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Perspektive

Charisma 146 > Aus dem Magazin

Bauer
Gottes internationale Perspektive
Warum segnet Gott die Zusammenarbeit und das Zusammenleben verschiedener Kulturen?

Es fällt auf, dass immer mehr Christen aus anderen Kontinenten nach Europa kommen, um hier zu evangelisieren. Was sollen wir davon halten? Und wie kommt das? Cunningham, der Gründer unserer Missionsgemeinschaft mit einer Mission (JMEM), berichtet von seinen eigenen Erfahrungen in Südkorea: „Als ich 1971 in Korea war, gab es keinen einzigen koreanischen Missionar. Niemand dachte an die Möglichkeit, Missionare auszusenden, weil die Mittel dafür nicht vorhanden waren und auch keine Reisegenehmigungen erteilt wurden. Trotzdem hatte ich damals den Eindruck, als würde Gott sagen: ‚Dieses Land wird einmal Tausende von Missionaren aussenden; sage ihnen das!' Als ich das in einer Kirche tat, löste ich damit eine peinliche Stille aus. Heute liegt Korea in der weltweiten Missionsstatistik an zweiter Stelle; koreanische Missionare gibt es schon in über 170 Ländern.”

Unser Mann von den Cook-Inseln
Die meisten Leute werden neugierig, wenn sie freundliche Menschen aus anderen Kulturen treffen. Hier machen wir als internationales Missionswerk viele positive Erfahrungen. So gehört zu unserer Gemeinschaft in Oberbayern (Hurlach) auch ein Missionar von den Cook-Inseln im Pazifik. Wenn er davon erzählt, wie Gott diese Inseln verändert hat und dass das Christentum dort heute immer noch eine zentrale und prägende Rolle in der Gesellschaft ist, wirkt das für viele deutsche Zuhörer inspirierend: Sie werden offen für den Gedanken: „Was wäre, wenn wir als Christen in unserer Gesellschaft wieder einen stärker prägenden Einfluss haben könnten?“Afrikaner beim Lobpreis klatschen, tanzen und die Hände heben, wenn Koreaner laut beten, dann nimmt niemand in Deutschland da-ran Anstoß. Das ist eine -enor-me-Chance: Es tut uns Deutschen nämlich gut, wenn wir dazu herausgefordert werden, unsere Gewohnheiten zu hinterfragen und zu überdenken. Für Ausländer ist es leichter, uns hier zur Veränderung zu ermutigen, weil sie die Zwänge unserer Traditionen gar nicht kennen.

Erfahrungen mit dem Zusammenleben der Kulturen
Wir unterscheiden uns durch die Hautfarbe, haben unterschiedliche Begabungen und Berufungen. Wir wachsen in unterschiedlichen Ländern auf und gehören unterschiedlichen Kulturen an. Darüber hinaus haben auch die einzelnen Nationen ihre Besonderheiten und Begabungen, die von Gott gewollt sind und zu seiner Verherrlichung eingesetzt werden sollen: die Latinos den Rhythmus, die Schweizer die Präzision, die Afrikaner den Gesang, die Deutschen die Durchsetzungskraft, die Koreaner das engagierte Gebet.

Deutsche brauchen die ausländischen Geschwister, um unsere Schwächen zu erkennen. Den meisten Ausländern fällt z. B. auf, dass Versicherungen in Deutschland eine große Rolle spielen, sodass dadurch die Frage entsteht: „Worauf verlässt du dich letztendlich - auf Gott oder all deine Absicherungen?“ Dies soll keine Aufforderung zur Naivität sein, aber eine Herausforderung, unsere Lebensgewohnheiten und -fundamente zu überdenken.

Botschaft der Versöhnung
Eines der brisantesten politischen Themen in Deutschland ist die Integration von Ausländern. Wegen unserer Sicht der Welt haben wir als Christen in dieser Hinsicht viel zu geben:
Gott ist der Gott der Welt, und Paulus bezeichnet die , weltweit existierende Christenheit als den „Leib des Christus“ (Röm 12). Deshalb verstehen wir Christen uns als einen global handelnden und einander ergänzenden Gesamtorganismus.
Wir dienen einem Gott, der Versöhnung will und uns als Botschafter der Versöhnung in die Welt schickt. Sie ist die Voraussetzung für gegenseitigen Respekt, für Verständnis und Vertrauen.
Wir alle sind nach dem Ebenbild Gottes erschaffen. Wir alle brauchen Vergebung und Versöhnung. Und für uns alle ist dies durch Christus möglich geworden.

Die Welt kann es sehen: Wo Christus wirkt, ist es tatsächlich möglich, dass Serben und Bosnier, Russen und Tschetschenen, Juden und Palästinenser, Afrikaner und Europäer etc. in Frieden zusammenleben. Hier kann die Verheißung von Jesus (Joh 17,21) sich in neuen Dimensionen als wahr erweisen: Dort, wo die Christen eins sind, erkennt die Welt Gott.

Gott hat Europa nicht vergessen
Während sich die Botschaft von Jesus in vielen Teilen Asiens, Lateinamerikas und Afrikas dynamisch ausbreitet, ist Europa zu einer weitgehend nachchristlichen Gesellschaft geworden. Gleichzeitig ist aber weltweit festzustellen, dass Gott immer mehr Menschen in die Mission nach Europa beruft. Wir sehen, dass Gott Europa nicht vergessen hat, sondern etwas Neues aufbrechen lassen will, damit Gottes Gemeinde wächst, damit „sein Reich komme und sein Wille geschehe“ (Mt 6,10).Missionare kommen mit einer klaren Berufung und mit der Liebe unseres himmlischen Vaters im Herzen. Diesen Segen sollten wir mit offenen Armen empfangen und die Missionare in ihrem Dienst unterstützen.

Iain Muir, internationaler Direktor von JMEM, verbindet seine Beobachtungen über Europa mit Gedanken aus der Bibel: „Die Leiter der großen Volkskirchen sehen inzwischen mehr und mehr ein, dass ein echter Bedarf für eine Neu-Evangelisierung Europas besteht. Sicher könnte Gott das auch ohne Missionare von außen erreichen - aber schon im Neuen Testament sehen wir, dass er dazu gerne Leute aus anderen Kulturen schickt.“ So fällt z. B. in der Apostelgeschichte auf, dass Gott selbst seine Leute immer wieder über Grenzen hinausgeführt hat (vgl. Apg 8,26.29; 10,9-23; 11,18; 11,20; 11,22-24; 16,9).Gott auch heute Missionare nach Europa beruft (vgl. Apg 16,9), gibt uns Hoffnung: So können wir uns wieder auf Evangelisation, Wachstum der Kirche und damit auf eine erneute christliche Prägung unserer Gesellschaft freuen.

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