Charisma 147 > Aus dem Magazin
Jeff Bernstein
Von New York zu den Juden Zentralasiens und zurück!
Jüdische Missionare? Eigentlich kein neuer Gedanke! Der Leitspruch von Rabbi Schaúl, einem der prominentesten Vertreter des messianischen Judentums des ersten Jahrhunderts (den meisten von uns als Apostel Paulus bekannt) lautete: Den Juden zuerst, und dann den Nationen!
Der Wunsch, das Evangelium seinem eigenen Volk nahezu bringen, führte den New Yorker Juden Jeff Bernstein dazu, seine Heimat zu verlassen. Während er der jüdischen Bevölkerung in den russischsprachigen Gebieten der früheren Sowjetunion den Messias Jeschua verkündet und messianische Gemeinden gründet, darf er erleben, wie Gott auch unter den Nationen eine Tür des Glaubens öffnet (vgl. Apg 14,28) und er Gelegenheit erhält, das Evangelium unter mehreren Volksgruppen zu verkünden. Heute sucht er neue Wege, die jüdische Gemeinschaft in New York und Umgebung zu erreichen. Bei seinen Vorträgen in Kirchen und Gemeinden in Europa wird er nicht müde, davon zu sprechen, wie Christen das jüdische Volk „eifersüchtig“ machen und anreizen können, den Messias Jesus zu suchen (vgl. Röm 10,19; 11,11).
Auf der Suche nach Leben
Ich wuchs in einem jüdischen Elternhaus in Brooklyn/New York auf. 1975 begann ich, die tiefe Frage nach dem Sinn des Lebens zu stellen. Auf der Suche nach einer Antwort beschäftigte ich mich mit den östlichen Religionen. Schon bald wurde mir klar, dass sie für mich nicht halten konnten, was sie zunächst versprachen. So begann ich eine Reise zurück zu meinen jüdischen Wurzeln.
An dem ersten Schabbat, den ich überhaupt als Erwachsener feierte, traf ich zwei völlig gleich aussehende Zwillinge jüdischer Herkunft, die mich einer nach dem anderen in den Straßen New Yorks anhielten und mir die Frage stellten, ob ich an Jesus glaube. Auf meine Antwort, ich sei Jude und glaube nicht an Jesus, versetzten sie mich in Staunen, indem sie sagten, sie seien auch Juden, aber glaubten an Jesus! Ich fragte nach, wie das gehen könne, und sie erklärten mir das recht freudig.
Zum ersten Mal sah ich, dass meine eigene hebräische Bibel ausführlich über Jesus sprach, und ich war sehr erstaunt darüber. Zwei Wochen später traf ich einen der beiden Zwillingsbrüder auf der Fähre von Staten Island nach Manhattan. Als die Fähre anlegte, betete er mit mir und ich empfing die Vergebung Jesu und den Geist Gottes.
Mit der Antwort unterwegs
Seit dem Tag, als ich mein Leben Jesus anvertraute, war ich innerlich gedrängt, die wunderbare Nachricht des Evangeliums unter meinem eigenen Volk zu verbreiten. Anfangs tat ich das unter orthodoxen Juden in meiner Heimat. 1994 zogen wir als Familie nach Moskau, um dort eine messianisch-jüdische Versammlung zu beginnen. Dann ging es 1998 weiter nach Almaty in Kasachstan, wo wir erneut eine messianisch-jüdische Versammlung gründeten, der eine weitere in Karaganda im Norden des Landes folgte. Unser Dienst ist auch heute noch stark mit dem Netzwerk der messianisch-jüdischen Gemeinden in Kasachstan, Usbekistan und Kirgistan verbunden.
Verschiedene Reisen haben mich in den vergangenen Jahren in viele Kirchen und Gemeinden in Europa und Asien geführt, wo ich die Berufung der Christen betonte, das Evangelium dem Volk zurückbringen, aus dem es einst zu den Nationen ausgegangen ist.
Zurzeit leite ich das Missionswerk „Gates of Zion“ (dt.: Tore Zions), das sich zum Ziel gesetzt hat, Juden in aller Welt die Wahrheit des Messias nahezubringen und Christen weltweit zu helfen, ihre jüdischen Grundlagen anzunehmen und daran mitzuarbeiten, dass das jüdische Volk zu seinem Messias und König zurückfindet.
Auf neuen Wegen
Nach mehr als einem Jahrzehnt in den Ländern der früheren Sowjetunion wurden wir vom Heiligen Geist geleitet, nach New York City zurückzukehren, in die Stadt mit der größten jüdischen Einwohnerzahl auf der ganzen Welt. Im Jahr 2004 fanden wir eine Wohnung in der Upper West Side von Manhattan. Wir empfinden unser Leben in New York City als den bisher spannendsten Teil unserer Reise und vertrauen darauf, dass der Herr uns viele Christen zur Seite stellt, die in Partnerschaft mit uns an diese große Aufgabe herangehen. Es ist Zeit, die herrliche Botschaft der Errettung dorthin zu tragen, wo sie ihren Anfang genommen hat!