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2011-03-07
Iranischer Taufgottesdienst
16 ehemalige Moslems – einer von ihnen ein Iman-Anwärter – wurden am Sonntag, dem 27. Februar 2011 in der internationalen New Life Church (NLC) in Düsseldorf im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes getauft. Sechs Wochen lang hatte Pastor Richard
Aidoo sie darauf vorbereitet. Täglich außer Sonntag lernten sie in diesem Taufseminar die grundlegenden biblischen Wahrheiten – mit Christus im Zentrum.
Ein Ehepaar gibt Zeugnis: die Frau ist nach Gebet gesund geworden, diverse Probleme (z.B. ihre Aufenthaltsgenehmigung) sind durch Gottes Hilfe gelöst.
Ein anderer Iraner erzählt ganz offen, dass er an Depressionen gelitten hatte. In der NLC hat er ein neues Leben kennengelernt – das Leben mit Jesus. Jetzt kann er wieder problemlos schlafen und auch er hat inzwischen seine Aufenthaltsgenehmigung erhalten.
Die Friseurmeisterin Rachel, die maßgeblich am Aufbau der iranischen Gemeinde beteiligt ist und bei fast jeder Veranstaltung übersetzt, berichtet Charisma, dass alle Täuflinge noch sehr jung im Glauben sind. Landsleute haben ihnen von Jesus Christus erzählt, sie sind neugierig geworden, zur NLC mitgekommen, haben Gebet empfangen und Lebensveränderungen erfahren – und sich dann entschlossen, Jesus Christus von ganzem Herzen nachzufolgen.
Fotos (Manuela Krause):
2011-03-12
Erdbeben in der Stadt Christchurch – Erdbeben auch im eigenen Leben
Wenn es irgendwo ein Erdbeben gibt, wird eine ganz Stadt und Region erschüttert mit oft tragischen Folgen. Bei einem verheerenden Erdbeben der Stärke 6,3 in Christchurch im Februar dieses Jahres stürztenGebäude zusammen. Viele Menschen rannten auf die Straße, um sich zu retten und wurden von herabstürzenden Teilen getroffen. Die Straßen wurden in Sekunden in Schlammfelder verwandelt, da aus dem Erdboden Wasser- und Schlammmassen hervorbrachen, die die Straßen überfluteten, in die Geschäfte und Häuser flossen und gewaltigen Schaden hinterließen.
Karin Detert von „Brücke zu den Nationen“ ist dem Erdbeben knapp entgangen. Für Charisma-online schildert sie, was sie erlebte und welche Gefühle und Reflektionen damit verbunden waren.
Als deutsches Team im Land unterwegs
Zu der Zeit des Erdbebens waren wir mit einem Team von acht deutschen Christen in Neuseeland unterwegs, wo wir in verschiedenen Städten und Gemeinden Konferenzen und Seminare zum Thema „Vaterherz Gottes“ abgehalten haben.
Drei Tage vor dem Erdbeben hatten wir – Preis dem Herrn – die Stadt schon verlassen.
Eine Woche vorher standen wir noch vor der Kathedrale von Christchurch, deren Turm dann später zusammenbrach.
In einem wunderschönen Außenbezirk von Christchurch, wo wir noch vier Tage vorher waren, wurden einige Häuser von Felsbrocken zerstört, die vom Hang losbrachen und durch die Häuser rollten. Viele der Cafés und Läden gibt es nicht mehr.
Bei dem Ausmaß des Bebens kann man dennoch von Bewahrung sprechen, dass in einer Stadt von 400.000 Menschen und vielen Touristen nur bislang 166 Menschen ums Leben kamen.
Folgen des Erdbebens
In nur wenigen Sekunden verloren viele Menschen ihr Leben oder wurden verletzt. Die Nachfolgen des Bebens werden die Menschen und diese Stadt noch lange begleiten. Viele haben in einem Augenblick ihren ganzen Lebenstraum verloren, alles, wofür sie gelebt haben. Viele haben ihre Häuser verloren – samt allem, was drin war. 10.000 werden wohl bislang abgerissen. Ca. 3000 Menschen verloren ihre Arbeitsstellen.
Es gibt Entschädigungen, aber viele warten noch immer auf die Entschädigungen vom Septembererdbeben – jetzt die neue Katastrophe.
Als ich gestern Abend die gewaltige Zerstörung durch Erdbeben und Tsunami in Japan im Fernsehen mitbekam, saß ich fassungslos vor dem Bildschirm. Gewaltige Wassermassen rasten durchs Land und verwüsteten alles, was in den Weg kam. Feuer überall. Ein gewaltiges Ausmaß an Zerstörung!
Jemand aus Deutschland sagte zu mir: Das ist so weit weg von mir/uns ....
Plötzlich kommt eine Katastrophe ganz nahe
Solche Ereignisse waren auch immer weit weg von mir, aber jetzt, wo ich selber in so einem Gebiet bin und gerade noch dem Beben entkommen bin, jedoch das Leid und Not die der Menschen vor Ort miterlebe, hat es mich sehr tief bewegt und betroffen gemacht, so dass ich stundenlang auf der Erde lag und weinen musste um all die Menschenleben, die in ein paar Minuten einfach ausgelöscht wurden.
Das alles kam plötzlich sehr nahe, zumal auch hier in Christchurch und inzwischen an vielen Orten Neuseelands ständig neue Beben zu verzeichnen sind. Es fühlt sich an, wie ein LKW, der plötzlich durchs Haus rast. Alles wird erschüttert, manchmal mehr, manchmal weniger.
Vertraue ich Gott mit meinem Leben?
Ich frage mich: Vertraue ich dem Herrn wirklich für mein Leben?
Das sagt man immer so leicht, aber erst in gewissen Umständen erkennen wir, was wirklich im Herzen ist.
Es ist dann gut, sich immer wieder zu vergegenwärtigen, wer unser Gott ist.
In Psalm 46 heißt es: Gott ist unsere Zuflucht und Stärke, als Beistand in Nöten reichlich zu finden. Darum fürchten wir uns nicht, wenn auch die Erde bebte und die Berge mitten ins Meer wankten.
Das führt dann doch zu halbwegs ruhigen Nächten.
Aber uns wird hier immer bewusster: Das Leben kann auch schnell vorbei sein.
Egal, wo wir leben, unser Leben liegt in Gottes Hand und nur in seiner Hand sind wir geborgen.
Er ist mein Fels, meine Festung, meine Hilfe und mein Heil.
Glaubensgeschwister hier aus Christchurch berichten von gewaltigen Wundern, wie Menschen überlebt haben und gerettet werden konnten: Zum Beispiel befand sich die Sekretärin einer Gemeinde, die frisch verheiratet war, gerade in ihrem Auto, als eine Hauswand auf das Auto fiel. Ihr Mann, der in der Nähe war, sah es und rannte hin, um zu helfen. Er hörte durch ein offenes Autofenster, wie sie am Beten war und zu Gott sagte, dass es doch noch viel zu früh für sie sei, zu gehen, da sie noch nicht einmal Kinder gehabt hätten.
Er konnte sie ziemlich unbeschadet aus dem Auto befreien.
Segensgebete für die Stadt
Es sind ganz besondere Augenblicke, wenn wir mit Geschwister zusammen beten können und Gott danken für die Bewahrung in all dem Chaos. So trafen wir uns und beteten aus dem Wohnzimmer eines Hauses, das gegenüber der Stadt auf einem Berg liegt, und segneten die Stadt. Wir riefen Gottes Gnade und seine Pläne der Erlösung über der Stadt aus und dass diese Stadt, die jetzt bekannt geworden ist als eine zerstörte Stadt, Christchurch, bekannt würde in der Welt als eine Stadt, in der Christus seine Church/Gemeinde baut, eine Stadt, die zum Herrn umkehrt und in der er das Minus in ein Plus verwandelt.
Trauer über den Verlust von Menschenleben
Doch im Moment zerbricht mein Herz darüber, zu sehen, wie Tausende von Menschen in einem erneuten Beben, das diesmal Japan erfasste, einfach weggerafft wurden.
Matthäus 24:6: ... Sehet zu, erschrecket nicht; denn dies alles muss geschehen, aber es ist noch nicht das Ende.
Matthäus 24:7: Denn es wird sich Nation wider Nation erheben und Königreich wider Königreich, und es werden Hungersnöte und Seuchen sein und Erdbeben an verschiedenen Orten.
Matthäus 24:8: Alles dieses aber ist der Anfang der Wehen.
Matthäus 24:14: Und dieses Evangelium des Reiches wird gepredigt werden auf dem ganzen Erdkreis, allen Nationen zu einem Zeugnis, und dann wird das Ende kommen.
Woanders spricht es davon, dass die Erde in Geburtswehen liegt und sich nach Errettung und der Offenbarwerdung der Söhne Gottes sehnt.
Römer 8:19, 22: Denn das sehnsüchtige Harren der Schöpfung wartet auf die Offenbarung der Söhne Gottes. .... Denn wir wissen, dass die ganze Schöpfung zusammen seufzt und zusammen in Geburtswehen liegt bis jetzt.
Als Leib Christi zusammenrücken
In einer Gebetszeit heute Morgen musste ich immer wieder an Passagen aus dem Alten Testament denken, wenn in Zeiten einer nationalen Not die Könige ihr Volk zusammenriefen, um gemeinsam zu fasten und sich vor Gott zu demütigen und seine Hilfe zu erbitten.
Was würde geschehen, wenn wir als Leib Christi zusammenrücken würden und gemeinsam das Angesicht des Herrn für unser Land, unsere Städte oder auch die Städte und Länder anderer suchten?
Als die Ungläubigen sich zusammentaten, um in Einheit den Turm in Babel zu bauen, wäre ihnen nichts unmöglich gewesen, deshalb verwirrte der Herr ihre Sprache, dass sie die Kraft, die in der Einheit liegt, verlören.
Im Hinblick auf die Ereignisse im Nahen Osten und die weltweite Finanzkrise, die sich aufgrund der letzten Erdbebenereignisse noch ausweiten wird, sowie manch anderer „Zeichen“, die weltweit zu beobachten sind: Was würde der Herr uns sagen, wenn wir als sein Leib, als Leib Christi, in unserer Stadt, in unserem Land zusammenrückten, um ihn zu suchen?
Was bestimmt mein Leben?
Mich bewegt im Licht dieser gerade stattgefundenen verheerenden Naturkastrophen immer wieder die Frage: Was sehen wir eigentlich als wichtig an in unserem Leben?
Was macht mein Leben aus? Wofür lebe ich? Materielle Güter? Wohnung, Haus, Freizeit, Hobbies ... Alles Materielle kann in einem Moment weg sein.
Der Herr sagte in weiser Voraussicht (Matthäus 6,20): … sammelt euch aber Schätze im Himmel, wo weder Motte noch Rost zerstört, und wo Diebe nicht durchgraben noch stehlen. (Passt sicher auch für die Finanzkrise.)
Der Missionsbefehl an uns alle lautet: Geht hin in die ganze Welt und predigt das Evangelium der ganzen Schöpfung (Mk 16,15).Jene aber, heißt es, gingen aus und predigten allenthalben, indem der Herr mitwirkte und das Wort bestätigte durch die darauf folgenden Zeichen.
Das Wichtigste ist doch eigentlich, dass wir Menschen zu Jesus führen, damit sie wissen, egal, wie die Umstände um sie herum sind, sie sind sicher und gerettet in ihm.
So lautet mein Gebet:
Herr, hol mich/uns raus aus der Bequemlichkeit unseres Lebens und erfass uns mit Deiner Liebe für die Verlorenen. Füll uns an mit dieser Liebe, die jedes menschliches Denken übersteigt, die Jesus willig gemacht hat, für uns sein Leben hinzugeben.
Ich möchte mein Ohr auf Dein Herz legen und hören, wie es sekündlich für die Verlorenen schlägt.
Herr, rücke die Prioritäten unseres Lebens in die richtige Reihenfolge. Leben wir für Dich oder leben wir doch eigentlich alles in allem unser eigenes schönes Leben und lassen Dich etwas daran teilhaben?
Ergreife unser Leben ganz neu mit Deiner Liebe, Deiner Sehnsucht nach den Verlorenen. Lass Deinen Herzschlag – nach den Verlorenen Ausschau zu halten - zu unserem Herzschlag werden. Dass nicht die Nichtigkeiten des Lebens uns in Beschlag nehmen, sondern das, was Ewigkeitswert hat.
Weck mich auf, Herr, und lass mich zu einem Menschenfischer werden. Hilf uns, dass wir Finanzen freisetzen, damit Dein Reich gebaut werden kann.
Hol uns raus aus der Routine unseres Lebens und lass uns zu einer brennenden Fackel für Dich werden, die den Menschen Dein Licht und Deine Erlösung bringt.
Zur Autorin:
Karin Detern reist „als Botschafterin Gottes“ – so könnte man sagen – in viele Länder, um Kontakte zu den Glaubensgeschwistern zu knüpfen, Verbindungen zu schaffen, voneinander zu lernen und füreinander ein Segen zu sein. Ihr unterstützenswerter Dienst wird näher beschrieben auf: http://medinajap.blogspot.com
Fotos:
2011-03-20
"Durch die Marriage Week neuen Mut geschöpft …"
Über 500 Veranstaltungen während der Woche der Ehepaare 2011
In vielen deutschen Städten wurde die Woche vor dem Valentinstag (7. bis 14. Februar) auch in diesem Jahr wieder als "Marriage Week" gefeiert. Ziel dieser "Woche der Ehepaare" ist unter anderem, Ideen und Gelegenheiten für Paare zu schaffen, ihrer Ehe etwas Gutes zu tun. In Deutschland fand die Themenwoche zum dritten Mal statt; insgesamt wurden etwa 500 Veranstaltungen für Ehepaare angeboten.
Inzwischen haben die Veranstalter die diesjährige Marriage Week ausgewertet, um Anhaltspunkte für statistische Aussagen zu gewinnen. Nach ihren Schätzungen haben auch in diesem Jahr wieder über 20.000 Personen an Marriage-Week-Veranstaltungen teilgenommen oder in anderer Form Angebote der bundesweiten Themen- und Aktionswoche in Anspruch genommen. In etwa 150 Zeitungs-, Radio- und TV-Beiträgen wurde die Woche der Ehepaare zum Anlass genommen, eigene Beiträge zu den Themen Ehe und Partnerschaft zu gestalten. An der Planung und Umsetzung beteiligten sich 240 Partnerorganisationen. In vielen deutschen Städten vernetzten sich unterschiedliche Initiatoren und gestalteten die Angebote gemeinsam.
Getragen wird die Aktion von Marriage Week Deutschland e. V., einem Zusammenschluss von Privatpersonen, Organisationen und Unternehmen aus Kultur, Politik, Kirche und Wirtschaft (Info-Link: www.marriage-week.de). Für das interkonfessionelle Missionswerk Jugend mit einer Mission (JMEM), das 2009 zu den Initiatoren der deutschen Woche der Ehepaare gehörte, stellt Sokol Hoxha vom JMEM-Schulungszentrum Schloss Hurlach (Oberbayern) fest: "Ich engagiere mich gerne für die Marriage Week, weil sie uns daran erinnert, auf welchen Fundamenten unsere Gesellschaft aufgebaut ist: Was eine Ehe wertvoll macht, ist auch für das vielfältige Beziehungsgeflecht der Gesellschaft wichtig. Diese Woche der Ehepaare mit ihren bunten Angeboten ruft die vielen positiven Aspekte in Erinnerung, die der Schöpfer in die Ehe hineingelegt hat. Gerade angesichts von zahlreichen negativen Bewertungen der ehelichen Partnerschaft in den Medien können wir Christen in dieser Themenwoche die Schönheit der ehelichen Liebe betonen. Die Begeisterung für diese Liebesbeziehung zu wecken - darum geht es uns in der Marriage Week."
Dementsprechend haben auch in diesem Jahr christliche Veranstalter besondere Akzente gesetzt. "Wir freuen uns über die Vielfalt der Partner-Organisationen. Dabei überrascht es uns nicht, dass sich so viele Christen beteiligen. Sie nutzen diese Gelegenheit in der Valentinswoche und sprechen Themen an, die vom Evangelium her viel gründlicher beleuchtet werden können", sagt ein Mitarbeiter des JMEM-Familiendienstes. "Und deshalb ist es gut, wenn christliche Referenten beispielsweise die folgenden Themen aufgreifen, die mir in der Veranstaltungsübersicht aufgefallen sind: 'Wie du mir, so ich dir? Wege aus der Schuldfalle' - 'Sehnsucht, Sex und Segen' - 'Wie alte Wunden unsere Ehe beeinflussen' - 'Wie zeige ich dir meine Liebe?' - Christen haben zu diesen Themen etwas zu sagen; das hilft vielen Ehepaaren tatsächlich weiter."
Die Marriage Week wurde 1996 in England "erfunden" und 2009 erstmals in Deutschland realisiert. "Die Resonanz von Teilnehmern, Veranstaltern und Medien hat uns ermutigt", sagte Siegbert Lehmpfuhl, der Vorsitzende des Vereins, der hinter der Aktion steht. Ehepaare seien durch den Besuch von Candle-Light-Dinners, Seminaren, Konzerten und Gottesdiensten in ihrer Beziehung gestärkt worden. "Einige haben uns geschrieben, dass sie durch die ‚Marriage Week' neuen Mut geschöpft haben", berichtete Lehmpfuhl weiter. Der Vorstand des Trägervereins sei mit dem Verlauf zufrieden und plane auch für 2012 wieder eine derartige Aktionswoche.
Rolf Dieter Braun
2011-03-27
Gottesdienste in Christchurch nach dem Erdbeben
Was hat sich verändert? – Was tut Gott in der Stadt?
Karin Detert, Leiterin der „Brücke zu den Nationen“, hatte vor kurzem im Rahmen von Charisma-online über das Erdbeben in Christchurch, Neuseeland, berichtet. In der Zwischenzeit besuchte sie einen Gottesdienst und lässt uns an ihren Erlebnissen teilhaben.
Der Ortsteil Brighton vor und nach dem Beben
Es war früh am Sonntagmorgen, die Straßen in Brighton, einem Bezirk von Christchurch, waren ziemlich leer, die Türen oder Fenster der Geschäfte und Häuser der Ladenstraße mit verschieden farbigen Zetteln versehen, je nachdem, ob sie abgerissen werden sollten, nur beschädigt waren oder wieder geöffnet werden konnten.
Der Himmel war grau, das Meer bewegt und der Strand mit Schildern versehen: Bitte nicht ins Wasser gehen wegen Umweltverschmutzung durch das Erdbeben. 100 der 400 Häuser dieses Bezirkes sind für den Abriss gekennzeichnet. Ein ziemlich trostloser Anblick.
Brighton Strand: "Der verlassene Strand"
Anfang Februar war es noch ein fröhlicher farbenfroher Ort, wo wir noch an einem Abend mit einem Team aus Deutschland in der Grace-Vineyard-Gemeinde gedient hatten. Jetzt ist das Gemeindegebäude beschädigt. Der funktionierende Teil wurde von der Gemeinde in ein Versorgungszentrum (Lebensmittel, Hilfsteams, Gesprächs- und Gebetsangebote etc.) für den Ort verwandelt. Die Gemeinde trifft sich jetzt in einem anderen Gebäude.
Gottesdienst – Tiefe Begegnung mit Gott
Der Saal war total voll. Das erste Lied wurde angestimmt: Amazing Grace! (Erstaunliche Gnade!)
Was für ein Unterschied, ob man dieses Lied singt, weil es so schön ist oder ob man es inmitten einer tiefen Krise singt! Es war nicht einfach mehr als nur ein Lied – es kam aus der Tiefe der Herzen all derer, die das Erdbeben überlebt hatten. Inmitten all der Fragen, warum die einen überlebt haben, die anderen nicht, die einen die Häuser verloren haben, die anderen nicht und vieler anderer Fragen, für die es gerade keine Antworten gab und wahrscheinlich auch nie geben wird steht fest: Amazing Grace!
Danke Gott für Deine Bewahrung. 400.000 Einwohner, „nur“ 200 Menschen, die es nicht geschafft hatten. Danke Gott, dass wir vor Schlimmerem bewahrt wurden! Danke, dass Du unser Fels, unsere Festung, unser Zufluchtsort bist, in Zeiten der Not reichlich zu finden.
Danke, dass wir Dir unsere Ängste, unseren Schmerz, unsere Einsamkeit, unsere Fragen bringen können. Danke, dass Du uns tröstest, stärkst, ermutigst, uns neue Hoffnung gibst, dass es mit Dir weitergeht und nicht die Zerstörung das letzte Wort hat.
Danke, dass Du unsere Trauer verwandelst und uns fähig machst, uns dennoch am Leben und am Morgen zu freuen, trotz der Verluste und der Ungewissheit, wie es weitergeht. Der Boden ist schwankend und nach zwei schweren Beben in wenigen Monaten, wer weiß, was noch vor uns liegt. Aber du bist unser Fels, unsere Rettung und du hast gute Pläne für unser Leben und unsere Stadt. Wir segnen Christchurch und beten, dass deine Herrlichkeit diese Stadt erfüllt und sie bekannt wird als eine Stadt, die „Christ‘s Church“ (Gemeinde Christi) ist.
Ein Lied wurde gesungen, Herr, Dir sei die Ehre! Inmitten der Not und des Schmerzes bekommen diese Lieder tiefe Bedeutung. Herr, egal was passiert, dir sei die Ehre und die Anbetung. Wahre Lobpreisopfer, die zum Himmel aufstiegen. Bei vielen liefen Tränen. Die Gegenwart Gottes war da, sein Trost, sein Friede.
Amazing Grace! Amazing Gott! Der Pastor, der sehr ehrlich seine eigenen Erfahrungen während des Bebens und der Zeit danach weitergab, predigte darüber, wie der Herr auch seine Jünger immer wieder ermutigte, inmitten des Sturmes ihre Augen auf ihn zu richten und zu wissen, mit dem Herrn an ihrer Seite kommen sie siegreich hindurch.
Zum Abschluss wurde die neuseeländische Nationalhymne gesungen, deren Worte sich an Gott richten mit der Bitte: „God defend New Zealand“. Das war schon etwas ganz Besonderes.
Plötzlich geht man nicht mehr am Sonntag in die Gemeinde, weil eben Sonntag ist, sondern weil Gott Gott ist und weil Gott das Leben gerettet hat und so real ist und wir ohne ihn nicht weitergehen können. Gott, wenn Du mich nicht durchträgst, alleine kann ich da nicht durchgehen. Hilf mir, für all die, die Dich nicht kennen, eine Brücke zu Dir sein zu können.
Foto Godi Nationalhymne: Die Versammlung
singt die Nationalhymne, auch die Kinder sind dabei
Trauerfeier
Am Freitag, dem 18.3. fand die Trauerfeier in Christchurch in einem großen Park statt. So weit das Augen reichte, füllten die Menschen den Rasen, um gemeinsam als Stadt zu trauen und gemeinsam Abschied zu nehmen von denen, die es nicht geschafft hatten und allen Helfern zu danken, die ihr Leben riskiert haben, um nach Überlebenden zu suchen und bei den Aufräumarbeiten zu helfen.
Vision der reifen Erntefelder
Als ich dieses Bild der großen Menschenmenge sah, die gemeinsam um den Verlust so vieler Menschen und anderer Dinge trauerte, wurde ich an die reifen Erntefelder Afrikas erinnert, wenn Reinhard Bonnke seine Großveranstaltungen durchführt und die Kamera in die Menschenmenge schwenkt.
Ich sah diese gleiche Menschenmenge, die hier bei der Trauerfeier versammelt war, aber ich sah sie, wie sie in dieser Stadt zusammenkam, um ihrem Erlöser zu begegnen. Wie sie zu dem gerufen wurden, der der Einzige ist, der uns Sicherheit und Hoffnung und Wegweisung und ewiges Leben geben kann.
Eine Zeit der Not – Eine Chance für die Gemeinde
Die derzeitige Situation bietet den Gemeinden viele offene Türen, den Herzen der Menschen zu begegnen. Die Gemeinden rücken zusammen. Neulich gab es ein Pastorentreffen, zu dem ca. 200 Pastoren und Leiter zusammenkamen, um füreinander zu beten und zu überlegen, wie sie gemeinsam der Stadt helfen könnten. Gemeinden werden aktiv in der Stadt durch praktische Hilfsaktionen wie Essen-, Kleidungs- und Lebensmittelverteilung, aber auch Nachbarschaftshilfe wie Aufräumarbeiten, Hilfe bei Umzügen und überhaupt Überlebenshilfe.
Die Stadt kann helfen, aber nur bis zu einem gewissen Grad. Derzeit besteht ein großer Bedarf an Seelsorgehelfern. Gemeinden aus anderen Teilen des Landes motivieren ihre Seelsorger, für einen kürzeren oder längeren Einsatz nach Christchurch zu gehen, um den Menschen ein Ohr zum Zuhören zu leihen, ihnen eine Umarmung zu schenken und für sie zu beten. Eine gewaltige Chance für den Leib Christi. Ein christliches Team aus Australien kam, um den Kindern auf den Straßen und in den Notunterkünften zu dienen und ihre Herzen aufzuheitern.
Es wurde von Nicht-Christen berichtet, die sich den ganzen Tag auf dem Gelände der oben beschriebenen Gemeinde aufhalten, einfach nur weil sie sagen, sie fühlten sich sicher, wenn sie in der Nähe der Christen sind. Ist das nicht gewaltig? Viele kommen erstmals in die Gemeinden.
Möge es schnell sichtbar werden, wie der Herr das Minus der jetzigen Situation in ein Plus verwandelt und der Leib Christi in der Stadt sichtbar wird und denjenigen, der allein der wahre Helfer in der Not ist, Jesus Christus, zu den Menschen bringt.
Karin Detert, im März 2011
Brücke zu den Nationen, zurzeit in Wellington, Neuseeland
Zur Autorin:
Karin Detert reist „als Botschafterin Gottes“ – so könnte man sagen – in viele Länder, um Kontakte zu den Glaubensgeschwistern zu knüpfen, Verbindungen zu schaffen, voneinander zu lernen und füreinander ein Segen zu sein.
Wenn Sie mehr über ihren Dienst erfahren möchten, wenden Sie sich bitte an: kdetert@gmx.de