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Schabbat-Lesung und Kommentar

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Schabbat-Lesung und Kommentar
„NOACH – Noah“ 1. Mose 6,9 bis 11,32;
Haftara-Prophetenlesung: Jesaja 54,1 – 55,5

Kommentar:

In diesem Schabbat-Wochenabschnitt begegnen wir dem ersten Gerechten (hebr.: Zaddik)
dieser Zeit – Noah, durch dessen Gerechtigkeit die ganze Menschheit gerettet wurde. So geschah es die ganze Geschichte hindurch – auf Grund weniger und „Überresten“ war Gott gnädig und hat Israel nicht vernichten lassen. Auch der Prophet Hesekiel betont in Kapitel 14 Vers 14 diese Verschonung Gottes durch die Gerechtigkeit einzelner und nennt Noah, Daniel und Hiob.

Es war damals eine Ära des Bösen, in der „gefallene Engel“ unter den Menschen auf Erden herrschten. Es ging sogar so weit, dass es „den HERRN reute, dass er den Menschen ... geschaffen hatte und es machte Sein Herz traurig!“ (6,6), alles „war verdorben, denn alles Fleisch hat Seinen Weg verdorben auf Erden!“ (6,12).

Das Schlüsselwort unserer Parascha ist „Nechama“, Trost, das mehrmals wiederholt wird – und woraus sich der Name Noah ableitet (siehe Vers 5,29). Denn Noah „fand Gnade in den Augen Gottes“. Noah wurde damals zum ‚Trost der Menschheit’ – sonst wäre alles vernichtet worden!! So auch Lot, ein weiterer Gerechter
seiner Generation, der sowohl der Sintflut als auch dem Schwefelhagel entfliehen konnte! Darum werden die Tage Noahs und Lots oft mit der Endzeit verglichen. Die Endzeit wird einst sein wie die Tage Noahs (Matthäus 24,37ff).

Das Mittel dazu war eine Arche, die „innen und außen mit Pech“ zum Schutz „verpicht“ wurde. Das biblische Wort für Pech ist „Kopher“ und für Verpichten „kaphar“. Daraus leitet sich das Wort für Sühne „KAPPARA“ ab. Ja, die Sühne durch das Lamm Gottes, Jeschua, ist unser Schutz vor dem Gericht Gottes und Seinem „verzehrenden Feuer“. Interessant ist auch, dass Gottes Schutz „von innen und außen“, also nicht nur über unser Innerstes (bzw. Herz) sondern auch über unser Äußeres herrschen soll.

Der Bau an der Arche, bzw. am Himmelreich Gottes, wurde allen angeboten, und die Tür ist weit offen. Zwischendurch tauchte sicher bei der Familie Zweifel auf und wurde begleitet vom Spott der Umgebung und der Gesellschaft („Wie kannst du nur an so etwas glauben!“... So etwas ähnliches hören Gläubige doch heute auch von der weltlichen Umgebung ).

Gott wollte in vielem durch die Sintflut einen Neubeginn gestalten, wie einen neuen ‚Nullpunkt in der Schöpfung’ setzen – diesmal mit drei Ehepaaren!! (
wenn man Noah und seine Frau nicht mitrechnet, da sie nach der Sintflut keine weiteren Kinder bekamen).- Meiner Meinung nach kamen nur die Prototypen / Grundrassen aller Tierarten in die Arche. - Übrigens sollten wir als Bibel-Glaubende vorsichtig sein mit all den – laut Evolutionslehre – prähistorischen Daten und Angaben von zig Tausenden bis Millionen Jahren !! Der jüdische Kalender zählt zu Rosch HaSchana (Neujahr) seit Beginn der Menschheit, d.h. ab dem sechsten Tag der Schöpfung genau und befindet sich jetzt – zu dem gregorianischen Jahr 2012 – im Jahr 5772.

Im Judentum vergleichen Gelehrte die Sintflut mit dem rituellen Mikweh-Tauchbad. Es reinigte die Menschheit.

Nach der Sintflut liest es sich so schön: „
Und der HERR roch den wohlgefälligen Geruch...“ (1.Mose 8,21) Wie die reine Luft nach dem Regen – aber es war auch der Wohlgeruch der Reinheit der Seelen!

Gott schloss Seinen ersten Bund mit Noah und dessen Nachkommen, der bis heute noch sichtbar und gültig ist. Denn sobald wir einen Regenbogen sehen, sollen wir uns an diesen Eid Gottes erinnern, dass Er nie wieder solch eine Flut über die Erde bringen wird. Mit acht Seelen begann Gott mit der Menschheit von vorn. Nach der Sinflut (ab Kap. 9) kamen die ersten Gebote Gottes, wie z.B. das Vermehrungsgebot in Vers 7. Doch schon davor lesen wir in Vers 4 vom Verbot des Genusses von Blut. Im selben Kapitel lesen wir auch vom Fluch Noahs über seinen Sohn Ham, dem Vater Kanaans, womit Kanaan dreimal als „Sklave seiner Brüder“ verflucht wurde! (
Übrigens, viele Palästinenser heute beziehen sich in ihrer Abstammung auf die Kanaaniter!! )

Kapitel 10 listet die 70 Völker-Tafel auf, die Nachkommen der drei Söhne Noahs. Jafet wurde der Vorvater der europäischen Völker, Ham ist der Vorvater der afrikanischen Völker und Sem (Schem) wurde zum Vater der semitischen Völker – inkl. Ismaels Nachkommen, d.h. den arabischen Völkern. Kanaaniter und Philister sind jedoch keine Semiten (!), sondern Hamiten. Meiner Meinung nach hat sich auch hier nichts geändert. Man hat zwar laut UNO 193 Staaten. Doch von den Stammesvölkern her, denke ich, sind wir weiterhin 70!

Nicht lange nach der Sintflut, nach ca. 300 Jahren, taucht eine Person mit Namen Nimrod auf. Der erste Herrscher, der es wagte, Gott zu widerstehen. (‚Nimrod’ kommt von ‚
limrod’ – rebellieren, wörtl. „wir werden rebellieren“.) Er wollte Gott ersetzen lassen und dafür einen großen Turm bauen. U.a. errichtete Nimrod Babel/Babylon und Ninive. Die Strafe war eine Sprachverwirrung. Die eine gemeinsame Sprache wurde in vielen Sprachen aufgeteilt, so dass sich die Menschen nicht mehr verstehen konnten (11,9). Bis heute tragen wir diese Strafe! In der Endzeit jedoch wird es wieder zu einer verständlichen Sprache unter allen kommen. Zefanja 3 Vers 9 sagt: „Dann aber werde ich den Völkern eine andere, klare/verständliche Sprache (das ist die genaue Übersetzung! ) geben, damit sie alle den Namen des HERRN anrufen und Ihm einmütig dienen.“

Wie Ihr seht kann man vieles aus unserem Thora-Abschnitt lernen und heilsgeschichtlich deuten.

In unsere Haftara, im Prophetenabschnitt, in Jesaja 54 lesen wir von der Zerstreuung des Volkes Israel unter alle Völker. Aber Trost finden wir in den Worten des HERRN: „
EINEN KLEINEN AUGENBLICK habe Ich dich verlassen, aber mit großem Erbarmen werde Ich dich sammeln. Im aufwallenden Zorn habe Ich EINEN AUGENBLICK Mein Angesicht vor dir verborgen, aber mit ewiger Gnade werde Ich mich über dich erbarmen, spricht der HERR, dein Erlöser. “ (7-8) Wenn das ein „Augenblick“ (hebr. rega) in den Augen Gottes ist, was ist dann die Ewigkeit!!??


Michael Schneider


Zum Autor:
Michael Schneider ist Mitarbeiter der Zeitschrift Israel heute (früher Nachrichten aus Israel). Er lebt mit seiner Familie in Jerusalem. Demnächst ist ein Sammelband geplant, in dem seine Kommentare zu den Wochenabschnitten zusammengefasst sind.



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