Outbreak-Band ON FIRE

Outbreak-Band ON FIRE

Passionierte Musikgruppe aus Bad Gandersheim auf methodistischem Kongress

Braunfels  –  Die Eröffnung des 27. Kongresses des Arbeitskreises für Geistliche Gemeindeerneuerung in der Evangelisch-methodistischen Kirche Deutschlands am Donnerstagnachmittag (18.10.18) fand wohl erstmalig in einer katholischen Kirche statt, weil für den Abend im Haus des Gastes der Aufbau und der Soundcheck der Outbreak-Band stattfinden musste. Wen nimmt es Wunder, dass dieser Abend ein Volltreffen wurde, nicht nur von der angestiegenen Besucherzahl, sondern vor allem vom Inhalt her.

Hatte ich mich schon darauf eingestellt, meine Ohren zustopfen zu müssen (wie leider auch in vielen anderen christlichen Veranstaltungen), so war ich angenehm überrascht von der zwar lebendigen, aber zugleich sehr einfühlsamen, ja ich bin sogar geneigt zu sagen „sanften Art“, wie die Gruppe diesen Abend gestaltete. Im Programmheft stand: „Juri Friesen und Team von der Outbreakband tauchen mit uns in die Gegenwart Gottes ein.“ Eigentlich hätte ich mir denken können, dass es kein „normales Konzert“ wird. Doch dass wir solch einen tiefgehenden Anbetungsgottesdienst – mit einer sehr persönlich gehaltenen kurzen Ansprache von Mia Friesen – erleben durften, das war echt ein Geschenk des Himmels.

Wie immer zieht der alljährliche Herbstkongress der Charismatischen Erneuerungsbewegung innerhalb der Methodistenkirche Menschen aus ihren Reihen an, die sich teilweise schon seit Jahren oder sogar Jahrzehnten für eine geistliche Erneuerung ihrer Kirche einsetzen. Andererseits kommen auch Gemeindeglieder, die noch auf der Suche sind: auf der Suche nach einer echten Christus-Begegnung, auf der Suche nach neutestamentlichem Gemeindeleben, auf der Suche nach der verheißenen Kraft des Heiligen Geistes.

Was mich nach wie vor beeindruckt

Auch bei diesem Kongress im Braunfelser Haus des Gastes wurde „hinter den Kulissen“ entscheidendes im Gebet bewirkt: Eine Gebetskette von Beginn bis Ende der Konferenz riss nicht ab. Zwei Personen – jeweils eine Stunde – ist die Regel. Tagsüber direkt im Konferenzgebäude, nachts im nahegelegenen kircheneigenen Haus Höhenblick, das auch vielen Kongressbesuchern Übernachtungsmöglichkeit bot.

Diskret kann man Gebetsanliegen in einen Gebetskasten werden, für die dann auch gebetet wird. Und darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, in einem kl. Gebetszelt (innerhalb des Kongress-Gebäudes) für sich unter Handauflegung beten zu lassen.

Gastredner mit besonderer Note

Die Sprecher, Sänger und Musiker dieser Konferenz kommen zwar größtenteils aus den eigenen Reihen, doch so wie auf musikalischem Gebiet diesmal die Outbreak-Band eine große Bereicherung war, erwies sich der extra aus Amerika angereiste Gastredner Rev. Dr. Rick Vance auf theologisch-gemeindlicher Ebene als große Bereicherung. Der Dienst an Männern ist sein Schwerpunkt innerhalb der Methodistenkirche – und zwar nicht nur in den USA (wie ich zuerst dachte), sondern weltweit!

Oft seien wir zu ungeduldig, postulierte Rick Vance in seinem gestrigen Plenumsvortrag. Wer warten nicht genug auf das Wirken des Heiligen Geistes unter uns. Oder wir möchten eine Gabe für uns.  DOCH  GOTT  MÖCHTE  DURCH  UNS  ANDERE  BESCHENKEN! (Vgl. 1 Mose/Gen 12,1: Ich will dich segnen und du sollst ein Segen sein.)

Sehr interessant war auch Dr. Vances Workshop „Der Dienst an Männern in der Kraft des Heiligen Geistes“. Ausgehend von Statistiken, die aufzeigen, dass die meisten männlichen Kirchenmitglieder weder regelmäßig am Gottesdienst und anderen gemeindlichen Veranstaltungen teilnehmen, noch sich selbst im Gemeindeleben einbringen, möchte Vance Männergruppen in Gemeinden bilden. In seiner Gemeinde, der Good Shepherd Methodistenkirche in Nashville/Tennessee  (http://gsumchendersonville.org/) gibt es – obwohl nur ca. 280 Mitglieder – 15 Männergruppen (wie Rick Vance mir später im Gespräch erläuterte, hält er eine kleine Gruppe von 6 bis 8 Männern für am effektivsten).

Diese Kleingruppen sind je nach den Bedürfnissen der Männer ganz unterschiedlich. Die sogenannten Affinity Groups haben gemeinsame Interessen wie Sport, Picknick machen. Die Academic Groups wollen miteinander lernen – zum Beispiel die Bibel studieren. Den Transformational Groups geht es um Veränderung in ihrem Leben.

Wie oft sich die Gruppe trifft und an welchen Tagen ist ihr überlassen. Mag einmal die Woche das Übliche sein, so trifft sich doch Ricks Sportgruppe zum Beispiel viermal in der Woche. So unterschiedlich die einzelnen Männergruppen sein mögen – eins ist ihnen in der Good-Shepherd-Kirche gemein: Sie erreichen das, was sie sich vorgenommen haben (ältere Herren z.B. das gemeinsame Frühstück; Singles den Austausch; jüngere Männer, dass sie von den Lebenserfahrungen Älterer lernen etc.). Und sie haben bei jedem Treffen einen geistlichen Input und Gebet. Was jedoch m.E. ganz besonders ist: der „wesleyanische Touch“, wie ich es einmal nennen möchte. John Wesley (geb. 1700), der als Begründer der heute weltweiten Methodistenkirche gilt, führte, als sich die Erweckung in England Bahn brach, wöchentliche Treffen in Kleingruppen ein, bei denen man sich für einander öffnete: eigene Schwächen und Fehler nicht verheimlichte, sich aber auch nicht scheute, von Gebetserhörungen und Siegen im Glaubensleben zu berichten. Diese geistliche „Accountabilty“, wie man es im Englischen nennt, könnte m.E. auch viele von uns vor eigenwilligen, eigensinnigen und unsinnigen Wegen, die uns ins Abseits führen, bewahren.

Der Kongress geht weiter

Noch ist der Braunfelser Erneuerungskongress nicht zu Ende. Heute Nachmittag kann Pfarrer Dr. Vance erneut gehört werden, wenn er über die charismatische Erneuerungsbewegung in den USA innerhalb seiner Konfession spricht (vgl. dazu Charisma 177, S. 11 ff.). Diese hat es sich zum Ziel gesetzt, mit dazu beizutragen, dass ihre Kirche nicht nur sozial tätig ist, sondern vermehrt auch wieder in der Kraft des Heiligen Geistes Menschen dient (wobei innere und körperliche Heilung durch Gebet sowie der seelsorgerlich-prophetische Dienst unbedingt dazu gehören). Es geht um „ganze Jüngerschaft“, um „das volle Paket“, so Rick Vance.

Darüber hinaus finden noch mindestens 12 weitere Workshops mit exzellenten geistlichen Leiterinnen und Leitern parallel statt, u.a. mit Marie Luise Winter von der Charismatischen Erneuerung innerhalb der katholischen Kirche oder Dr. Roland Gebauer, dem Direktor des Theologischen Seminars der EmK in Reutlingen. Auch die prägenden Gestalten der vergangenen Jahrzehnte in der Erneuerung der EmK, Reiner Dauner und Andreas Kraft, sind mit von der Partie. Und wie gut, dass auch das Thema ISRAEL nicht fehlt, angeboten im Workshop der Judaistin und Journalistin Elisabeth Hausen.

Nach dem „Fest für Jesus“ heute Abend wird morgen Vormittag Pastor Dr. Friedemann Burkhardt im Abschluss- und Aussendungsgottesdienst zum Thema „Lass deine Liebe an! Wie wir die Glut in kritischen Zeiten bewahren“ sprechen. Doch wer an diesen letzten Veranstaltungen nicht teilnehmen kann, aber gern den Flair der methodistischen Erneuerungsbewegung erleben möchte, findet auf der Website http://emk-agg.de/ weitere Angebote für die nächsten Monate.

Foto (Outbreak-Band in Braunfels): Sebastian Graf

geschrieben von: Gerhard Bially

Gerhard Bially

Eine göttliche Beauftragung zieht sich wie ein roter Faden durch meine Biografie: eine Zeitschrift herauszugeben, um Lesern von dem wunderbaren Wirken des Heiligen Geistes in unserer Zeit zu berichten; ihnen Mut machen, mehr als bisher von Gott zu erwarten.

 

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