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28. Juni 2009
Renaissance scheinbar vergessener Werte
Junge Christen diskutieren über Gott und gesellschaftliche Verantwortung
Vielleicht war es nicht nur Zufall, dass sich am letzten Wochenende eine Gruppe junger Menschen auf den Weg nach Rothenburg o.d. Tauber machte, um sich dort in einem „alten Gemäuer“ über Glaubens- und Wirtschaftsthemen auszutauschen. Vielleicht war es eher als Hinweis zu verstehen, eine Brücke zwischen Tradition und Moderne zu schlagen – das Prinzip des ehrbaren Kaufmanns in Zeiten des Misstrauens gegenüber der Wirtschaft in eine neue Gesellschaft, die wir junge Christen prägen müssen, hineinzutragen. „Authentisch leben trotz Gegenwind“ – unter diesem Motto veranstaltete der Verband Christen in der Wirtschaft (CiW) die Junge Tagung 2009.
Schon der erste Abend gestaltete sich durch den Vortrag „Islamischer und christlicher Fundamentalismus – und wo stehen wir?“ von Friedmann Eißler (wiss. Referent der Evang. Zentralstelle für Weltanschauungsfragen) herausfordernd und ließ alle teilhaben an der Fragestellung, wie wir uns als junge Christen in der Gesellschaft positionieren müssen, ohne dabei einerseits den Dialog mit anderen Religionen zu vernachlässigen oder andererseits in einen eigenen Fundamentalismus zu verfallen.
Die Teilnehmer kamen aus verschiedenen Kirchen überwiegend des protestantischen Spektrums. Denn auch die Vorträge und Workshops waren nicht konfessionell geprägt, sondern bewusst offen gehalten. So zeigte sich in den Kleingruppen oft eine interessante Zusammenstellung von Mitgliedern aus Landes- und Freikirchen – von traditionell über evangelikal bis hin zu pfingstlich-charismatisch.
Gewinner oder Verlierer?
„Wenn es so weitergeht, müssen wir als Christen bald Insolvenz anmelden, da unsere Ansichten nicht mehr gefragt sind“, war die Aussage von Christoph Jakob (Kassel), als es in einer Podiumsdiskussion um die Frage ging, wie Christen ihren Glauben in eine desinteressierte Gesellschaft transportieren können. „Der christliche Glaube scheint dem Geist der Zeit nicht mehr gerecht werden zu können“; er sei zu verbindlich, man könne mit ihm keine interreligiösen Erfahrungen machen wie mit dem bunten Mix aus Esoterik und Buddhismus, wie ihn viele Junge Menschen modern und weltoffen leben, so Jakob. Dem widersprachen die beiden Unternehmer Klaus Händel (Bruchsal) und Frank Suchy (Chemnitz), die beide die Erfahrung gemacht haben, dass zwar medial das Klima rauer geworden ist, sich aber andererseits in persönlichen Gesprächen und Begegnungen eine große Offenheit für Lebens- und Glaubensfragen zeigt.
In kleinen Gruppen konnten die diversen Standpunkte weiter diskutiert und Strategien entwickelt werden, den Glauben in unserer Generation wieder als das wahre Lebenskonzept zu präsentieren.
Es folgten Workshops mit hochkarätigen Referenten. Ich selbst konnte mich im Workshop „Unternehmerisches Handeln auf biblischen Grundlagen“ mit konkreten Fragestellungen betriebswirtschaftlichen Handelns auseinandersetzen und dabei von den Erfahrungen des 1. CiW-Vorsitzenden Frank Suchy profitieren.
Nach einem segensreichen Seminartag konnten wir uns auf den Galaabend im großen Theatersaal freuen. Dort ist mir zum ersten Mal bewusst geworden, wie viel Potential in uns allen steckt und wie sehr wir Gott als junge Generation am Herzen liegen. Ich sah uns aber auch als eine Gruppe junger Menschen, von der Gott etwas erwartet. Wir waren nicht nach Rothenburg gekommen, um dort ein entspanntes Wochenende fernab von Uni-Stress und Arbeitsalltag zu verbringen. Vielmehr haben wir die Tagung als Beginn einer neuen Bewegung im CiW empfunden, die von nun an unter dem Begriff CiW Young Professionals angehende Führungskräfte unterstützt, authentisch ihren Glauben in der Gesellschaft zu leben, trotz Gegenwind.
Die Tagung endete mit einem Gottesdienst, der mich sehr ansprach: Pastor Lukas Rosenthal ging auf Aspekte interreligiöser Kommunikation und Nächstenliebe ein. Für mich waren das anschließende Abendmahl und die Segnung Höhepunkte dieser Jungen Tagung. Dann bis 2010.
Nathalie Figge studiert Wirtschaftswissenschaften und Wirtschaftsrechtan der Ruhr-Universität Bochum und arbeitet beim CiW alsMitarbeiterin im Bereich Young Professionals, zudem ist sie als freie Mitarbeiterin beim WDR (Köln) tätig.
Vortragsabend(zur Nachricht am 28.6.09)
Podiumsdiskussion (von links: Klaus Haendel, Frank Suchy, Timo Plutschinski, Lukas Rosenthal, Dr. Friedmann Eissler, Christoph Jakob)(zur Nachricht vom 28.6.09)
Gala-Abend(zur Nachricht vom 28.6.09)
18. Juni 2009
Studie: US-Amerikaner finden mit 36 Jahren ihr kirchliches „Zu Hause“
Eine nationale Studie in den USA hat herausgefunden, dass junge Amerikaner bis ca. 24 Jahre einmal oder öfter ihre Konfession wechseln. Danach wird es weniger. Im Alter von 36 Jahren hat die Mehrheit der Amerikaner ihre geistliche Heimat gefunden, das wechseln wird weniger. Die Studie vom „Pew Forum on Religion and public Life“ untersuchte auch die Gründe für den Wechsel. Interessant auch die Gründe, warum manche Christen zu gar keiner Kirche mehr gehen, nachdem sie dies früher getan hatten.
Amerikaner, die überhaupt keinen Kontakt mehr mit einer Kirche haben, unterteilen sich in zwei große Gruppen. Mehr als die Hälfte von ihnen sagen, es sei weil sie „nicht mehr an die Lehre glauben“, 40% von ihnen haben keinen Kontakt mehr mit einer Kirche weil ihre „geistlichen Bedürfnisse“ nicht erfüllt werden.
Die Hälfte aller Protestanten, die die Gemeinde oder Konfession wechseln, tun das, weil sich ihre Lebensumstände geändert haben. Umzug oder Heirat zählen dazu. Weitere 36% wechseln ihre Konfession weil sie mit der Gemeinde, Praktiken oder den Leuten vor Ort nicht zufrieden sind.
Die gute Nachricht aus der Studie ist: Wer in den USA ohne Kontakt zu einer Kirche aufwächst bleibt in der Regel nicht kirchenfern. Die Studie zeige, so der Leiter der Studie, John Green, dass viele kirchenferne Menschen sehr offen sind für den Glauben. Es gibt, so Green, scheinbar eine echte Nachfrage, die genau zum Angebot passt. Es gibt genug Menschen, die bereit, willens und in der Lage sind, den Glauben zu wechseln, wenn sie nur das richtige Angebot finden.
5. Juni 2009
Gründergeneration gibt „YWAM-Gene“ weiter
Eine Schulung oder Konferenz ganz besonderer Art veranstalteten Jan Schlegel und seine Mitarbeiterschaft im JMEM-Zentrum Herrnhut im April und Mai dieses Jahres. Der Gedanke war, der jungen Generation von Youth-With-A-Mission-Leitern die ursprüngliche Vision, die „Gene“ der Gründerväter und -mütter zu implementieren. Dazu kamen Loren und Darlene Cunningham, Sean Lambert (San Diego) und der JMEM-Theologe und Missiologe John Hamilton sowie weitere Gäste ins Dreiländereck nach Herrnhut. Eine Überraschung und Herausforderung besonderer Art war Susanne Childers aus Hawaii. Wir haben sie gebeten, exklusiv für unsere Leserschaft etwas aus ihrem Leben und dem herausfordernden Dienst, in den Gott sie geführt hat, zu erzählen.
Lesen Sie Susi Childers packenden Bericht in der neuen Charisma-Ausgabe 149. (Erscheinungstermin 20. 06.09).
Charisma-Ausgabe 149 Bestellung:
11. Juni 2009
Jahrhundertbilanz von Ekkehart Vetter
Vom 26. bis 28. März 2009 fand erstmalig eine gemeinsame Tagung des Interdisziplinären Arbeitskreises Pfingstbewegung zusammen mit dem Verein für Freikirchenforschung am Theologischen Seminar Beröa in Erzhausen statt (vgl. Nachrichten Archiv-2. April).Die Tagung stand unter dem Thema „Berliner Erklärung“, die sich ja in diesem Jahr zum 100. Mal jährt. Der Präses des Mülheimer Verbandes, Ekkehart Vetter, der auch zu den Referenten dieser Tagung zählte, hat nun im Mai anlässlich des 100-ährigen Bestehens des Mülheimer Verbandes ein neues Buch veröffentlicht, das unter anderem auch zur Geschichte und Bewertung der Berliner Erklärung ausführlich Stellung nimmt: „Jahrhundertbilanz“.
Erweckung – eine Sehnsucht, die viele Christen teilen. Sie ist in der Regel auf die nahe Zukunft ausgerichtet. Frisches, ansteckendes, motivierendes geistliches Leben – den Wunsch danach tragen Menschen in unterschiedlichsten Kirchen in sich. Motiviert und genährt werden aber kann diese Sehnsucht auch durch die Vergangenheit. Dies ist das Anliegen der„Jahrhundertbilanz“.
Die Bilanz dieser Dokumentation deutscher Erweckungsgeschichte fällt dabei durchaus bunt und schillernd aus. Zu ihr gehören Erweckungsfaszination und Durststrecken, Zeiten, in denen sich viel bewegte und Gemeinden aufblühten, und Zeiten, in denen das Gegenteil der Fall war, Zeiten innerkirchlicher Auseinandersetzungen und Zeiten wohlwollenden zwischenkirchlichen Miteinanders. Die „Jahrhundertbilanz“ beschreibt sowohl den Beginn der Pfingstbewegung in Deutschland als auch die innere Spannung des daraus erwachsenen Mülheimer Verbandes in Bezug auf genau diese pfingstliche Identität.
Der Verfasser, Ekkehart Vetter, ist Präses des Mülheimer Verbandes Freikirchlich-Evangelischer Gemeinden und Pastor der Christus-Gemeinde Mülheim. Er gehört zum Hauptvorstand der Deutschen Evangelischen Allianz und ist in zahlreichen zwischenkirchlichen Gremien und Initiativen aktiv.
Bis zum 1.7.2009 ist der 528 Seiten starke Band zum Subskriptionspreis von 16,- Euro erhältlich bei: www.muelheimer-verband.de.
Flyer_Jahrhundertbilanz.pdf
6. Juni 2009
Gottkennen-Tour durch ganz Deutschland
„Und wenn es ihn doch gibt – Gottkennen.de“
Mitten in Berlin startete heute vor einer Woche die Gottkennen-Tour. Der Bus mit der Aufschrift „Und wenn es ihn doch gibt ... Gottkennen.de“ war für knapp zwei Stunden vor dem Roten Rathaus zu sehen, bevor er zum Brandenburger Tor weiterfuhr. In Berlin kamen Mitglieder der Apostel-Petrus-Gemeinde (Pfarrer Swen Schönheit) zum Buseinsatz dazu, um bei Gesprächen mitzuhelfen.
Die Gottkennen-Tour „begleitet“ drei Wochen lang die atheistische Buskampagne, die unter dem Slogan „Es gibt (mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit) keinen Gott“ eine große Runde durch Deutschland fährt. „Uns ist ein gutes Verhältnis zur Buskampagne wichtig, denn wir suchen den kritischen, aber fairen Dialog. Wir möchten den Menschen zeigen, dass wir an Gott glauben und er für jeden erfahrbar ist,“ erklärt Projektleiter Dr. Andreas Bartels. Vor dem Roten Rathaus konnte man beide Busse für kurze Zeit gemeinsam sehen.
Am Donnerstag fiel der „Atheistenbus“ kurzfristig wegen Öldruckproblemen aus, so dass er nicht nach Dortmund kommen konnte. Ingmar Bartsch, Pressesprecher der Gottkennen-Tour, sagte am Donnerstag: „Wir hatten bis jetzt attraktive Standplätze vom Brandenburger Tor in Berlin bis zur Reinoldikirche in Dortmund. Durch die Zusammenarbeit mit Kirchen und Gemeinden vor Ort konnten wir Passanten überall ein interessantes Programm anbieten. Vor allem aber kommen wir ins Gespräch mit Menschen, die durch den Gottkennen-Tourbus neugierig geworden sind. So können wir weitergeben, welche Erfahrungen wir als Christen mit Gott machen.“ Holger Zarnetta von der Heilsarmee Dortmund unterstreicht: „Ich war angenehm überrascht, wie viele Leute heute an den Bus gekommen sind. Sie reagieren sehr positiv und bleiben stehen. Mit vielen sind wir ins Gespräch gekommen, darunter auch mit einer Gruppe von Muslimen, die sich angeregt mit uns unterhalten haben.“
Bisherige Stationen waren Berlin, Rostock, Schwerin, Hamburg, Bremen, Osnabrück, Münster, Dortmund, Essen und Düsseldorf. In der Landeshauptstadt von Nord-Rhein-Westfalen konnte sich der „Bekenner-Bus“ in die Missionale der Katholischen Kirche einklinken – eine stadtweite Evangelisierung von Pfingsten bis Fronleichnam.
Heute ist der Bus ist Köln. In den nächsten Tagen wird die Gottkennen-Tour über Gießen und Frankfurt nach Baden-Württemberg weitergehen. Hier für Interessierte die nächsten Orte:
So 07.06. Köln, Bonn, Gießen
Mo 08.06. Frankfurt/Main
Di 09.06. Mannheim/Ludwigshafen + Heidelberg
Mi 10.06. Karlsruhe + Stuttgart
Do 11.06. Tübingen + Reutlingen + Ulm
Fr 12.06. Augsburg
Sa 13.06. München
So 14.06. München
Mo 15.06. Regensburg + Nürnberg
Di 16.06. Chemnitz + Leipzig
Mi 17.06. Dresden
Der Abschluss findet am 18. Juni wiederum in Berlin statt.Nähere Auskunft: www.tour.gottkennen.de.
Atheisten Bus in Berlin(zur Nachricht vom 6.6.2009)
Gottkennen Bus in Schwerin(zur Nachricht vom 6.6.2009)
Podiumsdiskussion (von links: Klaus Haendel, Frank Suchy, Timo Plutschinski, Lukas Rosenthal, Dr. Friedmann Eissler, Christoph Jakob)(zur Nachricht vom 28.6.09)
Vortragsabend(zur Nachricht am 28.6.09)
Gala-Abend(zur Nachricht vom 28.6.09)
Atheisten Bus in Berlin(zur Nachricht vom 6.6.2009)
Gottkennen Bus in Schwerin(zur Nachricht vom 6.6.2009)