liebe als „unvereinbar mit dem Wort Gottes” dargestellt wird." Die der Veranstaltung zugrundeliegende Überzeugung wird in dem folgenden Statement ausgedrückt: "Für die Grüne Jugend Bremen steht fest: Die Errungenschaften der Aufklärung, die maßgeblich selbst von Autoren des christlichen Abendlandes geprägt wurde, dürfen zu Beginn des 21. Jahrhunderts nicht in Frage gestellt werden."
Dagegen haben die höchsten politischen und kirchlichen Repräsentanten Bremens die Teilnehmer des Christivals „herzlich willkommen“ geheißen. Bürgermeister Jens Böhrnsen (SPD) sagte bei einem Empfang am 30. April im Rathaus der Hansestadt, wenn bei den Diskussionen über die Bibel klar werde, wie aktuell und lebendig der christliche Glaube sei, „dann ist das gut für die Stadt und unsere Gesellschaft. Möge viel von der Kraft des Glaubens in unsere Stadt hineinströmen“.
Link zum Christival in Bremen