Charisma 147 > Aus dem Magazin
Wolfhard Margies
„Trendsetter“
Hommage an einen jung gebliebenen geistlichen Vater
Dass er 70 geworden ist, hatte kaum jemand im Kreis Charismatischer Leiter (KCL) vermutet. Und für ihn selbst, der sich zeitlebens oft als Jüngerer im Kreise Älterer befunden hatte, war es fast befremdlich, nun der Senior des Jahrestreffens (vgl. S. 6) zu sein.
In einem gläubigen Elternhaus und in einer Baptistengemeinde aufgewachsen, stieß der junge Internist bald an die Grenzen seiner medizinischen Möglichkeiten, wie Dr. Margies in einem Charisma-Interview am 3. Dezember 2008 erzählte. Drogenabhängige brauchten mehr als Medikamente und Therapie, um bleibend frei zu werden: die Kraft Gottes, die Margies selbst als Taufe im Heiligen Geist erlebte.
Wechsel in den geistlichen Dienst
Bald erwarb sich Margies den Ruf eines kompetenten Seelsorgers und Bibellehrers – bezeugt durch sein doppelbändiges Frühwerk „Heilung durch sein Wort“. Doch zu einem „geistlichen Leiter“ wurde er besonders durch die Gründung der Philadelphia-Gemeinde in Berlin (1981), die – inzwischen auf 800 bis 1.000 sonntägliche Gottesdienstbesucher gewachsen, in der Namensgebung jedoch noch bescheidener geworden – heute Gemeinde auf dem Weg heißt. Durch ihre besonderen Erfahrungen mit dem Wirken des Heiligen Geistes entwickelte sich die Gemeinde im Lauf der knapp drei Jahrzehnte zu einem starken geistlichen Zentrum in Deutschland, das landesweit Impulse setzt. ™?
Wort des Glaubens und der Gnade
Beziehungspflege und Vernetzung unter geistlichen Leitern im ganzen Land haben den Dienst von Wolfhard Margies bis heute geprägt – von den frühen Leiterkonferenzen in Zusammenarbeit mit Jugend mit einer Mission über die Berliner Pastorenkonferenzen bis hin zur Gründung des D-Netzes als Netzwerk freundschaftlich miteinander verbundener geistlicher Leiter in Deutschland.
In den späteren 80er Jahren wird Wolfhard Margies zu einem Repräsentanten der „Glaubensbewegung“ in Deutschland. Durch seinen Lehrdienst trägt er dazu bei, die „Wort- und Glaubensbewegung“ zur Reife zu führen. Die Entwicklung hin zu einer „Gnaden- und Liebesbewegung“ spiegelt sich in seinen Schriften wider. Wer könnte sein Bild von der „fetten Seele“, die sich an Gottes Güte sättigt, oder seine Beschreibung von König David als dem „Gnadenkünstler“, der auch im Versagen seine ganze Existenz auf Gottes Liebe wettet, vergessen?!
Nachsinnen über Gottes Wort
Die Beschäftigung mit Gottes Wort zur „Verstoffwechselung“ geistlicher Wahrheiten bleibt bis heute ein Schwerpunkt seiner Verkündigung. Geistliche Mündigkeit in der Gemeinde Jesu durch die Beschäftigung mit dem Wort Gottes ist das Anliegen, denn „das Erbe gehört den Mündigen“!
Dies geschieht nicht losgelöst von Gottes Geist, der das Wort gegeben hat. Die Gemeinde auf dem Weg und ihr Leiter zeigen in den 90er Jahren große Offenheit für die „neue Welle“ des Heiligen Geistes, die sie durch Kontakte zur argentinischen Erweckung erreicht, und bieten eine Plattform für ihre Ausbreitung. Immer wieder neu: beten, hoffen und nach den Bedingungen fragen, die Erweckung ermöglichen!
Für viele Männer und Frauen im Pastoren- und Leitungsdienst nimmt Margies heute durch das „D-Netz“ eine geistliche Vaterrolle ein. Das gilt sowohl für Gemeindegründer im Osten Deutschlands, die er noch zur Zeit der DDR unterstützte, als auch für die mehr als 800 Absolventen ihrer bisherigen „Berliner Bibelschulen“. Seit 2008 auch hier ein neuer Trend: Eine Ausbildung zum vollzeitlichen Dienst mit akademischem Grad am Institut für transformierende Theologie.