Moonwalker

Moonwalker

Begegnung mit dem Mann im Mond

von Dr. Helmut Brückner

Er ist einer von vier noch lebenden Menschen, die je den Mond betreten haben: Charles Moss „Charlie“ Duke, Jr. Als Mitglied der Apollo-16-Mission hielt er sich im April 1972 insgesamt rund 20 Stunden auf der Mondoberfläche auf. Gemeinsam mit seinem Kollegen John W. Young fuhr Charlie mit dem elektrobetriebenen Mondfahrzeug, führte Experimente durch, sammelte Gesteinsproben. Doch: Der Mond ist nicht genug. Heute reist der 86-Jährige um die Welt mit seiner Mond- und seiner Lebensstory, denn Charlie Duke ist gläubiger Christ geworden. Im Rahmen einer Veranstaltung der Wirtschaftsprüfer und Steuerberater Jakob & Sozien war er am 18.10.2021 zu Gast in Baunatal bei Kassel.

Zwischen beiden Bildern liegen fast 50 Jahre: Charles Duke bei seinem Vortrag. Auf dem Bild der Crew von Apollo 16 vor dem Start ist er der Astronaut rechts.

Weltraumflüge sind zurzeit wieder ein Thema. Als ich mit dem Auto nach Baunatal fuhr, hörte ich in der Wissenschaftssendung des Deutschlandfunks, dass Chinas Raumschiff „Change’e 5“ nach erfolgreicher Mondlandung mit etwa 1,7 kg Mondgestein zurückgekehrt ist. Und gerade erst hat Jeff Bezos‘ Unternehmen Blue Origin den jetzt 90-Jährigen Schauspieler William Shatner, alias Captain Kirk von Star Trek1, zu einem Weltraumflug ins All geschossen, der nach vielen Filmreisen erstmals tatsächlich das All besuchte.

Nach dem Sputnikschock starteten die Amerikaner ihr Weltraumprogramm. 1961 kündigte der damalige Präsident John F. Kennedy an, dass die USA bis zum Ende des Jahrzehnts einen Mann auf dem Mond haben würden. Damals war Charles Duke als Testpilot in Ramstein. Als die NASA 1965 Astronauten suchte, meldete er sich. 1969 stand tatsächlich mit Neil Armstrong der erste Mensch auf dem Mond. Und auf der fünften Mondmission war der damals 36-jährige Duke dabei. Die Fähre landete etwa im Zentrum des Mondes, wenn man von der Erde auf unseren Trabanten blickt: „Die Erde war über unserem Kopf.“

Etwa 50 Zuhörer lauschten in Baunatal bei Kassel gespannt den Ausführungen des „Moonwalkers“ Charlie Duke, der auf dem Bild von 1972 vor der US-amerikanischen Flagge salutiert.

Im Mondfahrzeug war er der Beifahrer auf der insgesamt 20 km langen Fahrtstrecke. Einmal wurde es lebensgefährlich: Als er zu hoch sprang und die Balance verlor, wäre er fast auf den Rücken gefallen, was sein lebensnotwendiger Rucksack nicht ausgehalten hätte; im letzten Augenblick konnte er sich zur Seite drehen.

Die mit Einschlagkratern übersäte Mondoberfläche. Der Landeplatz der Mondfähre von Apollo 16 ist der grüne Punkt unten rechts. Auf dem Mondfoto ist Charlie Duke neben einem dieser Krater zu sehen. Im Hintergrund die Erde als blaue Murmel („Blue Marble“) in den Weiten des Alls.

Mit der Mondfahrt war Charlie auf dem Höhepunkt seiner Karriere. Was nun? Der Mondspaziergang hatte ihn berühmt gemacht. Aber zurück auf der Erde war er unglücklich. Seine Ehe drohte zu zerbrechen, seine Frau Dorothy – sie war in Baunatal dabei – plagten Selbstmordgedanken. Doch dann erlebte sie ihre Bekehrung, brach durch zum lebendigen Glauben an Jesus Christus. Charlie sah ihre Veränderung: von der Traurigkeit zur Freude. Zwei Jahre später hörte er im Auto Predigten auf Kassette. Er traf eine Entscheidung für Jesus, bekam dadurch Frieden, begann, die Bibel – „das Buch unseres Konstrukteurs“ – zu lesen und zu verstehen.

Seitdem hat Duke eine weitere Botschaft außer seiner Erzählung vom Mond. Er sprach mit Königen, politischen Leitern, kirchlichen Oberhäuptern, aber auch mit ganz einfachen Leuten. Die Dukes reisen um die Welt mit dem Evangelium, damit möglichst viele Menschen die Wahrheit kennenlernen.

Er zitiert Hiob, der die Schöpfermacht Gottes preist: „Gott spannt den Norden aus über dem Leeren und hängt die Erde über das Nichts“ (Hiob 26,7). Und: „Er allein breitet den Himmel aus“ (Hiob 9,8a). Duke: „Die Bibel spricht viel über die Erde im All.“

Charles („Charlie“) Duke mit Ehefrau Dorothy („Dotty“) und Heinz Matthias, dem langjährigen Leiter des ACP2. Zu Beginn der Veranstaltung würdigte der ACP Charles Duke mit einer „Respektzuweisung“, weil er „mit bemerkenswertem Erfolg zu den Spitzen der Entscheidungsträger dieser Welt die beste aller Botschaften transportiert hat“. Heinz Matthias überreichte ihm die Urkunde.

Charlie findet den anlaufenden Weltraumtourismus aufregend und bestätigt, was William Shatner, alias Captain Kirk, bei seinem Flug ins All empfunden hatte: Der Blick aus dem Fenster einer Raumkapsel zeigt die Schönheit und Zerbrechlichkeit unserer Erde; er macht demütig. Rundherum alles schwarz, Tod und Dunkelheit – und dort die wunderschöne Kugel, der blaue Planet mit Leben. „Gott hat die Menschheit gemacht und einen Plan mit jedem Einzelnen.“ Und dann verweist Duke auf die bekannte Stelle aus Johannes 3,16: „Also hat Gott die Welt geliebt … Ich glaube, was Gott in seinem Wort gesagt hat: Am Anfang schuf er Himmel und Erde. Sein Buch ist die Richtschnur fürs Leben, sein Wort gibt Frieden.“

Die etwa 50 Zuhörer folgen gebannt dem jetzt 86-Jährigen, der auf ganz natürliche Weise seine Fahrt zum Mond mit seiner Reise durchs Leben verbindet. Der Hessische Rundfunk machte ein Interview, Bibel TV und andere Medien waren anwesend. Vorher war Duke an der Hochschule Aalen gewesen, wo im Studium generale nach der Begrüßung durch den Rektor 400 Zuhörer seine Mond- und Lebensstory hörten.

In der anschließenden Aussprache erwähnt Heinz Matthias, Gründer und langjähriger Leiter des ACP, dessen Ehrenmitglied im Kuratorium der Astronaut ist, die von ihm vermittelten Treffen zwischen Charles Duke und dem damaligen Bundespräsidenten Karl Carstens sowie dem Bundeskanzler Helmut Kohl. Und Duke bestätig: „Ja, wir hatten schon einige spezielle Erlebnisse (‚crazy events‘) mit Heinz.“

Eine Begegnung mit diesem christlichen Astronauten ist bereichernd, weitet den Blick. Auf seiner Webseite3 steht über dem imposanten Bild der über der Mondoberfläche aufgehenden Halberde (auf Englisch): „Die Himmel verkünden Gottes Hoheit und Macht, das Firmament bezeugt seine großen Schöpfungstaten“ (Ps 19,1).

Am Ende der Veranstaltung gab Charles Duke Autogramme und signierte Bücher. Rechts ist er mit Dr. Helmut Brückner, dem Autor dieses Beitrags, zu sehen.

Auf der Rückreise von der Veranstaltung dachte ich über die Zeilen nach, die der Astrophysiker Heino Falcke, der das sensationelle erste Bild von einem Schwarzen Loch vorgestellt hatte, in seinem Buch „Licht im Dunkeln – Schwarze Löcher, das Universum und wir“ geschrieben hat: „Das Universum hat einen Bezugspunkt: den großen Schöpfergott.“ Das hatte ich an diesem Abend vom Mann im Mond bestätigt bekommen. Und dass Gott sich von dem ihn aufrichtig Suchenden finden lässt: „Es gibt vieles, was man von Gott erkennen kann, er selbst hat es den Menschen offenbart. Gott ist zwar unsichtbar, doch an seinen Werken, der Schöpfung, haben die Menschen seit jeher seine ewige Macht und göttliche Majestät sehen und erfahren können“ (Röm 1,19-20).4

Anmerkungen
1 „Star Trek“ (Reise durchs All) ist ein US-amerikanisches Science-Fiction-Vertriebssystem, das meh-rere Kinofilme umfasst; bekannt ist vor allem die Serie „Raumschiff Enterprise“.
2 Gemäß dem Selbstverständnis ist der „Arbeitskreis Christlicher Publizisten“ (ACP) eine „parteiun-abhängige, internationale Vereinigung von Personen, deren Ziel eine angemessene Publizierung von biblischen Denk- und Handlungsweisen und der Vertretung christlicher Werte in den modernen Massenmedien ist“ (Memento vom 17. Juli 2012). Charisma berichtete über den mittlerweile 95-jährigen Heinz Matthias in der letzten Ausgabe (Charisma 198, S. 23).
3 Duke Ministry for Christ, https://www.dukeministriesforchrist.org/
4 Frei zitiert nach Hoffnung für Alle.

geschrieben von: Redaktion

 

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